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Zooey Deschanel, Lea Michele und Co.
Weibliche Nerds gehen in Serie

Sie sind tollpatschig bis neurotisch, tragen seltsame Klamotten und sie sind bisweilen Einzelgänger. In den USA erobern weibliche Nerds das Fernsehen. Ihre Verschrobenheit macht die vermeintlichen Loserinnen besonders liebenswert.

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    Foto: 20th Century Fox

    Zooey Deschanel spielt die Lehrerin Jess in der Sitcom „New Girl“ (ab Oktober wieder auf ProSieben). Als sie ihren Freund beim Fremdgehen erwischt, zieht sie mit drei Männern zusammen. Jess stolpert gerne in das nächstbeste Fettnäpfchen. Trotzdem, oder gerade deshalb, lernen ihre Mitbewohner die tollpatschige Antiheldin schnell lieben



Jess singt die ganze Zeit, schräg und übertrieben. Manchmal führt sie wilde Tänze dazu auf, auch in der Öffentlichkeit. Sie spricht gerne in „Herr der Ringe“-Metaphern, trägt Hornbrille und Latzhosen – und sie wohnt neuerdings mit drei Männern zusammen.

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Zooey Deschanel (32) spielt die Hauptrolle der Jess in der Sitcom „New Girl“, die ab Oktober wieder auf ProSieben läuft. Sie ist eine der vielen weiblichen Nerds (im Englischen „fem nerds“ genannt), die in den USA das Fernsehen erobern. Mit ihrer Hornbrille, ihren braunen Kulleraugen und ihrer Pony-Frisur wirkt Jess wie eine Mischung aus Audrey Hepburn und Streberin, der es ganz gewollt bisweilen an Weiblichkeit und Sensibilität fehlt.

Die verschrobene Dauerpraktikantin Hannah hat in der HBO-Serie „Girls“ mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Ihre Witze sind häufig unpassend, sie ist bisweilen taktlos und rebelliert gegen Dinge, die von ihr erwartet werden. Die Sendung wird ab Oktober in Deutschland auf dem Bezahlsender Glitz* zu sehen sein und dreht sich um vier New-Yorkerinnen der Generation Praktikum.

Lena Dunham (26) spielt als Hannah nicht nur eine der Hauptrollen, sie schrieb auch das Drehbuch, führt Regie und produziert die Serie. Dabei hat sie keine Angst, sich bewusst unvorteilhaft zu inszenieren. Speckröllchen und Doppelkinn sind für Dunham kein Problem.

Trotzdem: Hässliche Entlein sind Antiheldinnen wie Hannah oder Tess nicht. Bei ihnen geht es nicht darum, irgendwann die Zahnspange abzulegen und sich in einen schönen Schwan zu verwandeln, wie wir es aus Serien wie „Ugly Betty“ oder bei Lisa Plenske in „Verliebt in Berlin“ kennen.

Die „Fem Nerds“ entwickeln sich auf andere Weise weiter. Die NBC-Sitcom „30 Rock“ , die in den USA schon seit sechs Jahren läuft und in Deutschland zurzeit bei ZDFneo gezeigt wird, dreht sich um eine fiktive Comedy-Sendung „The Girlie Show“ in New York. Auch Tina Fey (42), die die Hauptrolle spielt, entwickelte das Konzept der Sendung selbst. Ihre Liz Lemon, die Chefautorin der Comedy-Sendung, ist Mitte 30 und wurde früher in der Schule gemobbt. Sie ist stur, impulsiv und verkleidet sich gerne als Prinzessin Leia aus „Star Wars“. Liz Lemon bekommt kein optisches Make-over, aber sie lernt im Laufe der Staffeln im zwischenmenschlichen Bereich dazu – genauso wie ihre Kollegen lernen, ihr Wesen zu akzeptieren.

Auch Tess aus „New Girl“ haben ihre drei neuen Mitbewohner in kürzester Zeit ins Herz geschlossen – gerade wegen ihrer chaotischen, aber dennoch charmanten Art. Die Schrulligkeit und Unvollkommenheit der Hauptfiguren sind nicht nur das Prinzip der Serien, sie machen die vermeintlichen Loserinnen auch besonders liebenswert.

„Ich mag es sehr, dass Jess vollkommen sie selbst ist, auch wenn sie manchmal ungeschickt und ein Nerd ist“, sagte Zooey Deschanel über ihre Rolle im Interview mit dem Blog „The TV Chick“. Auch das haben die weiblichen Nerds in den Serien gemeinsam: Sie strahlen trotz ihrer vermeintlichen Marotten und Schwächen Stärke aus. Oder gerade deswegen!

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