Karl Lagerfeld erklärt das Luxus-Phänomen

Was ist eigentlich Haute Couture?

Die Haute Couture ist zwei mal jährlich ein exklusives Schauspiel für Madames mit XL-Kreditkarte. Die aufwendigen Roben der Couture-Häuser sind Unikate, ab 30.000 Euro aufwärts, gern auch sechsstellig! Kolumnistin Carolin Dendler war für STYLEBOOK in Paris dabei – und plauderte mit Karl Lagerfeld über das Luxus-Phänomen.

Die Haute Couture ist zwei mal jährlich ein exklusives Schauspiel für Madames mit XL-Kreditkarte. Die aufwendigen Roben der Couture-Häuser sind Unikate, ab 30.000 Euro aufwärts, gern auch sechsstellig! Kolumnistin Carolin Dendler war für STYLEBOOK in Paris dabei – und plauderte mit Karl Lagerfeld über das Luxus-Phänomen.

Die „Hohe Schneiderkunst“ wird beherrscht von nur 14 Couture-Häusern (zum Beispiel Chanel, Dior) – ein erlauchter Kreis, den die französische Modekammer bestimmt. Armani wie Valentino gehören auch  zum  exklusiven Club, obwohl der Hauptsitz des Modeunternehmens eigentlich in Paris sein muss. Leicht werden 500 bis 800 Stunden an einer Robe gearbeitet. Je kostbarer, desto besser. Bei Chanel wurden jetzt sogar die Sneaker mit Edel-Stoffen aus den Atelier bezogen, bei Giorgio Armani Privé waren die Blazer und Roben aus so  kostbarem Bling-Bling, das sie an Kunstwerke erinnerten.

So viel Exklusivität ist bei den Superreichen wieder gefragt!

Karl Lagerfeld zu STYLEBOOK über den neuen Run auf die Couture: „Früher waren es rund 600 Kundinnen weltweit – heute sind es 2.000. Es gibt ja nicht nur das arme Europa, sondern Teile dieser Welt, wo die Menschen immer reicher werden.“

Das Shoppen der Ultra-Reichen sieht so aus: Per Privatjet wird die Kollektion zur Unternehmer-Gattin nach Shanghai  geflogen, die vorher ein Video der Show studierte. Dann wird Maß genommen und einige Wochen später fliegt ihr exklusiver Couture-Traum im Jet wieder zu ihr. Lagerfeld: „Zu diesen Kundinnen habe ich so gut wie keinen Kontakt. Dass der Couturier selbst absteckt, gehört in eine andere Epoche.“

Der Chefdesigner von Chanel weiter: „Es ist doch gut, dass den Superreichen so das Geld aus der Tasche gezogen wird. Ich finde es moralisch – denn in den Modeateliers haben die Menschen so Arbeit.“