Schauspielerin Sandra Hüller: Ist sie der neue Fernseh-Star?

Foto: ddp images

Die herbe Verführerin aus „Polizeiruf 110“
von Alexandra Kusserow
Sandra Hüller ist Deutschlands neuer TV-Star

Mit ihrer Rolle als Knast-Psychologin im „Polizeiruf 110“ hat es Sandra Hüller (36) mit ihrem Fernseh-Debüt geschafft, sogar Filmpartner und Kommissar-Liebling Matthias Brandt (52) an die Wand zu spielen. Wer ist die Berliner Schauspielerin, die Deutschland jetzt im Sturm erobert? STYLEBOOK stellt den neuen TV-Star Deutschlands vor.

Am Sonntag lief der erste ARD-Krimi nach der Sommerpause im TV: „Polizeiruf 110 – Morgengrauen“, der dem Zuschauer einen brisanten Mix aus Liebe und Mord bot – und noch immer reden alle über die umwerfende Hauptdarstellerin Sandra Hüller. STYLEBOOK erklärt, warum die Theater-Schauspielerin das Zeug zum neuen deutschen TV-Star hat:

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Ihre Rolle im „Polizeiruf 110“
Verhärmte Mimik, verführerischer Blick, coole Sprüche gepaart mit zaghafter Unsicherheit, mädchenhaft im mittleren Alter, aber manipulativ: Hüller spielt ihre Rolle als Justizbeamtin Karen Wagner, die eine Affäre mit Kommissar Hanns von Meuffels beginnt, faszinierend vieldeutig. So facettenreich und authentisch, dass der Zuschauer sich wie Gespiele von Meuffels fragt, ob Wagner noch JVA-Psychologin oder selbst Psychopathin ist. Kein Wunder, dass acht Millionen Zuschauer das sehen wollten. Kritiken lassen weiterhin auf gute Quoten hoffen.

Sie brilliert als Charakter-Schauspielerin
„Ich mag gerne spüren, auch Extreme, was oft gefährlich ist, da ist das Schauspiel ein geschützter Raum“, verriet Hüller vor wenigen Tagen der Stuttgarter Zeitung. So erklärt sich ihr Faible für Grenzgänger-Rollen, die sie am Theater wie auf der Leinwand stets verkörpert. Kritiker sind längst von der ungeschminkten Berlinerin mit den herben Gesichtszügen angetan: Für ihr Schauspiel als Exorzismus-Opfer nach der wahren Geschichte der Studentin Anneliese Michel in „Requiem“ (2005), erhielt Hüller bereits im selben Jahr den Bayerischen Filmpreis sowie 2006 den Silbernen Bären und den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin. Zuletzt heimste sie in diesem Jahr den Deutschen Filmpreis als beste Nebendarstellerin im Film „Finsterworld“ (2014) ein.

Für ihre Rollen gibt sie alles
Sandra Hüller ist zuletzt Ensemblemitglied bei den Münchener Kammerspielen gewesen und wechselt jetzt für wenige Wochen an die Ruhrtriennale. Ihr Gesicht ist für TV-Zuschauer also noch neu, denn auf den Brettern ist sie viel häufiger zu sehen als im Kino oder im Fernsehen. Der Grund: Filme zu machen, empfindet Hüller als anstrengend. „Das Buch, der Regisseur und alles andere müssen schon besonders gut passen, damit ich einen Filmdreh zusage“, verriet Hüller jüngst der Neuen OZ. Die Arbeitszeiten seien extremer und sie müsse den Wohnort zumindest zeitweise wechseln. Wie belastend das Filmen sein kann, erfuhr Hüller bereits am eigenen Leib wegen der Rolle, die ihr den Durchbruch bescherte. Nach „Requiem“ musste sich die Schauspielerin 2005 eine einjährige Auszeit wegen Erschöpfung nehmen; zog zurück aufs Land zu ihrer Mutter nach Thüringen. Heute hat sie allerdings noch weitere Beweggründe, die sie vor Ort in Berlin verlangen: einen Freund und ihre kleine Tochter (4), die neben der Schauspielerei das Wichtigste in ihrem Leben sind.

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