Foto: Ben Watts für Vox

Andrej Pejic heute bei „Das perfekte Model“
Gender-Model tritt im deutschen TV auf

Andrej Pejic (20) ist ein schöner Mann und eine schöne Frau zugleich – und so läuft Pejic auch bei der VOX-Show „Das perfekte Model“ maskulin und dann feminin über den Laufsteg. Herbert Bauernebel und Christiane Hoffmann betrachten das Gendermodel einmal genauer.

New York - Eingeschlagene Glasvitrinen, scharfe Hunde und sogar eine Tarantel – Spannung und Drama am New Yorker Set der VOX-Show „Das perfekte Model“. Im „Studio 9“ im Hudson-Pier drehen die Kandidatinnen der Castingshow gerade einen „Juwelenraub“. Moderatorin Karolina Kurková (27) bringt die bereits müden Models wieder in Fahrt, hüpft fröhlich zu lautem Musikgedröhne herum.​ Das tschechische Supermodel nimmt die Hälfte der Mädels in New York in die Mangel – während Kollegin Eva Padberg (31) bei ihren Grazien die Spreu vom Weizen in Südafrika trennt.​

Star des New Yorker Drehs von „Das perfekte Model“, der heute (Dienstag, 21. Februar) ausgestrahlt wird, ist aber ein Senkrechtstarter der internationalen Modelszene: Andrej Pejic . Der gebürtige Bosnier sorgt als erstes „Transgender“-Model für Furore, läuft einmal als Mann, dann als Frau über die Laufstege.​

STYLEBOOK traf Pejic, der mit neun Jahren nach Melbourne (Australien) emigrierte, er spricht exklusiv - im Schminksessel über seinen kometenhaften Aufstieg.​ Er erzählt, wie er entdeckt wurde: „Ich arbeitete bei McDonald´s, als mir ein Agent seine Karte gab“. Er war 16, rief an: „Ich dachte, besser als Cheeseburger braten...“​

Jetzt reißt sich die Modewelt um den blonden Schönling. Doch was ist er? „Transgender-Model ist kein schlechtes Wort“, denkt er nach. Doch sonst hasse er Labels: „Ich bin kein großer Fan von Identitäts-Politik, ich fühle keinen Zwang, bestimmte Segmente unserer Gesellschaft repräsentieren zu müssen“. Menschen seien „universelle Geschöpfe.“ Freilich: Privat geht er meist mit „femininer Kleidung aus“, wie er sagt.​

Pejic wird von „VISAGE“ in Zürich vertreten. Die Modelagentur ist für „normale“ junge und trendige Models bekannt, aber vertritt auch ganz spezielle Models: ​Die 80jährige Carmen Dell Orefice, das älteste Topmdoel der Welt,  Mick Jaggers Ex-Gattin Jerry Hall, die gerade ihr großes Comeback bei „H&M“ feierte​.

Zineta Blank, die Chefin von „Visage“ über Andrej: „Er ist etwas ganz Besonderes, weil er eine außergewöhnliche Personality hat und so liebenswürdig ist, dass man ihn einfach gerne haben muss. Er geht einem sehr schnell unter die Haut... Er hat beide Seiten in sich: Manchmal empfinde ich ihn wie meine kleine wunderschöne sexy Schwester, die ich meinen Schutz braucht. Dann ist er wieder ein voll cooler, androgyner Typ mit starkem Charakter! Die Labels, die sich mit Andrej identifizieren, zeigen, dass sie dem Trend voraus sind."​

Pejic will den Hype um sich als Vorbild im Kampf für Toleranz nützen: „Ignoranz ist das Resultat mangelnder Bildung. Wir brauchen mehr Verständnis, mehr Liebe.“​

Er sei nie wirklich gemobbt worden: „Ich hatte wohl Glück...“ Apropos: Der Mann mit Frauenzügen hat es geschafft, lebt in New York, jettet zu Shows rund um die Welt. Andrej: „Ich liebe vor allem all die Diamanten, die ich vorführe  - und die Geschenke der Scheichs...“, lachte er. Und Berlin: „Das ist eine meiner Lieblingsstädte, tolles Nachtleben, faszinierende Kultur.“​

Was rät er Nachwuchstalenten? Pejic: „Sie sollen nicht naiv sein – es ist eine knallharte Industrie und man muss wirklich hart arbeiten.“ Und nicht alles sei „glamourös.“

Er selbst erzeugte kürzlich einen riesigen Wirbel, weil er für das das niederländische Label „Hema“ Push-Up-BHs trug. Geht es um Kontroverse um jeden Preis? „Sicher gab es jede Menge Gratispublizität, doch ich fand die Bilder durchaus geschmackvoll.“ Dekadenz sei aber nichts schlimmes, findet er. Will er sich einmal ganz umoperieren lassen? „Ich fühle mich wohl in meiner Haut.“

Seine Agentin Zineta Blank sagt, es ist egal, ob Andrej ER, SIE oder ES sei: „Mann oder Frau - Andrej hat einfach Charisma. Er ist einmalig und unverwechselbar. Ich liebe ihn für das, was er ist.“

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