Simone Thomalla designt eigene Schmuck- und Lederkollektion

Foto: PR

Eigene Kollektion von Simone Thomalla
von Julia Wagner
Frau Kommissar ermittelt jetzt im Fashion-Business

Simone Thomalla (49) kannte man bisher als erfolgreiche Schauspielerin („Tatort Leipzig“, „Frühling“). Jetzt startet sie auch als Designerin mit einer eigenen Accessoire-Kollektion und dazugehöhrigem Online-Shop durch.

Als „Tatort“-Kommissarin musste Schauspielerin Simone Thomalla erst kürzlich den Dienst quittieren. Dafür hat sie jetzt einen neuen Job angetreten – und zwar als Designerin einer eigenen Leder- und Accessoire Kollektion.

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Der Name des Labels ist gleichzeitig der Spitzname der Schauspielerin: Mone Thomalla. Papa Alfred (80), ein Filmarchitekt, half beim Entwerfen. Alles andere erledigte die Schauspielerin selbst, vertreibt die Teile wie eine Wende-Clutch, Gürtel oder Armbänder sogar in ihrem eigenen Web-Shop, der ab Donnerstag online ist. STYLEBOOK verriet sie, wie es zu ihrem neuen Job kam und warum das perfekte Accessoire länger als eine Saison halten muss.

STYLEBOOK: Welche Kriterien muss die perfekte Handtasche für Sie erfüllen?
Simone Thomalla: Sie sollte aus wirklich gutem Leder und gut verarbeitet sein! Und sie sollte keine Eintagsfliege, sondern über Jahre ein guter Begleiter sein. Es kommt auch darauf an, was Frau transportieren will und muss. Wir neigen ja oft dazu, einen halben Hausstand mit uns herum zu tragen und zaubern für fast jeden Notfall ein geeignetes Utensil aus den Untiefen unserer Taschen. Deshalb ist meine Clutch auch größer als andere. Mir war es wichtig, dass diese Tasche sowohl tages- als auch abendtauglich ist und Tablet, Handy, Geldbörse und noch vieles mehr hinein passt!

Wie viele Handtaschen haben Sie privat im Schrank?
Da bin ich wirklich überfragt, aber es sind nicht wenige! Viele habe ich schon über Jahre und entdecke sie immer wieder neu für mich, wenn sie eine Weile in der hintersten Schrankecke lagen. Grundsätzlich habe ich aber auch zu mageren finanziellen Zeiten lieber auf eine gute Tasche gespart, als mir eine zu kaufen, die höchstens eine Saison hält.

Welche Accessoires sollte jede Frau im Schrank haben und warum?
Schwarze und braune High Heels, ein bis zwei Tücher und eine Kopfbedeckung für den Bad Hair Day –  und falls es mal schnell gehen muss! Wer da auf Qualität setzt und klassische Teile wählt, ist schon mal ganz weit vorn. Diese Basics kann man wunderbar mit Modeschmuck aufpeppen. Ich lasse zum Beispiel meinen Schmuck aus Edelsteinen fertigen und kombiniere die Armbänder mit meinen echten Gold- und Silberschätzen. Mein Glamourbelt – sozusagen die Fussfessel für die moderne Frau – verwandelt jeden schlichten Schuh in etwas Besonderes. Und mit meinen goldenen oder silbernen Gürteln und den verschiedenfarbigen Handtaschen gebe ich jeder Jeans einen neuen Look.

Wenn Sie wählen müssten, setzen Sie dann lieber auf ein teures Designer-Teil oder lieber auf ein edles Accessoire?
Schwer zu sagen. Wenn ich shoppen gehe, verliebe ich mich spontan und kann leider oft nicht widerstehen. Da spielt es dann keine Rolle, ob das ein Designerteil ist, ein teures Accessoire oder eines aus dem Kaufhaus.

Wo holen Sie sich privat Ihre Fashion-Inspirationen?
Wie wohl fast jede Frau lese ich Mode-Magazine und ab und an mal Blogs. Ganz viel Inspiration kommt auch aus meiner eigenen Freude am Kombinieren. Dabei ist es mir nicht so wichtig, immer den aktuellen Trends zu folgen. So werden jetzt ja die Schuhe wieder spitzer und flacher – ich trage aber gerne immer noch Plateaus und mag da nur langsam folgen.

Und was hat Sie inspiriert, diese Kollektion zu fertigen?
Die Lederwaren und den Schmuck, den ich verkaufe, habe ich genau so nirgendwo gefunden  aber tatsächlich danach gesucht! Und so ist auch die Idee zu meiner Kollektion entstanden: Warum eigentlich nicht selber entwerfen und fertigen lassen?

Wird auch irgendwann eine Kleiderkollektion folgen?
Jetzt denke ich erst einmal über Winter/Frühjahr 2015 nach und bleibe bei Accessoires. Aber wer weiß. Ich habe schöne neue Ideen und wenn die Mädels da draußen sie mögen, geht es weiter!

Warum musste es zu der ersten eigenen Accessoire-Kollektion gleich ein eigener Online-Shop sein? Gehen Sie jetzt unter die Geschäftsfrauen?
Ich wollte mich vor keine bestehende Marke spannen lassen, auch wenn dieser Weg vielleicht der leichtere gewesen wäre. So bin ich komplett frei in meinen Designvorgaben und kann genau das umsetzen, was als Idee in meinem Kopf entsteht. Natürlich muss man bei diesem Weg erst einmal eigenes Geld in die Hand nehmen und geht ein Risiko ein, aber das mache ich sehr gerne und freue mich nun auf den Start. Der Onlinehandel ist zudem das moderne Bummeln. Auch ich bestelle viel und gerne online, schon allein aus Zeitmangel, und ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht.

Hat Ihre Erfahrung als Schauspielerin Ihnen als Designerin geholfen? Oder mussten Sie bei Null anfangen?
Als modebewusste und -begeisterte Frau fängt man ja grundsätzlich nicht bei Null an. Aber als Schauspielerin fängt man bei jedem Film bei Null an und muss sich jedem Projekt wieder neu annähern und wartet oft viele Monate, manchmal sogar Jahre, bis man seinen fertigen Film dann anschauen kann. Man sieht sich und denkt, dass man rückblickend das eine oder andere vielleicht doch anderes gemacht hätte, es aber nun mal nicht mehr ändern kann. Außerdem ist man als Schauspieler kein Einzelkämpfer, sondern immer Teil eines Teams und für das Endprodukt ist man nie alleine verantwortlich. Wenn man Glück hat, ist man am Ende zufrieden. Als Designerin kann ich aber so lange an einem Prototypen herum tüfteln, bis er bis ins kleinste Detail meinen Vorstellungen entspricht. Dann trägt man das Teil sozusagen als Testperson, entdeckt noch den einen oder anderen Mangel und kann nachbessern. Und am Ende der Entwicklung ist da ein Produkt, dass ganz genau so ist, wie ich es tragen möchte.

Soll das Entwerfen von Accessoires eine zweite Karriere für Sie werden?
Ehrlich gesagt, habe ich die Teile in erster Linie für mich gemacht. Wenn auch andere Frauen meine Kreationen mögen, freue ich mich riesig, aber als zweites Standbein will ich es deshalb nicht bezeichnen. Am 5. Juni schalten wir den Shop frei und dann schaue ich ganz entspannt, was passiert. Für mich ist das Designen ein weiterer künstlerischer Prozess und jetzt über die Monate der Entstehung zu einer zweiten Leidenschaft geworden. Ein zweites Standbein impliziert, sein Geld auch damit verdienen zu wollen. Wenn das passiert ist das großartig aber der Schauspielerei gehört meine Seele und das wird auch so bleiben!




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