Das sagt der Hautarzt

Diese Regeln sollten Sie JETZT beim Sonnenschutz beachten

Beim Sonnenschutz gilt: Mehr ist mehr
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Gerade im Frühjahr unterschätzen viele die Wirkung der Sonne und verbrennen sich schnell. STYLEBOOK hat beim Dermatologen nachgefragt, wie man sich jetzt richtig schützt.

Die ersten heißen Tage des Jahres stehen an und so sehr wir uns alle nach Wärme und Sonne sehnen – gerade in dieser Zeit, nach einem langen Winter, ist unsere noch empfindliche Haut extrem gefährdet und schon in einer kurzen Mittagspause können wir einen Sonnenbrand riskieren. Dr. Yael Adler, niedergelassene Hautärztin in Berlin und Autorin des Buchs „Hautnah: Alles über unser größtes Organ“ verrät im Gespräch mit STYLEBOOK, welche Regeln man unbedingt beachten sollte.

Was ist die richtige Sonnenpflege für meinen Hauttyp?

Dunklere Hauttypen können einen geringere Lichtschutzfaktor wählen, dabei liegen mittlere Werte bei 30 LSF und hohe Werte bei 50 LSF. Der LSF gibt an, wieviel länger man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, als es ohne Sonnencreme möglich wäre. Die LSF-Angaben gelten allerdings für den enthaltenen UVB-Schutz, allerdings sollte auch immer ein ausreichender UVA-Schutz vorhanden sein. Um sicherzugehen, sollte man sich immer die Verpackung anschauen: Befindet sich die UVA-Abkürzung in einem Kreis, dann kann der Verbraucher sicher sein, dass es auch gegen die Strahlung, die tiefer in die Haut eindringt, ein Schutz gewährleistet ist. Da man sich eh nie dick genug einschmiert, ist es gar kein Problem, einen höheren Lichtschutzfaktor zu verwenden, als man eigentlich bräuchte, um sicher zu sein. Auch mit Sonnenschutz bräunt man, zwar langsamer, dafür nachhaltiger und gesünder.

Sonnenmilch

Sind auf der Verpackung die Buchstaben „UVA“ von einem Kreis umgeben, deutet dies darauf hin, dass ein tiefer Schutz gewährleistet ist
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Reichhaltige Sonnencreme oder reicht ein leichtes Spray?

Wer zu trockener Haut neigt, wählt eher eine Creme. Bei fettiger Haut und wenn man im Gesicht zu Akne neigt, ist ein leichtes Fluid empfehlenswert. Ein Spray ist für den Körper angenehm und praktisch, für Leute mit Atemwegsproblemen aber eher ungeeignet. Die Atemwege können von ganz feinen Sprays nämlich gereizt werden. Wenn das Spray gut vertragen wird, es wenig Duft- und Konservierungsstoffe enthält und es dick genug aufgetragen wird, ist es eine gute Alternative. Cremes sind etwas sicherer, weil man besser dosieren und kontrollieren kann, dass man ausreichend geschützt ist. Sprays sind etwas ungenauer. Man erkennt eher schlecht, ob die Haut ausreichenden Schutz hat. Dennoch: Besser ein Spray als gar keinen Schutz.

Egal ob Spray oder Creme – Hauptsache Sonnenschutz!
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Drogerie oder Apotheke ? Sind teure Produkte immer besser?

Apothekenprodukte werden oft speziell für Hautprobleme entwickelt. „Für Allergiker geeignet“ heißt beispielsweise, dass in dieser Creme weniger Inhaltsstoffe enthalten sind, die Allergien und Hautirritationen auslösen können. Auch enthalten sie weniger Fette, die die Haut reizen können. Außerdem wird komplett auf Duft- und Farbstoffe verzichtet. In der Apotheke erhält man zusätzlich eine Beratung, zum Beispiele welcher Sonnenschutz wirklich zum Hauttyp passt. In der Regel sind die umstrittenen chemischen Lichtschutzfaktoren in den Apothekenprodukten nicht enthalten. Auch in der Drogerie gibt es gute und für gut getestete Produkte und wer diese verträgt kann sie unbesorgt nutzen. Viele Leute reagieren jedoch gerade auf fettige Cremes mit einer Kosmetikakne. Und Apothekenprodukte sind von der Konsistenz her oft angenehmer im Vergleich zu oftmals klebrigen Drogeriemitteln.

Wie creme ich mich korrekt ein?

Als Richtwert für einen Erwachsenen kann man die Menge an Sonnencreme nehmen, die in eineinhalb bis zwei Schnapsgläser passt. Nur so hält das Produkt was es verspricht, nämlich den hohen Lichtschutzfaktor. Wenn man den Lichtschutz einige Stunden trägt und schwitzt, Kleidung trägt oder schwimmen geht, verliert sich die Wirkung.

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Was bringen Bräunungsöle?

Als Hautarzt kann man diese gar nicht empfehlen, denn die Öle verstärken den Bräunungseffekt und Bräunen ist immer eine Verzweiflungstat der Haut. Wer schneller Braun werden möchte, sollte auf Selbstbräuner zurückgreifen, der ist völlig unbedenklich und färben nur oberflächlich. Allerdings reicht ein Selbstbräuner als eine einzige Sonnenschutzmaßnahme nicht aus!

Wie schütze ich meine Kinder am besten vor der Sonne?

Generell kann man bei Kindern mit zu viel Pflege eine Kontaktallergie erzeugen, die der Körper sich für immer merkt. Daher sollte zu viel Waschen und Chemie unbedingt vermieden werden. Bei der Sonnencreme ist es wichtig dass man weiß, dass die physikalischen Lichtschutzfaktoren, also die Blocker, die sich wie kleine Sonnenschirme über die Haut legen, besser verträglich sind, aber einen weißenden Effekt haben – das was wir als weißen Film auf der Haut sehen. Diese Cremes sind oft sehr dick, aber wenn sie gut vertragen werden, sind sie super für Kinder.

Auch wenn`s nervig ist, regelmäßig Eincremen ist gerade am Strand ein Muss.
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Was ist eine Sonnenallergie?

Viele Menschen reagieren empfindlich auf Cremes, und zeigen dass entweder Allergene auf der Haut oder in der Haut liegen, zum Beispiel in der Kosmetik enthaltene Duftstoffe, die sich in der Sonne zersetzen und mit der Haut reagieren und damit eine Kontaktallergie auslösen. Diese zeigt sich in Rötungen, Pusteln und Juckreiz. Aber auch die in der Sonne enthaltene UVA-Strahlung an sich kann allergische Reaktionen auslösen, die sogenannte Mallorca-Akne.

Gerade wer jetzt in der Mittagspause in der Sonne sitzt und sich sonst nur im Büro aufhält, muss sich schützen – denn nach der langen Sonnenpause kann man sich jetzt besonders schnell verbrennen. Wer frühzeitige Hautalterung vorbeugen will, cremt sich ab jetzt täglich bis Ende September ein.

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