„You can do it!“
von Özlem Evans
Stylebook bei „Barry’s Bootcamp“

Er ist der härteste Fitness-Trainer in Hollywood: Barry Jay von „Barry’s Bootcamp“ bringt Stars wie Katie Holmes und Kim Kardashian in Form – und STYLEBOOK-Reporterin Özlem Evans...

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    Foto: Manuel palacios

    STYLEBOOK-Reporterin Özlem Evans mit Trainer Barry vor „Barry’s Bootcamp“ in L.A.

Donnerstagmittag in West Hollywood, ich stehe vor dem kleinen Studio von Fitness-Guru Barry Jay . Der Chef verabschiedet sich, er steht schon seit 5 Uhr morgens auf der Matte, hat seine Morgendämmerungskurse gegeben, zieht gleich ins nächste seiner vier „Bootcamps“ in Südkalifornien weiter und übergibt mich seinem Trainer Stephen.

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„You can do it!“ sagt der Star-Trainer noch und schenkt mir ein T-Shirt mit der Aufschrift „Barry’s Bootcamp“. Diesen Ermutigungsspruch werde ich in der nächsten Stunde noch oft hören – sehr oft.

Auf dem 12.30-Uhr-Programm: Schultern und Rücken. Hört sich zunächst entspannt an. In „Barry’s Bootcamp“ konzentriert man sich jeden Tag auf eine andere Muskelgruppe und „schockt“ sie dann mit kurzintervalligem Wechseltraining, sagt Stephen. Hört sich nicht mehr ganz so entspannt an, denke ich mir und fange an wie die sieben anderen im Kurs mich zu dehnen. Wer in Deutschland einen Fitnesskurs besucht hat, weiß, dass diese Dehnphase oft mit sanfter Musik begleitet einige Minuten dauert. Hier nicht. Stephen macht die Musik laut an, es ist sehr dunkel in dem Raum, wir machen erst ein Paar Hampelmänner, stellen uns auf die Laufbänder (10 000 Dollar das Stück) und fangen an zu gehen. Dann zu laufen, nach einigen Sekunden rennen wir schon. Barrys Worte erklingen in meinen Ohren: „Du wirst das Training klitschnass verlassen“. Das frisch geschenkte T-Shirt ist nach vier Minuten schon durchnässt. „60 Sekunden noch“, sagt Stephen über sein Mikrofon. Die Blondine neben mir und ich schauen uns an. Sie sieht topfit aus und hat genau so viele Fragzeichen in den Augen wie ich. Das beruhigt.

In Berlin trainiere ich 2-3 Mal die Woche im Fitnessstudio. Erst 30-45 Minuten an den Geräten, dann meistens noch ein Fitnesskurs, der 45 Minuten dauert. Am Abend vor dem Bootcamp habe ich bei schönem Wetter gejoggt, eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl, einmal das „beste Workout der Welt“ zu absolvieren. So nennt es Barry. Als ich nach fünf Minuten vom Laufband absteige und Richtung Hantelbank torkele, ist das Gefühl verflogen. Es folgt ein Training mit leichten Gewichten. Fünf Minuten später stehen wir wieder auf dem Laufband. Erst gehen, dann laufen, dann rennen. Fünf Minuten lang. Nach weiteren fünf Minuten auf der Bank schaut mich die Blondine ungläubig an und sagt: „Es sind gerade mal 20  Minuten vergangen!“ Wir beide schauen über die Spiegel auf die Uhr an der Wand, die Fragezeichen sind wieder da. Wir sollen wir das noch 40 Minuten durchhalten?

Stephen hat uns gehört: „You can do it, Özlem!“ „Yes,  I can”, rufe ich zurück und schaue nach dem Ausgang. Etwas peinlich wäre es schon, jetzt aufzuhören, denke ich mir und renne weiter. Die letzten 40 Sekunden schummele ich etwas bei der Steigung und der Geschwindigkeit, die wir innerhalb der fünf Minuten auf dem Laufband anpassen sollen. Die Blondine neben mir auch.

Die nächsten fünf Minuten auf der Bank, obwohl wir inzwischen mit schwereren Gewichten arbeiten, fühlen sich an wie Erholung pur. Das Laufband ist der Feind. Wieder auf der Hantelbank, sehe ich wie auch die zwei Männer im Kurs nach Luft ringen. Das beruhigt.

Halbzeit.

Fünf weitere Minuten auf dem Laufband. Das Tempo ist unglaublich. Kurz gehen, dann laufen, dann sprinten.

Ich folge nur noch den Anweisungen von Stephen, wenn gar nichts mehr geht, stelle ich mich für ein Paar Sekunden auf die Seite des Laufbandes, um dann weiter zu rennen. Dann passiert etwas. Ich kann besser mithalten, schummele bei der Geschwindigkeit kaum noch, ich renne zwar um mein Leben, aber es macht …Spaß! Als dann auch noch „Eye of the Tiger“ aus dem Rocky-Film aus den Lautsprechern ertönt, merke ich: Ich habe den Bootcamp-Schweinehund überwunden. „You can do it! Denkt an eure Bikini-Bodys!“ ruft Stephen laut. Ich denke an das Mittagessen, das ich mir nach diesem Workout gönnen werde. Fünf Minuten mit den Gewichten, dann zwei 10-minütige Intervallen auf Laufband und Trainingsbank ist es geschafft. Wir dehnen uns.

„You did great!“ sagt Stephen und verabschiedet mich und die Gruppe nach draußen. „Vergiss nicht, dich nachher zu dehnen, sonst gibt’s Schmerzen.“

Die habe ich jetzt schon, der Muskelkater setzt genau fünf Minuten nach Trainingsende ein, genau wie der Hunger. Ich soll 800 Kalorien in dieser Stunde verbrannt haben. Geschätzte 500 gönne ich mir bei einem Mittagessen gegenüber vom Studio. Die habe ich mir verdient.

Barrys Team verabschiedet mich mit einer Trainings-DVD und einem mp3-Player auf dem Barry ein einstündiges Workout zum Nachtrainieren aufgesprochen hat. Noch gibt es außer in Norwegen kein Studio in Europa. In Deutschland würden sie aber gerne eins eröffnen, sagen sie mir. Bis dahin soll ich die Zeit damit überbrücken.

„Barry’s Bootcamp“ macht süchtig, hat die Kardashian einmal getwittert. Als ich im Hotelzimmer ankrieche, fühle ich mich sehr gut, habe Lust, weiterzutrainieren. Sobald der Muskelkater weg ist. Eine Stunde später habe ich eine E-Mail von „Bootcamp“-Chef Barry: „Morgen 6.30 Uhr Ganzkörpertraining? You can do it!“ Ob ich das wirklich kann, muss ich mir noch überlegen. Jetzt erst einmal ein Nickerchen.

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