Liv Tyler (36) veröffentlicht Promi-Knigge
von Alexandra Kusserow
Gutes Benehmen kommt nie aus der Mode!

Benimm-Regeln pauken ist langweilig. Wenn aber Liv Tyler darüber schreibt, macht selbst angestaubte Etikette Spaß! Von Körpersprache über Händeschütteln bis Social Media: Im Buch „Modern Manners“ bringt die Schauspielerin ihren Lesern das Einmaleins guten Benehmens bei.

  • Liv Tyler und Dorothea Johnson

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    Foto: ddp images

    Liv Tyler und Dorothea Johnson

    Liv Tyler hat ihre guten Manieren von der Großmutter gelernt: Etiquette-Guru Dorothea Johnson, die sogar eine Benimm-Schule gründete. Oma und Enkelin zelebrierten den Buch-Launch gemeinsam mit geladenen Gästen in New York

Schauspielerin Liv Tyler meldet sie sich mit einer neuen Rolle zurück: als Co-Autorin des Buches „Modern Manners“, das sie zusammen mit ihrer Großmutter Dorothea Johnson (83) verfasst hat. Die Grande Dame ist nicht nur die Schwiegermutter von Aerosmith-Sänger Steven Tyler, sondern auch Gründerin der „Protocol School of Washington“, einer professionellen Benimm-Schule. Für ihre Leistungen auf diesem Gebiet wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Auch Klein-Liv lernte von ihr das Einmaleins der Etikette:

„Schon als ich sechs Jahre alt war, machten mir Menschen Komplimente für meinen festen Händedruck, wenn ich sie begrüßte“, so Liv.

„Meine Großmutter hat mir das natürlich beigebracht: Daumen nach oben, die restlichen Finger beisammen halten“, erklärt Tyler und fügt hinzu: „Dabei nicht nur die Hand entgegenstrecken, sondern auch den Körper leicht nach vorne lehnen. Die flachen Finger dann so in die Hand des Gegenübers gleiten lassen, dass sie Halt in dessen Handfläche finden. Die Daumen treffen sich im Idealfall an den Schwimmhäuten. Die Hand zweimal sanft aus dem Ellenbogen heraus schütteln – perfekt!“

Im Buch „Modern Manners“ geben Liv und Großmutter Dorothea Tipps für gutes Benehmen im Büro, im Web und in öffentlichen Lokalitäten. Außerdem beschreiben sie persönliche Situationen, zum Beispiel, wie sie sich verhalten haben, wenn Ihnen der Name ihres Gegenübers entfallen ist. Charmant!


  • Das Buchcover: Modern Manners

    Foto: Crown Publishing Group

    Das Buch

    Das Cover des neuen It-Knigges: Dorothea Johnson und ihre berrühmte Enkelin Liv Tyler geben im Etikette-Guide „Modern Manners“ Tipps, die Leser laut Untertitel (engl.: „Tools to Take You to the Top“) „an die Spitze“ der Gesellschaft bringen

Liv Tyler und ihre Oma möbeln das angestaubte Image des Knigge auf und verpassen ihm zusätzlich eine große Portion Persönlichkeit. Die wichtigsten neuen und alten Regeln des Autoren-Duos:

1. Augenkontakt

Liv meint: „Augenkontakt zeigt Präsenz und ist die geheime Waffe von erfolgreichen Politikern und Schauspielern. Als Teenager war ich bis über beide Ohren in Johnny Depp verliebt. Als ich ihn damals traf, schaffte er es mit fokussiertem Augenkontakt, dass ich mich wie der wichtigste Mensch auf diesem Planeten fühlte.“ Probieren Sie dies in Ihrem nächsten Business-Meeting mal aus! Tipp: Ein Nicken vermittelt dem Gesprächspartner, dass Sie seinen Ausführungen folgen. Bloß nicht: Starren oder den Blick durch den Raum wandern lassen – das suggeriert Langeweile. Und ein gen Schulter gekippter Kopf gehört bestenfalls in eine Flirt-Situation!

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2. Körpersprache
Wichtig: Eine gerade, entspannte Haltung. Tipp: Haben Sie dabei stets die rechte Hand frei für einen Händedruck und halten Sie einen Mindestabstand von circa 45 Zentimetern zu Ihrem Gegenüber. Bloß nicht: Die Hand in der Hüfte vermittelt Skepsis und eine defensive Position. Verschränkte Arme signalisieren Widerstand. Im Schoß gefaltete Hände lassen Sie schüchtern und unsicher wirken. Hände in den Taschen lassen vermuten, dass Sie etwas zu verstecken haben. Ebenso sollten Sie Berührungen Ihres Gesichts oder der Haare vermeiden  – das machen Menschen nur in Stress-Situationen oder wenn Sie aufgeregt sind. Liv erinnert sich: „Bis heute denke ich in jedem Business-Meeting an die Worte meiner Großmutter: Gestikuliere nicht zu viel und achte auf Deine Körperhaltung.“

3. Smalltalk
Diesen zu beherrschen, ist eine Kunst. Zwei unbedingte Regeln: 1. Aufmerksam zuhören. 2. Fragen stellen. Auf Partys ist ein guter Einstieg zum Beispiel immer die Frage, woher man den Gastgeber kennt. Tipp: Wollen Sie ein Gespräch beenden, leiten Sie Ihren Abgang positiv mit „Es hat mich gefreut, mit Ihnen zu sprechen“ ein. Bitten Sie eine andere Person zur Runde und stellen Sie alle einander vor, bevor Sie sich bedanken und gehen. Oder schlagen Sie vor, sich gemeinsam anderen Gästen vorzustellen. Bloß nicht: Gesprächsthemen im Bereich von Politik, Rasse und Religion oder Sätze wie „Kein Problem“, wenn man sich bei Ihnen bedankt, sind tabu. Besser: „Gern geschehen“ oder mit „Es ist mir ein Vergnügen“ antworten.

4.Wie stellen Sie Personen einander vor?
Körpersprache (2.) und Augenkontakt (1.) sind die Basis. Bloß nicht: Namenswiederholungen wie „Kollege Meier, das ist Kollege Mustermann. Kollege Mustermann, Kollege Meier.“ Oder der Fingerzeig auf betreffende Personen. Sie haben den Namen eines Kollegen vergessen oder wissen nicht, wie er ausgesprochen wird? Sowas ist selbst Etiquetten-Expertin Dorothea Johnson bereits passiert: „Bei einer formellen Veranstaltung wollte ich mal meinen Mann vorstellen – und mir wollte sein Vorname in diesem Moment absolut nicht einfallen!“ Tipp: Liv rät: „Geben Sie ehrlich zu, dass Ihnen der Name des Gegenübers gerade entfallen ist.“ Ebenso wie auf Ihre freundliche Nachfrage, wie der Name korrekt ausgesprochen wird, wird Ihr Gesprächspartner wohlgesonnen reagieren. Tipp im Job: Stellen Sie Personen, die einander hierarchisch unterstellt sind, nicht nur mit Namen und Berufsbezeichnung vor. Versuchen Sie stattdessen ein Gespräch zu entfachen, beispielsweise mit: „Das ist Frau Mustermann. Sie jongliert mit Excel-Tabellen genauso vortrefflich wie Sie, Herr Meier.“

5. Events
Bei privaten Einladungen empfehlen Liv und Dorothea, immer ein Gastgeschenk dabei zu haben (etwa Blumen oder Wein) – und Hilfe bei letzten Vorbereitungen anzubieten. Tipp: „Blumen bringen Sie am Besten in einer Vase oder im Topf mit. Vase suchen und Blumen arrangieren, kann den Gastgeber in eine Stress-Situation bringen“, verrät Dorothea. Bedanken Sie sich spätestens beim Verlassen der Veranstaltung beim Gastgeber und verabschieden Sie sich immer von den anderen Gästen. Nach formellen Veranstaltungen sollten Sie dem Gastgeber innerhalb von 24 Stunden eine schriftliche Danksagung, beispielsweise via Email, zukommen lassen. Bloß nicht: Buffet oder Bar besetzen, bevor Sie sich Anwesenden vorgestellt haben. Nur an einem Platz stehen oder sitzen ist genauso unangebracht wie zu früh oder mit 15 Minuten Verspätung und mehr zu erscheinen. Jedoch: Bittet der Gastgeber „ab 19 Uhr“ zur Party und hat kein Ende angegeben, kann man auch um zwei Uhr morgens noch ohne schlechtes Gewissen aufschlagen.

6. Handy, Internet und Social Media
Das 21. Jahrhundert hat uns neue Technologien beschert und leider oft auch schlechte Manieren. Dabei gibt es dafür neu definierte Verhaltensregeln. Beispielsweise für den Umgang mit dem Mobiltelefon in öffentlichen Räumen. Liv und Dorothea raten, das Handy in der Öffentlichkeit immer lautlos zu schalten. Falls Sie einen wichtigen Anruf entgegen nehmen müssen meint Liv: „Entschuldigen Sie sich, verlassen Sie die Runde und kehren Sie schnellstmöglich wieder zurück, sollten Sie sich in Gesellschaft befinden.“ Tipp: Falls Sie eine digitale Nachricht versehentlich einem falschen Empfänger schicken, sollten Sie sich bei diesem dafür entschuldigen. Emails sollten immer mit Grußwort und Ihrem Vor- wie Zunamen versendet werden. Bloß nicht: Falsche Rechtschreibung, fehlende Interpunktion und Formatierung haben auch in Emails nichts zu suchen! Ebenfalls vermeiden: Wörter komplett in Großbuchstaben; sie wirken in Email, Tweet oder Short-Message als würden Sie schreien. Tipp im Job: „Vergessen Sie nicht, dass Arbeitgeber digital zurückverfolgen können, was Sie an Ihrem Computer tun“, erinnert Dorothea. An Ihrem Arbeitsplatz privat im Netz surfen oder Emails versenden ist ein absolutes Tabu!

Weitere Verhaltensregeln lesen Sie im Buch „Modern Manners – Tools to Take You to the Top“, das bei Potter Style erschienen ist und für ca. 15 Euro erhältlich ist.




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