Joops Luxuslabel feiert Comeback
Wunderkind, wunderbar!

Vor einem Jahr standen die Zeichen für Wolfgang Joops Luxusmarke gar nicht gut. Investoren waren abgesprungen, die Show in Paris wurde abgesagt und Läden geschlossen. Am 10. Mai meldete sich Wunderkind zurück. Mit einem Defilee in der Potsdamer Villa Rumpf markierte Joop (67) den Anfang eines fulminanten Mode-Comebacks.

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    Foto: Getty Images

    Wolfang Joop und Nadja Auermann nach dem gelungenen Wunderkind-Defilee

„Vogue“-Chefredakteurin Christiane Arp, ihre Vorgängerin Angelica Blechschmidt, das einstige Supermodel Nadja Auermann, die Berlin-Korrespondentin des Modenachrichtendienstes WWD.com, Melissa Drier, und jede Menge Prada, Chanel oder Celine tragende Gäste waren gekommen, um Wolfgang Joops neuesten Fashion-Coup zu feiern.

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Doch nicht nur die Kollektion verdiente einen ordentlichen Schluck Schampus im Garten der Villa Rumpf, vornehmlich wurde auf Joops Comeback angestoßen. Für drei Millionen Euro hatte der Designer sein Wunderkind zurückgekauft. Den zweiten Anlauf finanziert er nun selbst. Geht man nach dem Applaus am Ende der Show, sollte der auch gelingen.

Joop ist beliebt. Begeisterungsrufe, Dauerklatschen und nicht abreißendes Herzen und Beglückwünschen beweisen, dass zumindest Presse und Modeleute hinter ihm stehen. Jetzt muss er nur noch seine Kundinnen überzeugen, ihr Portemonnaie zu zücken.

Bei den Modellen, die der Designer für den Herbst/Winter 2012/2013 kreierte, sollte für jeden etwas dabei sein. „Eine Kollektion aus lauter Einzelteilen“ schreibt „Die Zeit“, und genau so ist es.

Schwarz dominiert, doch Joop wäre nicht Joop, wenn er nicht noch mit reichlich anderen Nuancen (Puder, Metallic, Rot, Braun, Gelb), Mustern (viel Leo, Karo, Bokat und Pixel-Prints) und Materialien (Knötchenwolle, Fell, Spitze, Leder, Strick und Seide) um die Ecke käme.

Die Schnitte? Von Kleidern mit Cape-Kragen, übergroßen Mänteln im Military-Stil,  Kostümen mit viktorianischen Verweisen und süßlich, flatterigen Ballonkleidern bis hin zu derben Bikerjacken, Marlenehosen und Oversize-Coats.

Besondere Hingucker: die Accessoires (weinrebenartige Bommel-Konstrukte am Hals und supersüße Gürteltaschen um die Taille) und die Models! Für sein Defilee hatte Joop die Crème de la Crème der deutschen Nachwuchsmodels zusammengecastet. Zu unserer Freude liefen auch die Senkrechtstarterinnen Antonia Wasselo und Ilva Heitmann über das Fischgrätparkett. 

Eher gewöhnungsbedürftig: Leo-Blocking – verschiedene Leo-Prints, Leo-Materialien und Leo-Farbschattierungen miteinander kombiniert – zahlreiche goldene Abzeichen in Kreuzform als Zierde auf Jacken und Mänteln und schwarze Netz-Kniestrümpfe. Aber für seine Exzentrik ist Joop ja bekannt.

Fazit: Ein gelungener Neustart. Hoffentlich steht dieses Kind bald mit beiden Beinen sicher auf der Erde.

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