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Hui oder pfui?

Schöne Haut dank Schneckenschleim? Das sagt die Expertin

Schnecke mit Cremetiegel
Eklig oder sinnvolles Beauty-Treatment? STYLEBOOK hat mit einer Expertin über Schneckenschleim in Kosmetika gesprochen Foto: iStock/ Tatsiana Frolova

So richtig vielversprechend scheint die Vorstellung nicht, sich Schneckenschleim auf die Haut zu schmieren – kalt, glibberig, hartnäckig. Manche schwören allerdings auf die nachhaltigen Anti-Aging-Effekte des farblosen Sekrets. Hui oder Pfui? STYLEBOOK sprach mit einer Expertin über das vermeintliche Beauty-Wundermittel.

Was steckt drin im Schneckenschleim?

Dr. med. Isabell Sick vom Münchner Isarderma-Zentrum für Dermatologie und Ästhetik: „Schneckenschleim enthält viele Mineralien, Antioxidantien und Allantoin, das stark feuchtigkeitsbindend ist. 1995 brachte eine chilenische Firma namens Elicina erstmals Schneckenschleim-Kosmetik auf den Markt. Sie hatte zuvor Schnecken zum Verzehr gezüchtet, dann aber festgestellt, dass die Mitarbeiter durch den Kontakt mit den Tieren zarte Haut bekamen. Schneckenschleim wurde aber auch schon in der Antike verwendet, um Wunden zu behandeln. Auch heute noch wird es dazu benutzt, vor allem nach Verbrennungen. Der antibakterielle Schleim beschleunigt den Heilungsprozess. Das belegen Studien – wenn auch nicht viele.“

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Macht der Schleim wirklich schöner?

„Die Haut sieht nach einer Schneckenschleim-Behandlung stark durchfeuchtet aus. Man wirkt dadurch frischer, die Haut bekommt einen seidigen Glow. Schneckenschleim bietet sich besonders bei trockener Haut an. Bei sehr fettiger Haut ist er eher ungeeignet.“ 

Wie wird der Schleim angewendet und wie hoch sind die Kosten?

„Theoretisch kann man Schnecken sammeln und sich selbst auf die Haut legen. Es gibt den Schneckenschleim aber auch als fertige Maske, Creme oder Serum. Günstige Produkte bekommt man ab 10 Euro. Je nach Gehalt und Verarbeitung können Kosmetika mit Schneckenschleim aber auch mehrere hundert Euro kosten.“

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Wie wird der Schneckenschleim gewonnen?

„Es gibt unterschiedliche Methoden, den Schleim zu gewinnen: Einige Firmen melken die Schnecken mit einem Stäbchen, d.h. den Schnecken wird über den Unterbauch gestrichen und der Schleim so abgeschöpft. Bei einer anderen Methode kriechen Schnecken über ein Gitter – der dadurch abgesonderte Schleim tropft herunter und wird aufgefangen. Es gibt aber auch Firmen, die ihre Schnecken mit Salz oder Säure beträufeln, um sie so unter Stress zu setzen und damit möglichst viel Schleim produzieren zu lassen. Die Methoden reichen also von weitestgehend tierfreundlich bis grausam.“