Experten-Tipps fürs richtige Ausmisten

Endlich Ordnung im Kleiderschrank — So geht's!

Egal, ob der eigene Kleiderschrank die Größe von Carrie Bradshaws Schatzkammer oder den einer Telefonzelle hat: Wir wetten, dass er zu klein erscheint. Platz für die neue Herbst-Kleidung gefällig? Die Berliner Stylistin Maren Assmus, die auch Jerôme Boateng oder Veronica Ferres stylt, hat Tipps, wie man einen Kleiderschrank effektiv ausmistet – und wieder richtig einsortiert.

Maren Assmus, Garderobe
Ordnung ist das halbe Leben, auch beim Kleiderschrank. Personal Stylist Maren Assmus verrät, wie man richtig ausmistet
Foto: Chiara Doveri, Unsplash/Shanna Camilleri

Die Vorbereitung zum Ausmisten

1. Eine angenehme Atmosphäre schaffen

2. Sich nur mit Kleidung umgeben, die man liebt

„Stellen wir uns vor, wir haben einen Kleiderschrank, in dem nur die Lieblingsteile hängen, und wir diese auch schnell findet. Dieses Bild sollte man sich immer innerlich vor Augen halten, so wird man motiviert bei der Sache bleiben.“

3. Nach Kategorien aussortieren

Wenn man man nach Kategorien aussortiert, wird einen erst mal bewusst, wie viel man von einer Sorte hat, zum Beispiel Jeans. Wir haben oft ähnliche Kleidungsstücke im Schrank, aber nur eine Lieblingsjeans. Die darf dann bleiben.

4. Den wahren Wert des Kleidungsstückes erkennen

Folgende Fragen sollte man sich stellen: Welche Bedeutung hat das Kleidungsstück wirklich für mich? Warum besitze ich dieses Teil? Und was ist die Rolle dieser Klamotte? Oft hängen wir emotional an der Kleidung. Eine gute Freundin hat uns zum Beispiel ein Top geschenkt. Wir tragen es nicht, können uns davon auch nicht trennen. Daher sollte man ein Zwiegespräch mit dem Kleidungsstück führen, um herauszufinden, was das Teil einem sagen will. Zum Beispiel beim nächsten Mal „Nein“ sagen, wenn es nicht passt oder nicht gefällt. Eine heiß geliebte Jeans kann einem auch sagen: „Ich passe nicht mehr, aber wir hatten eine schöne Zeit miteinander.“

5. Das Kleidungsstück wertschätzen

Sobald man herausgefunden hat, welche Aufgabe das Kleidungsstück für einen hat, wird es einem leichter fallen, sich davon zu lösen. Dann sollte man dem Kleidungsstück für seine Aufgabe danken und es aussortieren.

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► Kleiderschrank aussortieren mit der 6-Stapel-Methode

Eine gründliche Bestandsaufnahme dauert erstaunlich lange. Daher sollte man erst gar nicht versuchen, alles einem einem Samstagmorgen zu erledigen. Man sollte sich reichlich Zeit nehmen, ein ganzes Wochenende zum Beispiel. Oder man zerlegt die Aussortier-Aktion in Portionen: heute Abend alle Röcke, morgen alle Hosen, …

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Und dann beginnt die 6-Stapel-Methode:

1. Passform und Aussehen müssen stimmen

Über den Stücken darf kein Fragezeichen schweben. Sie müssen gut sitzen, guter Zustand und zum Lebensstil passen.

2. Archivieren

Dies sind Kleidungsstücke, die man nicht mehr selbst tragen möchte, aber zum Beispiel für die Schwester oder eine Freundin aufheben möchte.

3. Genaue Analyse des Kleidungsstückes

Sitzt das Kleidungsstück wirklich gut? Sieht es vorteilhaft aus? Sind Schnitt, Details und Form noch aktuell? Hier gilt: Es ist besser Lücken im Kleiderschrank zu haben, die beim nächsten Einkauf gefüllt werden. Wenn man weiß, was man wirklich braucht, ist man weniger anfällig für Impulskäufe.

4. Fehlkäufe aussortieren

Auf diesen Stapel gehören auch ausgeleierte, verwaschene Stücke, selbst wenn sie zu den geliebten Basics gehören. Gerade Lieblingsstücke sollten oft aussortiert und erneuert werden.

5. Teile für Reinigung, Änderung und Schuster

Nichts nervt mehr als unter Zeitdruck ein Stück aus dem Schrank zu ziehen, um festzustellen, dass der Reißverschluss kaputt ist, verschmutzt oder der Saum abgerissen ist. Manchmal genügt es schon, die Knöpfe auszutauschen und den Saum zu kürzen. Was man gar nicht mehr reparieren kann, landet in die Tonne!

6. Nach Jahreszeiten sortieren

Reine Sommerkleidung wird über den Winter aussortiert und umgekehrt. Dadurch gewinnt man Platz und sieht klarer, was noch fehlt.

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► Den Schrank wieder einräumen

1. Nach Rubriken einsortieren

Man sollte den Kleidungsstücke nach Rubriken sortieren, zum Beispiel Blazer auf der einen Seite der Stange, Blusen auf der anderen Seite. Pullis in einem Fach, T-Shirts im nächsten. Nach Farben zu ordnen sieht zwar schöner aus, ist aber unpraktischer.

2. Die Kleidung richtig lagern

So lagern, dass man möglichst viel von ihnen sehen kann. Also lieber hängen, statt falten und stapeln – auch Pullis und Shirts. Ideal sind dafür schmale, eventuell leicht gepolsterte (schont empfindliche Kleidung) Metallbügel. Bei zu wenig Platzt auf der Stange, trotzdem nicht zehn Teile in einem Fach übereinander legen. Besser maximal drei Teile in eine Schubladen nebeneinander lagern. So lassen sich die einzelnen Stücke auch einfacher aus dem Schrank ziehen. Große Schubladen werden durch einzelne, kleinere Fächer zum Einlegen übersichtlicher und leichter organisierbar.

3. Was man selten trägt, wird außerhalb des Schranks gelagert

Alles, was man seltener benötigt – Reisetaschen, Skianzug, Wanderstiefel – darf man dagegen außerhalb der Augenhöhe verstauen. Textilien am besten in Kleidersäcken aufbewahren, dann stauben sie nicht ein.

4. Accessoires platzsparend anbringen

Gürtel und Schmuck machen sich gut an Haken, Schnüren, Gittern, die man platzsparend an der Innenseite der Schranktüren anbringen kann. Handtaschen am besten mit Seidenpapier füllen und in Staubbeuteln verstauen, dann kann man sie auch in einem Fach stapeln, ohne dass sie aus der Form geraten. Und: Schuhe gehören nicht in den Kleider-, sondern in den Schuhschrank.

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