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Nachgefragt bei der Dermatologin

Piercingloch entfernen – Methoden, Kosten, Risiken

Frau mit Nasenpiercing
Wenn einem das Nasenpiercing nicht mehr gefällt, bleibt eine Narbe zurück. Aber muss das so sein? STYLEBOOK sprach mit einer Dermatologin.Foto: iStock/bulentumut

Wer seine Piercings nicht länger tragen möchte, kann sie herausnehmen – doch das Einstichloch bleibt und wächst oft nicht wieder richtig zusammen. Gerade bei Piercings im Gesicht kann das sehr unangenehm sein. Wie wird man das Piercingloch also wieder los? STYLEBOOK hat bei einer Dermatologin nachgefragt

Piercings gibt es in allen möglichen Varianten – und auch die Gründe, warum man sie nach anfänglicher Begeisterung nicht mehr tragen möchte, sind vielfältig: gesundheitliche Probleme, die Piercings passen nicht mehr zum eigenen Style oder sind im neuen Job unerwünscht. Nimmt man die Piercings heraus, bleibt eines aber zurück: ein Piercingloch. Und das kann besonders im Gesicht sehr störend sein.

Verschwindet ein Piercingloch von alleine wieder?

Dr. med. Estefanía Lang, Dermatologin und Mitbegründerin der Online-Hautarztpraxis dermanostic, rät, nach Entfernen eines Piercings sechs Monate zu warten. „Wie gut Löcher zusammenwachsen, ist individuell ganz unterschiedlich“, so Lang. „Bei kleinen Ohrlöchern ist die Chance groß, dass sie von selbst zuwachsen und irgendwann nicht mehr zu erkennen sind. Löcher am Nasenflügel und an der Lippe schließen sich oftmals nicht von selbst wieder.“

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Was kostet eine OP?

Wenn an Nase oder Lippe auch nach sechs Monaten ein unschönes Piercingloch klafft, kann eine OP helfen. „Mit einem Rundskalpell, einer sogenannten Stanze, wird unter örtlicher Betäubung das Piercingloch zunächst vergrößert, um es anschließend sowohl von innen als auch von außen zuzunähen“, erklärt Dr. med. Estefanía Lang. „Am Ende bleibt eine kleine Narbe in Form eines Striches. Einige kennen das vielleicht bereits, wenn sie ein Muttermal entfernt bekommen haben.“ So ein Eingriff kostet zwischen 80 und 150 Euro. Ein spezieller Fall ist der Flesh Tunnel im Ohr. Hier kann eine Hauttransplantation nötig sein, die Kosten sind entsprechend höher.

Was ist einem lieber – Loch oder Narbe?

Der Wunsch nach makelloser Haut, so wie sie vor dem Piercing aussah, bleibt oft leider nur ein Wunsch. „Die Haut wird nach einem Piercing an der Nase oder Lippe sehr wahrscheinlich nicht mehr so sein wie vorher“, sagt Dr. med. Estefanía Lang. „Es gilt folglich zu entscheiden: Möchte ich an der Stelle lieber ein Loch oder einen Strich haben? Eine OP empfiehlt sich vor allem dann, wenn man nicht mehr an sein Piercing erinnert werden möchte.“

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Kann man in ein genähtes Loch wieder ein Piercing stechen lassen?

Wer sich zu einem späteren Zeitpunkt doch wieder nach einem Nasenring sehnt, muss nicht verzweifeln. Auf STYLEBOOK-Nachfrage ist ein erneutes Durchstechen an derselben Stelle durchaus wieder möglich – mit einer Ausnahme, den Flesh Tunnels. „Bei großen Tunnel-Löchern im Ohrläppchen, die gegebenenfalls mittels einer Hautlappenplastik verschlossen werden mussten, sollte man das nicht tun“, sagt Dr. med. Estefanía Lang. Die Dermatologin rät generell zur Vorsicht bei Piercings am Ohr, da schnell Entzündungen drohen: „Oft stecken Bakterien dahinter, doch was viele nicht wissen: Allein der ständige Reiz eines Piercings kann zur Chondritis führen, einer Entzündung des Knorpelgewebes. Das Ohr wird dann ständig rot und dick.“