Designerin Nicole Farhi packt aus

Promis kassieren, wenn sie in der Frontrow sitzen

Es ist der Traum jeder Frau: Einmal bei einer großen Modenschau dabei sein. Noch besser: In der ersten Reihe sitzen. Doch viele Promis lassen sich genau dafür bezahlen. Jetzt spricht erstmals eine Insiderin über die Masche der Modehäuser.

Die Szenen einer Modenschau zeichnen oft das Bild einer Klassengesellschaft: Wer es in die Frontrow schafft, ist wichtig und berühmt. In den hinteren Reihen sitzen unbekanntere Gesichter und dann gibt es noch das Publikum, welches dich gedrängt stehen muss oder gar nicht reinkommt.

Offenbar genügt den Promis die Ehre eines Platzes in der ersten Reihe nicht. Angeblich bezahlen Modehäuser Stars sogar, damit diese ihr Gesicht bei den Schauen zeigen. Keine neue Vermutung, doch jetzt spricht erstmals ein Insider darüber. Die britische Designerin Nicole Farhi (65) sagt gegenüber der britischen News-Seite „Daily Mail“: „Was zeigen die Magazine nach den Modenschauen? Es sind nicht die Kleider, sondern die Promis, die dafür bezahlt werden, dort zu sitzen.“

Farhi arbeitete für French Connection, gründete dann ihr eigenes Label und erhielt wichtige Branchen-Auszeichnungen. Sie hält die Praxis, für Promis zu zahlen, für unprofessionell. „Ich habe nie einen Star bestochen und werde es nie tun. Es ist dumm.“ In den USA ist das Bezahl-Modell schon länger verbreitet. Wie die Mode-Seite „Fashionista“ berichtet, sollen Rihanna und Beyoncé um die 75.000 Euro bekommen, wenn sie zu einem Mode-Event kommen.

Auch während der Londoner Modewoche waren die Frontrows auffällig prall gefüllt mit bekannten Gesichtern aus der TV,- und Musikbranche. Bei Burberry trugen Promis sogar die Kleider, die parallel auf dem Laufsteg präsentiert wurden. Das Label äußert sich nicht zu dem Thema. Doch das Beispiel zeigt: Inzwischen ist es wichtiger, wer zur Show kommt als was dort präsentiert wird. So wurde nach der Mulberry-Show hauptsächlich darüber berichtet, dass Michelle Williams und Elizabeth Olsen in der ersten Reihe saßen. Über die gelungene Kollektion verlor die Presse weniger Worte – allenfalls, dass Mulberry eine Tasche nach der Sängerin Lana del Rey benannt hat. Und die saß, na klar, mit ihrer It-Bag in der Frontrow.

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