„Porn for Women“ - Instagram-Seite für Frauen

Foto: Instagram / pornforwomen

Neuer Web-Trend „Porn for Women“
von Laura Pomer
Was verstehen Frauen unter Erotik?

Männer stehen auf Pornos – soweit nichts Neues. Doch Frauen geht es genauso, weiß Sarah Gidick (31). Ihre Instagram-Seite „Porn for Women“ (deutsch: Porno für Frauen) zählt inzwischen mehr als 86.000 Follower. Allerdings gibt es hier keine Sex-Fotos zu sehen.

  • Ryan Gosling

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    Foto: Universal Film

    Weder nackt noch anrüchig inszeniert: Ryan Gosling im Film „Drive“ (2011). Trotzdem landete er auf dem Instagram-Account #pornforwomen. Der Betreiberin geht es um Kerle, die „cool, bodenständig und natürlich verdammt gutaussehend sind“ – auch in Klamotten!

Wikipedia definiert Pornografie als „die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualakts mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen“. Nahaufnahmen männlicher und weiblicher Geschlechtsmerkmale in Aktion sprechen aber vor allem Männer an. Frauen bevorzugen hingegen subtilere Reize – so das Klischee. Das daran einiges dran ist, will jetzt die US-Amerikanerin Sarah Gidick beweisen.

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Seit Januar 2013 lädt Gidick auf ihrem Instagram-Account Fotos von heißen Männern hoch. Einige davon sind berühmte Schauspieler wie Ryan Gosling (33) oder Brad Pitt (50), andere unbekannte Jungs. Aber, keiner von ihnen ist in einer offensichtlich erotischen Pose zu sehen. Trotzdem nennt sie ihre Seite #pornforwomen. Denn: Dieses „Oh mein Gott-Gefühl“ gebe es auch ohne Hardcore-Szenen.

„Es ist das Gesamtpaket, das Frauen den Kopf verdreht“, erzählt sie im Interview mit „The Daily Beast“. Deshalb postet Gidick Bilder von Jungs, die nicht bloß Männlichkeit, sondern auch Sympathie und etwas Liebenswertes verkörpern: Romantische Filmszenen etwa, die das Kopfkino starten, ein Gentleman im Smoking oder Männer mit einem verführerischen Gesichtsausdruck. Diese Eindrücke sollen Gidicks Follower glücklich machen und ihre Fantasie beflügeln.

Und das tun sie offenbar. Immerhin verfolgen mehr als 86.000 Fans regelmäßig die Posts auf #pornforwomen. Bestätigung genug für Gidick, ihr Instagram-Projekt in ein Web-Netzwerk umzuwandeln. Vor einer Woche ging „The P.F.W.“ („The Porn For Women“) online, auf dem Mode- und Frauenthemen diskutiert und selbstverständlich tolle Typen vorgestellt werden. Die will die Unternehmerin künftig selbst casten und in Fotoshootings inszenieren, weiß „The Daily Beast“.

Trotz allem geht es Gidick nicht darum, den harschen Begriff „Porno“ neu zu definieren, auch wenn sie findet, dass daran noch immer eine frauenverachtende Note haftet. Besser, so Giddick, wäre es das Wort zu entschärfen, indem man es aus der Schmuddel-Ecke holt und in erotischen Zusammenhängen verwendet – so wie Frauen es eben gerne tun.

Ich glaube, es gibt Frauen ein Gefühl von Gleichberechtigung, in dieser Weise über Männer zu sprechen“, so Sarah Giddick über ihr Projekt „Porn for Women“.




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