„La vie d’Adèle“ gewinnt in Cannes 2013
Goldene Palme für Film über lesbische Liebe

Es ist auch ein politischer Sieg: Der französische Regisseur Abdellatif Kechiche (52) ist beim Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. Sein Film „La vie d’Adèle“ erzählt die bewegende Liebesgeschichte zweier Frauen.

  • Lea Seydoux, Abdellatif Kechiche und Adele Exarchopoulos

    Foto: Getty Images

    Strahlende Gewinner in Cannes: Abdellatif Kechiche und seine beiden Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux (li.) und Adèle Exarchopoulos.

Es ist ein erotisches, sehr intimes Portrait einer lesbischen Beziehung, was Abdellatif Kechiche da geschaffen hat. Der französische Regisseur mit tunesischen Wurzeln erhielt für sein Drama „La vie d’Adèle“ am Sonntag in Cannes die Goldene Palme für den „Besten Film“. Der Preis ging allerdings nicht nur an den Regisseur: Erstmals in der Geschichte der Filmfestspiele wurden auch die Schauspieler mit dieser höchsten Ehrung ausgezeichnet. Für die beiden Hauptdarstellerinnen Adèle Exarchopoulos (19) und Léa Seydoux (27) gab es vom Cannes-Publikum Standing Ovations.

Anzeige

Regisseur Abdellatif Kechiche sagte bei der Verleihung der Goldenen Palme, er wolle den Preis der „wunderbaren Jugend Frankreichs widmen, die ihm viel über den Geist der Freiheit beigebracht habe“. Dass die Auszeichnung aber genau an dem Tag verliehen wurde, an dem in der französischen Hauptstadt Paris Tausende auf die Straße gingen, um gegen die Homo-Ehe zu demonstrieren, wirkt fast wie Ironie.

Drei Stunden dauert der Film, der die 15-jährige Schülerin Adèle auf ihrer Liebesreise begleitet. Sie möchte Lehrerin werden, liebt französische Literatur und glaubt an Schicksal und Liebe auf den ersten Blick. Dann trifft sie auf Emma – eine Begegnung, die ihr Leben für immer verändern wird. Die beiden Frauen verlieben sich, aus einem erotischen Abenteuer entsteht eine ernsthafte Beziehung. „La vie d’Adèle“ besticht vor allem mit seinen intensiven Liebesszenen, die mit Pornographie aber nichts gemein haben, wie „Spiegel online“ schreibt.


Kommentare


Blogs