Facebook-Managerin Sheryl Sandberg: Ihr Karriereratgeber „Lean In“

Diese Frauen sind Chef!
von Susanna Riethmüller
Karriere & Familie – alles unter einem Hut

Sheryl Sanderberg (43) ist Geschäftsführerin von Facebook. Jetzt hat sie einen Karriere-Ratgeber geschrieben, den jede Frau lesen sollte. Ein Buch zum Streiten, Zweifeln und Inspirieren-Lassen.

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    Foto: Getty Images

    Sheryl Sandberg (43)

    Sheryl Sandberg hat zwei Harvard-Abschlüsse, arbeitete als Stabschefin unter Bill Clinton, bei der Weltbank und zog dann schließlich ins Silicon Valley: zunächst als Google-Managerin und ab 2008 als Geschäftsführerin bei Facebook. Sandberg hat zwei Kinder. In ihrem Buch...

5 Fakten über Sheryl Sandberg
– Sie wird die „Queen of Silicon Valley“ genannt.
– „Forbes“ wählte sie vor zwei Jahren zur fünfmächtigsten Frau der Welt.
– 2011 verdiente sie 23 Millionen Euro!
– Als sie ihre Kinder noch stillte, hatte sie im Büro immer eine Milchpumpe dabei, die sie sogar während Conference-Calls benutzte.
– Sie macht jeden Tag um Punkt 17.30 Uhr Feierabend, um Zeit für ihre Familie zu haben.

5 Fakten über Frauen und Karriere
– In Deutschland sitzen nur drei Prozent Frauen in den Vorständen der 100 umsatzstärksten Firmen.
– Von den 500 größten amerikanischen Unternehmen werden nur vier Prozent von Frauen geführt.
– Weltweit sind fast 90 Prozent der Aufsichtsrats- und Vorstandsposten bei börsennotierten Unternehmen mit Männern besetzt.
– Insgesamt werden weltweit nur 14 Prozent der wichtigen Führungspositionen von Frauen bekleidet.
– Laut einer Umfrage des Verbands deutscher Unternehmerinnen finden 64 Prozent der deutschen Frauen eine Frauenquote wichtig.

Sheryl Sandberg ist COO (Chief Operating Officer) bei Facebook, also Geschäftsführerin und Nummer zwei hinter Mark Zuckerberg (28). Die Erfolgsgeschichte des sozialen Netzwerks lässt sich also wie folgt zusammenfassen: Zuckerberg hatte die zündende Idee, und Sandberg war die Frau mit dem nötigen Marketing-Know-how.

Die 43-Jährige ist das, wofür in den 80er-Jahren der Begriff „Power-Player“ erfunden wurde. Sie hat zwei Harvard-Abschlüsse, einen in Art/Science und einen in Finanzen. Sie arbeitete für die Weltbank und von 1996 bis 2001 als Stabschefin für den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Danach zog sie ins Silicon Valley und schaffte es bei Google bis in die Führungsetage. 2008 warb Zuckerberg sie ab – und krönte sie zur mächtigsten Frau in seinem Unternehmen. Dazwischen, genauer gesagt 2004, heiratete Sandberg den Unternehmer David Goldberg und bekam zwei Kinder (sie sind heute fünf und sieben Jahre alt).

In ihrem Buch „Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg“ erklärt sie, wie sie es geschafft hat, Karriere und Familie zu vereinbaren – und dass es nicht einfach war. Sandberg beschreibt, wie sie in Gehaltsverhandlungen und in Meetings die gleichen Fehler machte, die viele Frauen machen – und wegen denen es so wenige Frauen an die Spitze schaffen. Dass es hart war, aus diesen Rückschritten zu lernen, aber unumgänglich. Sie erzählt, wie sie mit dem schlechten Gewissen umgeht, das sie ihren Kindern gegenüber oft hat, und wie sie es als Teil ihres Lebens akzeptierte. Sandbergs eindringliche Message:

Es geht ihr nicht nur darum, wie man als Frau Karriere machen kann. Sondern vor allem darum, dass man als Frau Karriere machen soll. Schon der Titel ihres Buches sagt es: „Lean In“. Auf Deutsch heißt das: Häng' dich rein!

Natürlich ist Sandberg umstritten. Eine Frau darf nicht einfach sagen, wie man mächtig wird, oder Dinge sagen wie: Ich liebe es, Einfluss zu haben! Sie darf schon gar nicht darauf hinweisen, warum so viele andere scheitern. Das alles dürfen nur Männer, denen Erfolg – so Sandberg in ihrem Buch – bis heute besser steht als Frauen. Sandberg weiß das und hat deshalb mit viel Kritik gerechnet.

Ein Vorwurf lautet: Nicht jeder habe einen Mann, der so wie Sandbergs Ehemann David Goldberg 50 Prozent der Kinderbetreuung und des Haushalts übernehme. Dem entgegnet die Top-Managerin: Stimmt, deshalb sei einer der wichtigsten Schritte in der Karriere jeder Frau die Wahl des richtigen Partners.

Ein weiterer Vorwurf: Es sei nicht schwer, die Balance zwischen Kindern und Beruf zu halten, wenn man wie sie multi-wohlhabend sei. Dem entgegnet Sandberg: Stimmt, deshalb sei es für jede Frau entscheidend, in ihrer Karriere möglichst schnell weit zu kommen. So könne sich jede recht früh Familie und Beruf leisten. Und desto eher habe sie nach der Geburt ihrer Kinder einen Job, in den es sich zurückzukehren lohne.

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