L‘Wren Scott: Wer war die Frau an Mick Jaggers Seite

Foto: Getty Images

Zum Tod von Designerin L’Wren Scott
von Julia Wagner
Wer war die Frau an Mick Jaggers Seite?

Am Montag schockte die Nachricht vom Selbstmord der Designerin L’Wren Scott (†49). Man kannte sie als Freundin von Mick Jagger (70) – wusste ansonsten aber wenig über sie. STYLEBOOK blickt hinter die glamouröse Fassade.

  • L‘Wren Scott und Mick Jagger

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    Foto: Getty Images

    L‘Wren Scott wollte nicht nur als „die Freundin von irgendjemand“ berühmt sein. Doch die Designerin kannte man vor allem als die Frau an der Seite von Mick Jagger. Dabei…


Sie waren ein etwas seltsames Glamour-Paar: Die 1,94 Meter große L’Wren Scott und der einen halben Kopf kleinere Mick Jagger. Er trug bei offiziellen Anlässen Schuhe mit hohen Sohlen, um ihr „gewachsen“ zu sein. Scott galt als die Frau, die den „Rolling Stones“-Boss nach über 4.000 Affären endlich gezähmt hatte. Sogar Jerry Hall (57) soll über sie gesagt haben: „Sie kann mit Mick besser umgehen, als ich es konnte“.

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Ansonsten wusste man wenig über die Frau und Designerin, kannte gerade mal zahlreiche Fotos der beiden vom roten Teppich – von den Oscars bis zu den Fashion-Shows ihres eigenen Labels. Den Zugang zu dieser Glamour-Welt hatte sich Luann Bambrough (so ihr richtiger Name), Adoptivkind einer Mormonenfamilie aus Utah, hart erkämpft. Denn mit der Modewelt hatten ihre Eltern nichts zu tun, der Vater arbeitete bei einer Versicherung, ihre Mutter bei einer Bank. Und die kleine Luann wollte nur eines: raus aus der Provinz.

Als junges Mädchen schon las sie jedes Modemagazin, das sie in die Hände kriegen konnte. Mit 17 entdeckte sie Fotograf Bruce Weber und riet ihr, nach Paris zu gehen. Für New York sei sie „zu speziell“. An ihrem 18.Geburtstag saß sie bereits im Flieger nach Frankreich – ohne Rückflugticket.

Dank ihres ungewöhnlichen Looks ergatterte sie Jobs für Thierry Mugler und Chanel. Fortan legte sie sich einen neuen, glamouröseren Namen zu. „Es hat mir aber nie besonderen Spaß gemacht, ein Objekt zu sein“, verriet sie dem „Telegraph“ in einem ihrer raren Interviews.

Nach zehn Jahren als Model zog sie 1994 nach Los Angeles und fing als Stylistin für Fotograf Herb Ritts an, arbeitete für Magazine wie „Vanity Fair“ und „Rolling Stone“. Schnell verbreitete sich ihr Ruf als Style-Expertin, die wusste, wie man Frauen anzieht.

So arbeitete sie auch als Kostümdesignerin für Sharon Stone (56) in „Diabolique“, Ellen Barkin (59) in „Ocean’s Thirteen“ oder Nicole Kidman (46) in „Eyes Wide Shut“ und beriet Stars wie Madonna oder Sarah Jessica Parker. Als sie 2001 Mick Jagger bei einem Fotoshooting kennenlernte, war sie den Umgang mit Stars längst gewohnt.

2006 beschloss sie, ihr eigenes Modelabel zu lancieren – mit Mick’s finanzieller Unterstützung. Scott kreierte ihre Kleider nicht nur für Stars, sondern auch für Frauen, die keine Gardemaße hatten – so wie sie selbst. „Ich musste früh nähen lernen, weil mir nichts passte. Hosen waren mir immer zu kurz und zu weit“, so L’Wren Scott im „Telegraph“-Interview. Kein Wunder, mit 12 war sie bereits über 1,80 Meter groß und zerschnitt Vintage-Kleider, um sich etwas Eigenes daraus zu nähen.

Nobelkaufhäuser wie Barneys verkauften ihre Roben um bis zu 5000 Euro. „In ihren Kreationen fühlt man sich sexy und elegant gleichzeitig“, lobte sie ihre Freundin Nicole Kidman, die 2009 eine ihrer Roben zu den Oscars trug. Auch Michelle Obama holte sich ihren Rat, wenn sie ein Outfit für eine besondere Gelegenheit brauchte. Daneben designte sie Schmuck für Vera Wang und DeBeers und eine Capsule-Collection für Banana Republic. Zuletzt sollen ihre teuren Kreationen aber wie Blei in den Regalen gelegen haben.

Privat lebte L’Wren Scott eher zurückgezogen abwechselnd in Mick’s Stadthaus in London oder in ihrem Millionen-Dollar-Apartment in New York. 13 Jahre waren die beiden ein Paar. Er soll sie sogar in Modefragen beraten haben. „Er kommentiert alles, was ich trage, es gibt kaum einen modeinteressierteren Menschen als ihn“, so Scott einmal zu „The Daily Beast“. In einer Frage soll sie aber keine Hilfe angenommen haben: Angeblich waren Schulden der Grund für ihren Selbstmord – und Scott zu stolz, um Jagger um Geld zu fragen. Vielleicht weil ihre strengen Eltern sie, laut eigener Aussage, immer zu Bescheidenheit erzogen hatten. 




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