Marc Jacobs, Sean John, Prorenza Schouler

Neue Merchandising-Kollektion für Obama

Um seine Wiederwahl zu sichern, springt jetzt auch die Modebranche für US-Präsident Obama ein. Unter dem Motto „Runway To Win“ haben 23 Designer Shirts und Accessoires mit seinem Wahlkampflogo entworfen.

Für guten Wahlkampf-Stoff sorgt vor allem Anna Wintour (62). Die Chefin der US „Vogue“ und mächtigste Mode-Frau der Welt mobilisierte Top-Designer,  sich für die Demokraten ins Zeug zu legen: Die Kampagnen-Kollektion bietet weiße Shirts, auf denen „I vote Obama“ steht oder ein Nagellack-Set in Blau-Weiß-Rot  – modische Wahlplakate.

Die Erlöse aus den Verkäufen fließen direkt in Obamas Wahlkampfkasse. Wintour organisiert zudem Benefiz-Abendessen, und wie das Branchenblatt „Women’s Wear Daily“ (WWD) berichtet, ist sie mit bislang 500 000 Dollar (rund 395 000 Euro) eine der fleißigsten Spendensammlerinnen für den Präsidenten.

Allerdings: Die Kollektion unterscheidet sich kaum von Artikeln aus einem Fan-Shop. Warum machen namhafte Designer wie Marc Jacobs (49) oder die Labels Prorenza Schouler und Sean John (Label von Puff Daddy) da überhaupt mit? Erstens: Einer Bitte von Anna Wintour verweigert man sich nicht. Zweitens: Eine bessere Werbung gibt es kaum. Der US-Wahlausschuss fand heraus, dass die Hälfte aller Marken, die 2008 bei der Aktion „Runway to Charge“ (ebenfalls von Wintour initiiert) mitmachten, später auch von Michelle Obama (48) getragen wurden.

Dennoch: Die Designs für den Demokraten könnten kaufstarke Republikaner verärgern. Donna Karan (63), die 2008 noch für die Aktion designte, verweigert sich deswegen in diesem Jahr und laut „WWD“ hat der Luxuskonzern LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) seinen Marken „Runway To Win“ untersagt. Marc Jacobs, Chefdesigner für Louis Vuitton, durfte erst mitmachen, nachdem Anna Wintour ordentlich Druck gemacht hatte. Am 6. November wird sich zeigen, ob Wintours modische Macht und ihre Klamotten-Kampagne auch Einfluss auf das Wahlergebnis haben.