Mimi Westernhagen: Karriere ganz ohne Papa

Foto: Warner Music

STYLEBOOK trifft Marius' schöne Tochter
von Rima Wienand
Mimi Westernhagen – Karriere ohne Papa

Berühmte Eltern sind bekanntlich die beste Voraussetzung für eine Karriere. Mimi Westernhagen (29) will davon nichts wissen – und verzichtet als Musikerin auf den berühmten Nachnamen. STYLEBOOK traf das Multitalent zum Gespräch in Berlin.

Das Erfolgs-Gen von Papa Marius Müller-Westernhagen (65) und der Sexappeal von Model-Mama Polly Eltes – da wundert es nicht, dass Mimi Westernhagen ihre ersten Songs schon mit acht Jahren schrieb, für namhafte Labels als Model vor der Kamera und mit 15 das erste Mal auf der Bühne stand sowie ihre Outfits selbst entwirft. Ab April tourt Mimi mit ihrer Band und dem neuen Album „Nothing but Everything“ durch Deutschland.

STYLEBOOK: Laut bürgerlichem Namen heißen Sie Sarah Reema Westernhagen, wie kamen Sie zu Ihrem Künstlernamen Mimi?
Mimi Westernhagen: Mimi ist viel mehr als nur ein Künstlername. Meine Oma nannte mich schon von klein auf so. Meiner Mutter gefiel das zunächst gar nicht. Sie war strikt dagegen, mich nach der tragischen Figur aus der Oper La Bohéme zu benennen, die erkrankt und früh stirbt. Aber meine Oma und ich verbrachten während meiner Kindheit viel Zeit miteinander und der Name Mimi setzte sich schließlich durch.

  • Mimi Westernhagen

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    Foto: Tom Beard

    Kurze Haare, große Augen – Mimi sieht ein bisschen aus wie Twiggy, DAS Topmodel der 60er-Jahre

Sie sind in London aufgewachsen, in einer großen Stadt mit vielen Künstlern, Musikern und Platten-Labels. Warum sind Sie für die Aufnahmen Ihres ersten Albums „Road to Last Night“ nach Hamburg gekommen?
Ich habe nie darüber nachgedacht meine eigenen Songs aufzunehmen. Sie sind sehr privat, ein in Text und Ton verewigtes Tagebuch. Aber als Agenten meiner deutschen Modelagentur die Songs hörten, gefielen sie ihnen sofort sehr gut. Sie wollten mich einem tollen Produzenten vorstellen. So habe ich Frank Plasa und Peter Hoffmann kennengelernt, mit denen ich bis heute zusammen arbeite. Es war also weniger geplant, eine Platte in Deutschland aufzunehmen. Vielmehr hatte ich das Glück, die richtigen Personen am richtigen Ort zu treffen.

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Mit 19 waren Sie Frontfrau einer Punkband, jetzt spielen Sie eher die ruhigen Töne. Warum die Wandlung?
Als Mitglied der Band habe ich eine Rolle gespielt, wir alle haben eine Rolle gespielt. Das war Schauspielerei. Wenn ich jetzt auf der Bühne stehe, dann bin ich zu 100 Prozent Mimi und diese Mimi würde nie auf der Bühne rumhüpfen und Bier ins Publikum gießen. Das hat Spaß gemacht. Aber es ist viel schwerer, man selbst zu sein. Man fragt sich ständig: Bin ich besonders genug, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu finden? Ich musste erst lernen, dass es darum nicht geht.

Worum geht es dann?
Es geht darum, ob die Leute einen Zugang zu dem finden, was man singt und sagt, ob sie ein Stück von sich selbst darin wieder erkennen. Dich dem Publikum zu offenbaren, kann einem eine Heidenangst einjagen. Es macht einen angreifbar und verletzlich. Mann muss erst lernen, damit umzugehen. Lernen, sich selbst mit allen Marotten zu akzeptieren, sich nicht um die Meinung anderer zu scheren und sich auf die Dinge zu fokussieren, die einen glücklich machen. Mein Vater hat mir sehr dabei geholfen. Er kennt das Musik-Business und weiß ganz genau wann es mir schlecht geht. Das ist das tolle daran einen Vater zu haben, der in der gleichen Branche arbeitet. 

Jeder in Deutschland kennt Ihren Vater Marius Müller-Westernhagen. Und auch Ihre Mutter Polly Eltes war ein erfolgreiches Model und ist jetzt Fotografin. Inwieweit hat Sie das beeinflusst?
Ich wollte schon immer allen zeigen, dass ich selbständig und unabhängig bin. Mit sieben Jahren sagte ich immer zu meiner Mutter: „Mama, ich ziehe aus, bye bye.“ Natürlich nur, um sie zu provozieren, zu rebellieren. Es ist mir wichtig, meine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Das wäre sonst, wie wenn man bei einem Krimi die Auflösung als erstes liest. Nur so macht es für mich Sinn.

Eigene Erfahrungen haben Sie auch als Model sammeln können. Sie waren einige Jahre erfolgreich in der Branche tätig, wurden für Levi’s, Esprit und Otto fotografiert. Warum haben Sie das aufgegeben?
Es war eine aufregende Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich hab tolle, kreative und inspirierende Menschen kennengelernt. Aber letztlich hat es mich vom Musik machen abgehalten.

Trotzdem sind Sie ziemlich modebegeistert. Sie haben schon Styling-Jobs gemacht, nähen für sich und Freunde und haben u.a. auch die Ausstattung zu Ihrem Video-Clip „Heartbreaker“ entworfen.
Das stimmt. Ich liebe es, mich mit Mode auszudrücken. Wie eine Elster suche ich mir alles was mir gefällt und mische es – die verschiedensten Farben, Texturen und Prints. Und da ich das nicht in Läden bekomme, nähe ich mir alles selbst.

Könnten Sie sich vorstellen, eine eigene Mode-Kollektion auf den Markt zu bringen?
Das wäre großartig, aber ich bräuchte einen Geschäftspartner. Als Perfektionistin halte ich mich stundenlang mit kleinen Details auf. Da bräuchte ich jemanden, der mich weiterzieht. Also wenn mir jemand eine Zusammenarbeit anbieten würde, würde ich sofort „Jaaaa“ sagen!

Und mit wem könnten Sie sich eine Zusammenarbeit für Ihr nächstes Album vorstellen?
Mit Pete Doherty. Er hat eine Wahnsinnsstimme. Oder mit Ed Sheeren. Er singt wie ein Engel. Unglaublich!

Mimis Album „Nothing but Everything“ erschien am 14. März. Pünktlich zum Album-Release sind Mimi & the Mad Noise Factory im April auf Deutschland-Tour. Alle Termine auf www.mimi.de.



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