Foto: Walt Disney/ Walt Disney

Johnny Depp hat ein Erfolgs-„Problem“
Mehr Schminke für die Rolle lässt den Rubel leichter rollen

Johnny Depp (49) ist eigen in der Wahl seiner Filme. Die Rollen, die er abgelehnt hat, reichen für eine separate Filmkarriere. Und in der Hälfte derjenigen, die er angenommen hat, ist der Beau gar nicht als solcher zu erkennen. Sein neuster Streifen „The Rum Diary“, in dem Depp als alkoholsüchtiger Journalist alle Masken fallen lässt, läuft mäßig an. Gehen die Zuschauer etwa gar nicht ins Kino, um Johnny als Johnny zu sehen – sondern als verfremdeten Helden? Die ungeschminkte Wahrheit.

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    Foto: Fox Deutschland

    Für Tim Burtons „Edward mit den Scherenhänden“ (1990) wurde Johnny Depp für den Golden Globe Award als bester Hauptdarsteller nominiert. Die Fantasy-Tragikomödie spielte weltweit 70 Millionen Euro ein. Von nun an sollte Johnny öfter Make-up tragen…




Bekannt wurde Johnny Depp in den späten 80er-Jahren als Seriendarsteller in „21 Jump Street“ – vor allem Mädchen waren seitdem Fan von ihm. Um sich von seinem Schönling-Status zu lösen, nahm der damalige Teenieschwarm in einem seiner ersten Kinofilme 1990 die bizarre Rolle des künstlich erschaffenen Menschen Edward an. „Eward mit den Scherenhänden“ spielte weltweit beachtliche 70 Millionen Euro ein. Der Beginn von Johnnys Maskerade. Viele weitere Rollen und Tonnen von Make-up sollten folgen. „Alice im Wunderland“ und vor allem die bisher vier Teile von „Fluch der Karibik“ zählen zu den erfolgreichsten Fantasy-Verfilmungen aller Zeiten.

Die „Berliner Zeitung“ hat addiert und festgestellt, dass „jene Filme, in denen Johnny Depp offensiv Make-up trug, bislang insgesamt eine Milliarde US Dollar (800 Mio Euro) eingepielt haben.“ Die ungeschminkte Wahrheit ist, dass diejenigen, in denen Depp natürlich wirkte, es ingesamt nur auf 214 Millionen Dollar (173 Mio Euro) brachten.

Seit dem 2. August läuft Johnnys neuestes Meisterwerk in unseren Kinos. „The Rum Diary“ basiert auf der Romanvorlage seines Schriftsteller-Freundes Hunter S. Thompson, der sich 2005 das Leben nahm. Thomsons Alter Ego, Raoul Duke, verkörperte Depp bereits 1998 in „Fear and Loathing in Las Vegas“. Kein Kassenschlager, aber ein Kult-Streifen. Genau das zeichnet sich auch bei dem neuen Kinofilm ab. Mit bisher „nur“ 17 Millionen Euro bleibt „The Rum Diary“ wohl einem Nischen-Publikum vorbehalten.

Depp selbst erklärte mal, er setze seine Figuren stets aus drei Anteilen zusammen: ein Drittel Lee Strasbergs Method Acting, ein Drittel Wesenszüge von real existierenden Personen – bei Pirat Jack Sparrow hat er sich beispielsweise von Rolling Stones Gitarrist Keith Richards inspirieren lassen – und ein Drittel eigene Marotten. Und auch wenn Johnny mit Bemalung mehr Publikum auf die Samtsessel lockt, für uns macht diese Aufteilung seinen Erfolg aus!

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