Wirbel um Melissa McCarthys „Elle“-Cover

Foto: Thomas Whiteside for Elle

Melissa McCarthy auf der „Elle“
von Stephanie Neubert
Als Statement ungeeignet?

Die US-„Elle“ hat ein immer noch vorherrschendes Tabu gebrochen – und die Plus-Size-Schauspielerin Melissa McCarthy (43) auf dem Cover der November-Ausgabe gezeigt. Eigentlich ein gutes Statement gegen das Magerdiktat der Branche. Trotzdem sorgte es für Ärger...

  • „Elle“-Cover mit Reese Witherspoon

    1/6

    Foto: Thomas Whiteside for Elle

    Das ist der Prototyp einer Titelseite: Reese Witherspoon, neben Melissa McCarthy eine von sechs Cover-Girls der aktuellen „Elle“-Ausgabe, im knappen, schwarzen Minikleid und in sexy Pose

Zwar findet in der Modewelt gerade eine Wende statt, denn immer mehr Models jenseits der Kleidergröße 36 werden in Editorials gezeigt. Ganz aktuell zum Beispiel Robyn Lawley (24) für die australische „GQ“ oder Jenny Runk (24) in einer Bikini-Kampagne von H&M. Trotzdem: Auf den Titelseiten angesagter Fashion-Magazine sind Plus-Size-Stars immer noch eine Seltenheit.

Anzeige

Dieses unausgesprochene Gesetz hat die amerikanische „Elle“ jetzt gebrochen und präsentiert auf ihrer aktuellen Ausgabe die übergewichtige Schauspielerin Melissa McCarthy („Brautalarm“, „Hangover 3“).

Das Cover gehört zu einer Serie, die besondere Frauen in Hollywood ehren soll. Neben McCarthy zieren unter anderem auch ihre Kolleginnen Reese Witherspoon (37) und Penélope Cruz (39) ein Titelblatt der aktuellen „Elle“. Genau das sorgte allerdings für Ärger, denn während Reese und Co. gewohnt sexy gekleidet sind und verführerisch posieren, ist Melissa regelrecht vermummt. Eingehüllt in einen dunklen XXL-Mantel kann man ihre Figur kaum erkennen, geschweige denn Haut sehen. Und die extrem auftoupierten Haare verdecken halb ihr hübsches Gesicht.

Der Beginn einer kontroversen Debatte. Gerade beschwerte sich ein Therapeut im US-TV, dass dieses Cover eine falsche Message sendet: „Es kommt so rüber, als ob dick sein nur in Ordnung ist, solange man sich bedeckt hält und andere mit seinem Erscheinungsbild nicht belästigt.“ Auch auf Twitter hagelt es wütende Kommentare: „Was machen wir bloß mit Melissa McCarthy? Ach, lasst sie uns doch einfach mit dem größten Mantel bedecken, den wir finden können.“ Ging die gut gemeinte Botschaft der „Elle“ nach hinten los?

Schon 2011 musste die britische „Vogue“ wegen eines Titels mit Adele (25) viel Kritik einstecken. Damals wurde das Gesicht der drallen Sängerin so von ihren langen Haaren eingerahmt, dass es viel schlanker wirkte. Auch hier warf man dem Magazin vor, das eigentliche Statement zu verwässern.

Die Elle meldete sich übrigens schon zu Wort. „Wie bei allen unseren Shootings suchen die Stylisten die Outfits gemeinsam mit den Promis aus – und Melissa liebt diesen Look.“

Uns bestätigt das in dem ersten Eindruck, den das Cover bei uns hinterlassen hat. Melissa McCarthy kommt als genau die rüber, die sie ist: Eine Frau abseits der Hollywood-Normen, trotzdem genauso schön und stark wie ihre Kolleginnen. Und diese Message kann doch nie falsch sein!

Kommentare


Blogs