Drama, Kunst, Show

Italien hat gewählt

... und konnte sich nicht entscheiden. Damit meinen wir aber nicht das Wahldrama, das momentan die gesamte EU durchschüttelt, sondern die Trends der Mailänder Fashion Week. Von dramatischen Lady-Looks über Kunstanleihen bis zu Karo-Kreationen: Anders als bei der politischen Pattsituation in Italien ist bei den Trends keine eindeutige Entscheidung nötig. Wir nehmen einfach von allem ein bisschen...

In Mailand wird die Modewoche meist dramatischer. In New York beginnt sie clean und nüchtern, in London gewinnt sie an Exzentrik und in Mailand bekommt sie dann eine ordentliche Portion Weiblichkeit und traditionelle Schneiderkunst verpasst

Am Dienstag ging die Milano Moda Donna zu ende. Sechs Tage lang zeigten dort renommierte Mode-Häuser ihre neuen Kollektionen, sechs Tage lang  regierte in Mailand das Fashion-Volk.

Was es geboten bekam? Eine Best-Off-Kollektion by Miuccia Prada, Georgio Armarnis textile Geschlechter-Gratwanderung, Bottega Venetas phänomenale Neuinterpretation der 40er-Silhouette, leuchtende Farben, Schulterstulpen und viel Drama. 

Was ist neu? Die Muster-Manie hat nachgelassen, lediglich zu Schotten-Karos und sparsam platzierten grafischen Elementen oder Blumen ließen sich die Designer hinreißen. Dafür spielte Patch-Work und das Spiel mit Texturen eine größere Rolle

Dolce & Gabbana setzte seine Detailverliebtheit der beiden vergangenen Saisons fort und schwang sich in neue Sphären pompöser Schneiderkunst auf – Gold, Spitze, Heiligenbilder und tiefes Rot sind ihre Vision für den nächsten Winter. Gucci nahm den satten Farben, die das Label noch im Sommer zelebrierte, die Sonne und setzte auf Gothic-Glamour, Leder, Federn und Glanz.

Welche Trends sich aus all diesen Shows der Superlative herauskristallisierten: In der Galerie.