STYLEBOOK trifft Regisseurin von „The Bling Ring“
von Julia Wagner
5 Gründe, warum wir Sofia Coppola lieben

Die Kult-Regisseurin ist eigentlich bekannt für ihren guten Stil. Jetzt hat sie ihr Faible für Kitsch entdeckt. Zumindest in ihrem neuen Film „The Bling Ring“ (Filmstart: 15. August). Hier erzählt sie von einer Teenie-Clique, die in die Villen von Hollywoodstars wie Paris Hilton einbricht und Luxusgüter klaut. STYLEBOOK traf Sofia Coppola (42) in Berlin. Das Ergebnis: eine Liebeserklärung an die Filmemacherin.

Berlin, Hotel Stue im Tiergarten. Sofia Coppola bittet anlässlich ihres neuen Films zum Interview. Sie trägt ein schlichtes, dunkelblaues Kleid und flache Sandalen. Man kann sich die Regisseurin in diesem Moment kaum vorstellen am Set von „The Bling Ring“, zwischen High Heels von Louboutin, rosa Glitzer-Telefonen und Fake-Stühlen im Stil Ludwigs XIV. Doch der Film steht in seiner Ästhetik ihren früheren Streifen wie „The Virgin Suicides“ (1999) oder „Lost in Translation“ (2003) in nichts nach. Aber gut, eine Frau, die selbst Paris Hilton cool aussehen lässt, ist eben selbst verdammt cool. Warum, das lesen Sie hier:

1. Sie ist eine Stilikone
Ehrlich, haben Sie schon mal ein Foto von Sofia Coppola gesehen, auf dem sie schlecht angezogen ist? Eben. Die Regisseurin liebt es klassisch mit Herrenhemden, Jeans und Kleidern, die immer ein bisschen casual aussehen – sogar bei Abendveranstaltungen. Tiefe Dekolletés, kurze Röcke oder enge Schnitte werden Sie bei der 42-Jährigen nie sehen. Hat sie auch gar nicht nötig. Designer Marc Jacobs, mit dem sie gut befreundet ist, sagt über sie: „Ich bewundere nicht so sehr Frauen, die sich einfach nur gut anziehen. Ich mag eher solche wie Sofia. Frauen, die etwas Interessantes zu erzählen haben, bei denen ich Energie und Präsenz spüre.“ 

  • Sofia Coppola

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    Foto: Tobis Film

    „The Bling Ring“ ist Sofias fünfte Regiearbeit. Die Idee zu dem Drehbuch hatte sie, als sie den „Vanity Fair“-Artikel „The Suspects Wore Louboutins“ (dt. „Die Verdächtigen trugen Louboutins“) der Journalistin Nancy Jo Sales las

2. Sie ist keine klassische Schönheit
Sofia hat eigentlich eine zu breite Nase, recht große Zähne, ein etwas schiefes Lächeln und eine Frisur, die „die Allure einer Erdkundelehrerin hat“ – wie eine Zeitschrift mal über sie schrieb. Doch all das zusammen ergibt eine attraktive Mischung. Wer Sofia schon mal persönlich getroffen hat, weiß um den Zauber dieser Frau. Blonde Model-Schönheiten wirken neben der zierlichen, 1,65 Meter großen Sofia tatsächlich sehr schnell sehr, sehr langweilig.

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3. Sie war schon im Bett von Paris Hilton
Die Hotel-Erbin hat nicht nur eine klitzekleine Rolle in Sofias neuem Film „The Bling Ring“, sondern stellte ihre Villa als Originalschauplatz für die Dreharbeiten zur Verfügung. Sofia zu STYLEBOOK über ihren ersten Besuch in dem Haus: „Uns blieb der Atem weg. Darin sieht es aus wie in einem Candy-Shop.“ Egal ob rosafarbene oder mit Glitzersteinen verzierte Telefone, Polster mit Hilton-Konterfei oder ein eigener Nachtclub – kein Bühnenbildner hätte sich wohl so ein Set ausdenken können. Und, Hand aufs Herz, wir würden auch einiges geben, um uns mal in dem Haus des blonden It-Girls umzusehen. Was wir auch gut finden: Sofia Coppola würde niemals über Hilton herziehen, auch wenn sie zugibt, dass Hiltons Style „nicht ihre Vorstellung von Ästhetik ist“.

4. Sie würde eine hervorragende Designerin abgeben
Als Teenager hat Sofia mal ein Praktikum bei Karl Lagerfeld in Paris absolviert. Designerin ist sie aber nicht geworden. STYLEBOOK verrät sie: „Ich habe Mode nicht wirklich studiert und bin auch mehr an visueller Kunst interessiert. Trotzdem bringe ich mich bei den Kostümbildnern meiner Filme ein.“ Dass sie in Sachen Fashion aber einen guten Job macht, bewies sie etwa mit der „Coppola“-Bag, die sie für Louis Vuitton designte. Auf die sparen wir übrigens immer noch.

5. Sie ist kein oberflächlicher Hollywoodstar
In ihrem neuen Film erzählt sie über die heutige Trash-Kultur, die Prominente wie Hilton hervorbringt und in der es nur noch darum geht, berühmt zu sein. Die Mutter zweier Töchter (Romy, 6 und Cosima, 3) fällt allerdings durch ihre Arbeit auf. Private Skandale? Fehlanzeige. Die Zeiten, als sie in Madonnas Videos („Deeper and Deeper“) mitspielte und Kurt Cobain und Courtney Love zu ihrer Geburtstagsparty auftauchten, sind lange vorbei. Nur in dem Film „Lost in Translation“ verarbeitete sie das private Scheitern ihrer Ehe mit Regie-Kollege Spike Jonze (43), was ihr dieser bis heute übel nimmt. Künstler wie Sofia, die nur ihre Arbeit für sich sprechen lassen, sind in dem nach Aufmerksamkeit heischenden Hollywood aber heute selten geworden. Und dafür lieben wir sie noch mehr. 

Sehen Sie das ganze Interview mit Sofia Coppola im Video!

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