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Psychologe schlägt Alarm
„Germany's next Topmodel“ fördert gefährliche Essstörungen

Macht „Germany’s next Topmodel“ mit Heidi Klum (41) wirklich krank? Eine Umfrage unter magersüchtigen Mädchen lässt auf genau diese erschreckende Erkenntnis schließen. Ein Experte nennt die Show sogar „mörderisch“.

  • Heidi Klum

    Foto: Getty Images

    Heidi Klum wird vorgeworfen, mit „GNTM“ ungesunde Schönheitsideale zu promoten

In einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen gaben 70 von 241 magersüchtigen Frauen an, „dass ‚Germany's next Topmodel‘ einen sehr starken Einfluss auf ihre Erkrankung gehabt habe“, zitiert BILD den Psychiater Dr. Manfred Lütz (61). „Das ist ein absolutes Alarmsignal. Magersucht ist die tödlichste psychische Erkrankung. Zehn bis 15 Prozent der jungen Frauen sterben daran.“

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Enttäuschende Reaktion vom Sender
Die Reaktionen des Senders auf die Ergebnisse der Studie empfinde der Psychiater als zynisch. „GNTM“ sei ein Appell an gesunde Ernährung und Fitness, hieß es da. Übergewicht sei ein wesentlich größeres gesellschaftliches Problem als Magersucht. Ein Argument, das in den Augen des Arztes überhaupt nicht zieht. „Als ob ein Dealer sich damit herausredet, der Alkohol sei doch gesellschaftlich ein viel größeres Problem als Heroin.“

Muss Heidi Klum Konsequenzen ziehen?
Dr. Manfred Lütz hofft, dass sich der Sender für das Statement entschuldigt und Konsequenzen zieht. „Sonst müsste man das tatsächlich eine mörderische Sendung nennen, die eiskalt den Tod junger Mädchen in Kauf nimmt, um Kohle zu machen.“

In seinen Augen wäre es das Beste, „Germany’s next Topmodel“ einfach abzusetzen. Ansonsten sei es an der Zeit, den „krankmachenden Effekt“ der Show mit Expertenhilfe zu minimieren. „Und was spricht eigentlich gegen eine ebenfalls von Heidi Klum moderierte Show, in der zum Beispiel angehende Models Mode für Übergewichtige vorführen lernen? Auch mit mehr Gewicht kann eine Frau eine sehr gute Figur machen.“


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