Topshop kopiert bei Berliner Schmucklabel

Ritterschlag oder einfach dreist?

Die Berliner Schmuckdesignerin Sabrina Dehoff ist empört. Grund: Die Textilkette Topshop brachte jetzt Stücke auf den Markt, die ihren neusten Kreationen sehr ähnlich sind. Zerstört der britische Mode-Gigant damit den Markt für kleine, junge Labels?

Die Berliner Schmuckdesignerin Sabrina Dehoff postete jetzt ein Instagram-Foto der neuen Schmuck-Kreationen aus dem Hause Topshop auf ihre Facebook-Seite, kommentierte mit  empörten Worten:

„Schaut was wir auf Topshop Instagram heute gefunden haben: Eine Kopie von unserer ‚Hollywoodish Holiday‘-Kollektion mit genau den gleichen Steinen und unseren Farben. Manchmal ist es wirklich frustrierend, zu sehen, wie schamlos und unsittlich Highstreet die Arbeit von kleinen Labels kopiert…“

Um sich gegen den Ideen-Klau zur Wehr zu setzen, kommentierte die Designerin auch das Foto auf der Topshop Instagram-Seite mit den Vorwürfen – die Günstig-Kette löschte den Kommentar der Designerin einfach.
 
Auf Dehoffs Facebook-Seite durfte allerdings offen diskutiert werden. „Topshop soll sich was schämen“, schrieb zum Beispiel Fan Christine Nissen. Oder: „Ich werde mein Geld weiterhin für das Original sparen, da mir gute Qualität wichtig ist…“, unterstützt Ursina Caprez die Designerin

Andere legen Sabrina Dehoff nahe, dass sie es als Kompliment ansehen solle, kopiert zu werden. „1. Man erkennt die Fakes sofort. Die Kette mit dem Gold sieht nicht gut aus. 2. Wenn man kopiert wird, hat man’s geschafft. Was soll Isabel Marant sagen…“, kommentiert Kathi Ra El die Fotos. 

Ganz unrecht hat Kathi nicht. Schließlich gesellt sich das Schmucklabel damit zu hochkarätigen Luxus-Marken wie Louis Vuitton, Dolce & Gabbana und eben Isabel Marant – sie alle werden seit Jahren von der britischen Günstig-Kette kopiert. Doch rechtliche Schritte sind schwierig! Warum?

Rechtsanwalt Franz Wegener zu STYLEBOOK: „Wo die Grenze zwischen erlaubter Inspiration und verbotenem Plagiat liegt, ist oft schwer festzustellen. Als Faustregel gilt: Wenn sich für einen durchschnittlich aufmerksamen Verbraucher bei beiden Produkten der gleiche Gesamteindruck ergibt, also ohne genaueres Hinsehen kein Unterschied auffällt, können die Rechte des Original-Designers betroffen sein“.

Heißt speziell? „Im Fall von Sabrina Dehoff erkennt man auf den ersten Blick die unterschiedlichen Materialien, zum Beispiel beim Original das Lederbändchen, das die Kopie nicht hat und den unterschiedlichen Aufbau der Ketten. Das spricht eher dafür, dass der Gesamteindruck der beiden Produkte rechtlich gesehen als unterschiedlich zu bewerten ist“, so der Co-Autor des Buches „Rechtsgrundlagen für Kreative“. 

Aber machen Sie sich doch am besten einfach selbst ein Bild. Vergleichen Sie die Originale und ihre günstigen Kopien oben in der Fotogalerie und stimmen Sie unten ab!

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