Die sogenannte Lunula

Was bedeuten die weißen Halbmonde auf den Fingernägeln?

Finger mit weißen Halbmonden
Sagen die Halbmonde auf den Fingernägeln irgendwas über unsere Gesundheit aus? STYLEBOOK hat bei Experten nachgefragt
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Die kleinen, weißen Bögen am unteren Rand des Nagelbett sind bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger bis gar nicht sichtbar. Warum ist das so und was steckt eigentlich hinter den so genannten Lunulas (lat.: Möndchen)? STYLEBOOK hat bei Experten nachgefragt.

Tatsächlich hat jeder Mensch besagte Lunula, bei manchen versteckt sich der weiße Halbmond aber hinter den feinen Nagelhäutchen, am deutlichsten tritt er in der Regel auf dem Daumennagel in Erscheinung. In der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin wird dem Bogen bei starker Ausprägung Positives über die Energieversorgung des Körpers nachgesagt, sieht man die Halbkreise hingegen nicht, soll das ein schlechtes Zeichen sein und auf potenzielle Gifte im Körper hinweisen – Annahmen, die deutsche Schulmediziner auf STYLEBOOK-Nachfrage nicht teilen.

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Merkmal ohne echte Bedeutung

Laut dem Dermatologen Dr. med. Timm Golüke und dem Internisten und Ernährungsmediziner Dr. med. Matthias Riedl sagt eine sichtbare Lunula nichts über den Gesundheitszustand des Menschen aus. In der Schulmedizin sei man davon überzeugt, dass es einzig von der genetischen Veranlagung abhänge, wie stark die weißen Halbmonde auf den Fingern ausgeprägt sind – vergleichbar damit, ob Menschen eine größere oder eine kleinere Nase haben.

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Weiße Flecken = Calciummangel?

Neben der beschriebenen Lunula zeigen sich manchmal auch kleine, weiße Flecken oder Striche auf dem Nagelrosa, hinter denen oft ein Calciummangel oder ein genereller Nährstoffnotstand vermutet wird. Der befragte Ernährungsexperte würde solche Auffälligkeiten allerdings höchstens dann als Hinweis deuten, wenn auch andere Beschwerden des Patienten auf einen Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen schließen lassen.

Nagel mit weißem Fleck

Weißen Flecken auf dem Nagel wird meist mehr angedichtet, als tatsächlich dahinter steckt
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Anderer Fall: Neurodermitiker

Hautarzt Dr. Golüke fügt ergänzend hinzu, dass „die weißen Flecken oft gänzlich ohne Grund auftauchen können, beispielsweise bei Atopikern“. Atopiker, darunter auch Neurodermitiker, neigen zu entzündlichen Hauterkrankungen, Ekzemen oder extrem trockenen Stellen. Weil bei ihnen das Immunsystem nicht richtig funktioniert, ist hier die natürliche Hautbarriere gestört. Die weißen Flecken sind in diesem Fall nicht als Symptom der Erkrankung zu deuten, sondern lediglich als komplett ungefährliche Begleiterscheinung.

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Relativ harmlos, aber unangenehm – Pilz

Sind die Flecken verfärbt, sollte man allerdings genauer hinsehen. „Hinter gelblich-weißlichen Verfärbungen mit ausgefransten Begrenzungen und Veränderungen der Nageloberfläche kann ein Nagelpilz stecken“, erklärt der Dermatologe. Und weiter: „Wenn sich dieser zum Nagelwall ausgebreitet hat, ist die Therapie extrem schwierig.“ In dem Fall könnte es passieren, dass man den Nagelpilz nur sehr schwer oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr los wird.

Achtung bei Kratern und Rissen

„Wenn sich ständig kleine Minikrater auf dem Nagel befinden, könnte das für eine Schuppenflechte sprechen“, weiß Dr. Riedl. Dabei handelt es sich um eine Entzündungskrankheit (Fachbegriff: Psoriasis), die sich an verschiedenen Stellen des Körpers u.a. mit Flecken und Hautschuppenbildung bemerkbar macht. Wenn zusätzlich die Gelenke schmerzen, sollte nach seiner Einschätzung ein Arzt aufgesucht werden.

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… und vor allem: bei dunklen Flecken

Dunkle Verfärbungen sind meist blaue Flecken als Folge von Quetschungen – also quasi kleine Hämatome – und wachsen in der Regel zusammen mit dem Nagel raus. „Wenn nicht, also wenn der Fleck an der Stelle verbleibt, sollte ein Arzt aufgesucht werden“, warnt Dr. Riedl. Schlimmstenfalls kann sich hinter so einer dunklen Verfärbung Hautkrebs verbergen.

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