Neue Studie: Fröhliche Frauen haben weniger Chancen auf Chef-Posten

Studie bestätigt: Je fröhlicher, desto erfolgloser
von Christine Korte
Eisige Stimmung an der Spitze

Versteinerte Miene und arroganter Blick – oft lästern wir über grimmige Power-Frauen wie „Vogue“-Chefin Anna Wintour, Designerin Victoria Beckham oder Stylistin Rachel Zoe. Dabei haben diese Frauen tatsächlich nichts zu lachen. Eine neue Studie hat jetzt herausgefunden: Je fröhlicher sich eine Frau im Job gibt, desto weniger Chancen hat sie auf einen Chef-Posten.

  • Stella McCartney

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    Foto: Getty Images

    Die Eis-Königinnen

    Stella McCartney (41) hat es geschafft, sich trotz ihres berühmten Vaters, Beatle Paul McCartney (70), einen eigenen Namen als Designerin zu machen. Sie gilt als zielstrebig und perfekt organisiert. Ist die eisige Miene, die sie auflegt, sobald Fotografen in der Nähe sind, der Preis für ihren Erfolg?

Hart verhandeln, ein starkes Netzwerk aufbauen und klare Karriere-Ziele formulieren – das sind die einschlägigen Tipps, die Frauen auf dem Weg in die Chef-Etage mitgegeben werden. Aber aufhören zu lächeln? Diesen Ratschlag hat wohl selten eine Frau bekommen. Doch laut einer neuen Studie der Technischen Universität in München wäre genau das wichtig, um an die Spitze zu kommen.

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Die Miesepeter-Miene vieler berühmter Power-Frauen, denen wir gerne Mal den Stempel der Arroganz aufdrücken, scheint jedenfalls ein Mittel zum Erfolg zu sein. Warum, erklärt Isabell Welpe, Leiterin des Münchener Forschungsprojektes: „Vor allem fröhlich wirkenden Frauen wird wenig Führungswille zugetraut.“

Der Grund: Wir denken leider immer noch in Geschlechterklischees. Untersuchungen, die Welpe mit ihrem Forscher-Team durchführte, ergaben: Frauen, die sich eher den männlichen Stereotypen anpassten, also emotionslos handelten und stolz auf ihre Leistungen hinwiesen, wurde eine höhere Führungs-Kompetenz zugesprochen als anderen.

„Führungskräfte sollen durchsetzungsstark, dominant und hart sein. Und Frauen gelten eben als ausgleichend, freundlich und sozial“, erklärt Wirtschaftswissenschaftlerin Welpe die Einschätzung der Testpersonen.

Jetzt wollen die Forscher mit strukturellen Änderungen in großen Unternehmen diesem stereotypen Denken entgegenwirken: Eine neutrale Kontrollinstanz soll in Zukunft etwa darauf achten, dass nicht Geschlechterklischees, sondern Kompetenz und Wissen bei der Auswahl eines Führungskandidaten im Vordergrund stehen.

Die gut gelaunte STYLEBOOK-Redaktion unterstützt diese Entwicklung natürlich. Vielleicht sehen wir ja dann auch Anna Wintour, Victoria Beckham und Rachel Zoe mal öfter lachen.

Bis dahin: die eisigsten und erfolgreichsten Promi-Damen in der Bildergalerie.


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