Bei Expertinnen nachgefragt

Können Lippenpflegestifte wirklich süchtig machen?

Frau, die sich Lippenbalsam aufträgt
Wer sich daran gewöhnt, gefettete und geschmeidige Lippen zu haben, suggeriert dem Körper, dass er ohne diese Lippenpflege nicht mehr auskommt. Ein Irrtum, wie Experten erklären.
Foto: Getty Images

Wer zu häufig mit einem Lippenpflegestift über die Lippen fährt, kennt das Problem: Schon nach kurzer Zeit spannt es wieder, die Lippen fühlen sich trocken an und im Handumdrehen fetten wir wieder nach. Doch ist man dann direkt süchtig? STYLEBOOK hakte bei Expertinnen nach.

Übertriebener Einsatz von Lippenpflegestiften ist eher eine geistige als eine körperliche Sucht, es setzt quasi ein Gewöhnungseffekt ein“, erklärt Dr. med. Uta Schlossberger von der Dermatologie am Kolumbahof gegenüber STYLEBOOK. Das Problem: Die Haut auf den Lippen verfügt nur über wenige Talgdrüsen und fühlt sich deswegen schnell trocken und wenig geschmeidig an – gerade im Winter bei trockener Heizungsluft. Wer allerdings ständig nachfettet, der suggeriert dem Körper, dass die Feuchtigkeit dringend benötigt wird. Die Expertin warnt: „Es kann sechs bis acht Wochen dauern, bis sich die Lippen vom ständigen Nachfetten entwöhnt haben.“

Inhaltsstoffe sind entscheidend

 „Solche Produkte entziehen Feuchtigkeit, lassen die Lippen aufspringen und austrocknen“, so Schlossberger. Im Zweifelsfall sollte man sich deswegen grundsätzlich über die Inhaltsstoffe informieren, wie auch Make-up-Artist Lucia Ljubicic auf STYLEBOOK-Nachfrage bestätigt: „Lippenbalsam sollte möglichst wenig Chemie enthalten, man sollte also besser zu einen Bioprodukt oder Naturkosmetik aus dem Reformhaus greifen. Statt Mineralöl sind hierbei Produkte mit Sheabutter oder Jojobaöl zu empfehlen.“

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Nicht nur Lippenbalsam, auch Lippenstifte sollten laut den Expertinnen vor der Verwendung auf ihre Inhaltsstoffe geprüft werden.

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