Yousafzai, Jolie, Alamuddin: Mutige Frauen engagieren sich politisch

6 Frauen, die die Welt verbessern wollen
von Laura Pomer
Weiblich, mutig, schön

Politischer Protest trägt jetzt Rock und High Heels. Nicht nur auf dem Laufsteg von Chanel, wo Models den Catwalk mit feministischen Forderungen auf Transparenten stürmten, sondern überall auf der Welt kämpfen prominente Frauen für Menschenrechte und engagieren sich. So wie die pakistanische Schülerin Malala Yousafzai (17), die jetzt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. STYLEBOOK.de stellt fünf weitere Aktivistinnen vor.

  • Malala Yousafzai

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    Foto: getty images

    1. Malala Yousafzai

    So jung und schon so mutig. Die pakistanische Schülerin ist zur Galionsfigur für Gerechtigkeit, Toleranz, Gleichheit und Bildung für alle Menschen weltweit geworden. Dafür wird Malala Yousafzai jetzt mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Diesen teilt sie sich mit dem indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi (60)

1. MALALA YOUSAFZAI (17)
Woher man sie kennt:
Bildungsaktivistin Malala ist Friedensnobelpreisgewinnerin 2014. Die Schülerin ist weltweit bekannt, seit sie 2012 einen Mordanschlag der Taliban überlebte. Man schoss ihr in den Kopf, weil das pakistanische Mädchen seit 2009 in einem Blog für die BBC über ihr Leben unter dem Terrorregime der Islamisten berichtete.

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Wofür sie kämpft:
Malala kämpft für die Schwächsten der Gesellschaft: Kinder. Außerdem setzt sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen in islamischen Ländern ein. Am 12. Juli 2013, Malalas 16. Geburtstag und dem sogenannten Malala Day, hielt sie vor der UN-Generalversammlung ihre historische Rede: „Der Malala Day ist nicht nur mein Tag. Er ist ein Tag für jede Frau, jeden Jungen und jedes Mädchen, die ihre Stimme für ihre Rechte erhoben haben (...) Tausende Menschen sind von Terroristen getötet worden, Millionen verletzt. Die Extremisten hatten und haben Angst vor Büchern und Stiften. Die Macht von Bildung im Kampf gegen den Extremismus macht ihnen Angst (...) Ein Kind, ein Lehrer, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern.“ Mit dieser Rede überreichte sie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (70) eine Petition, die 3,5 Millionen Menschen unterschrieben hatten, um Bildung für alle zu fordern. Spätestens mit der Vergabe des Friedensnobelpreises 2014 geht der Kampf von Malala Yousafzai gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und für deren Recht auf Bildung in die Geschichte ein.

2. ANGELINA JOLIE (39)
Woher man sie kennt:
Sexbombe, Schauspielerin, Brad-Pitt-Gattin, Super-Mutter von sechs Kindern.

Wofür sie kämpft:
Die Schauspielerin war 2001 bei Dreharbeiten zu „Lara Croft: Tomb Raider“ in Kambodscha mit bitterer Armut konfrontiert worden. Seitdem mahnt sie als Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR für humanitäre Hilfe und reist regelmäßig unter Lebensgefahr in die Krisengebiete dieser Welt. In ihrem Regiedebüt, dem Drama „In the Land of Blood and Honey“ (2011), thematisiert Jolie den Bosnienkrieg, wofür sie von der Hauptstadt Sarajevo zur Ehrenbürgerin ernannt wurde. Für ihr Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. 2013 mit dem Jean Hersholt Humanitarian Award, dem sogenannten Ehren-Oscar der Filmindustrie und im Juni 2014, als die Queen sie für ihr Engagement als UN-Sonderbotschafterin gegen sexuelle Gewalt adelte.

3. AMAL ALAMUDDIN (36)
Woher man sie kennt:

Im September 2014 heiratete die gebürtige Libanesin Kino-Star George Clooney (53) in einem hollywoodreifen Medienspektakel in Venedig.

Wofür sie kämpft:
Alamuddin hat nicht nur Stil, sondern auch was im Köpfchen! Jura-Studium im britischen Oxford und der Master an der NYU School of Law in New York liegen hinter ihr; danach arbeitete sie am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und beriet unter anderem den früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan (76). Ihre Spezialgebiet: Menschenrechte. Seit 2010 arbeitet die gebürtige Libanesin als Rechtsanwältin in einer Londoner Kanzlei, vertrat politische Mandanten wie WikiLeaks-Gründer Julian Assange (43) und die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko (53). Assange nennt Alamuddin „eine Freundin und Anwältin, die keine Angst hat, gegen die Korruption der Macht zu kämpfen oder politische Fälle anzupacken“.

4. SAMAR BADAWI
Woher man sie kennt:

2012 verklagte die Visagistin aus der saudisch-arabischen Hafenstadt Djidda erfolgreich ihren Vater, der sie 15 Jahre misshandelt und bestohlen hatte. In einem Folgeprozess wurde Badawi allerdings wegen „Ungehorsams“ zu einer siebenmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Eine internationale Kampagne konnte ihre Freilassung durchsetzen.

Wofür sie kämpft:
Laut saudischem Recht muss jede Frau einen männlichen Vormund haben – egal ob Vater, Ehemann, Onkel oder gar Sohn. Frauen dürfen in ihrer Heimat weder allein reisen noch ausgehen, kein Konto eröffnen, nicht ohne Erlaubnis heiraten und nicht Auto fahren. In Badawis Augen ein unmöglicher Zustand. Sie verklagte die Regierung ihres Landes ohne Angst vor Konsequenzen. „Ich habe diesen Weg gewählt und ich kenne die Strafen“, so Badawi in der „Neuen Zürcher Zeitung“. Aber Badawis Mut macht Mut: „Women2drive“ heißt die kleine Revolution auf vier Rädern saudisch-arabischer Frauen, die sich demonstrativ ans Steuer setzen, um dem Fahrverbot zu trotzen.

5. EMMA WATSON (24)
Woher man sie kennt:
Mit elf Jahren wird Watson als die schlaue Hermine Granger, die beste Freundin von Zauberlehrling Harry Potter in den gleichnamigen Filmen, zum Weltstar. Mittlerweile hat sie sich mit stilsicheren Red-Carpet-Auftritten nicht nur zur Mode-Ikone gemausert, sondern ist längst vom Kinderstar zur ernstzunehmenden Schauspielerin aufgestiegen.

Wofür sie kämpft:
Seit Juni 2014 ist Watson als UN-Botschafterin politisch aktiv. Im September hielt sie eine Rede vor den Vereinten Nationen über die Gleichstellung von Mann und Frau. Ihr Kampf gegen den Sexismus ist mutig, denn als öffentliche Person wird sie nicht nur von vielen geliebt und in ihrem Engagement unterstützt, sondern genauso beneidet. Um Watsons Glaubwürdigkeit zu torpedieren drohten Hacker, Nacktbilder der Feministin zu veröffentlichen.

6. NADESCHDA TOLOKONNIKOWA (24)
Woher man sie kennt:
Seit ihrem „Punk-Gebet“ vor dem Alter der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar 2012 mit ihren Band-Kolleginnen Marija Aljochina (26) und Jekaterina Samuzewitsch (32), ist die Pussy-Riot-Sängerin zum Symbol des Widerstands gegen Russlands Präsident Putin geworden. Samuzewitsch kam mit einer Bewährungsstrafe davon, Tolokonnikowa und Aljochina hingegen büßten das „Rowdytums aus religiösem Hass“ mit knapp zweijährigen Haftstrafen.

Wofür sie kämpft:
Seit Jahren mischt die Philosophiestudentin in der radikalen Kunstszene mit. Bereits 2008 machte Tolokonnikowa von sich reden: Gerade 18 Jahre und hochschwanger demonstriert sie mit anderen Aktivisten mit Gruppensex gegen den von Putin ausgewählten neuen Präsidenten Dimitri Medwedjew (49). Mit Aktionen wie diesen, will Tolokonnikowa das System provozieren, bis es sich selbst entlarvt. Tolokonnikowa: „Die Wahrheit ist das Wichtigste für uns, mehr noch als die Freiheit.“ Dass ihre regierungskritische Haltung in ihrem Land immer wieder harte Konsequenzen nach sich ziehen kann, weiß sie. Doch Emigration sei für sie keine Alternative, sagte sie einmal. Sie provoziert lieber, immer perfekt gestylt, gegen Bevormundung, Gängelungen und biedere Moral.


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