Kinofilm zeigt Kampf gegen Magersucht
Das Schicksal der Isabelle Caro

Die Französin Isabelle Caro († 28) wurde als Model 2007 mit einer Kampagne gegen Anorexie berühmt und damit zu einem der bekanntesten Gesichter im Kampf gegen Magersucht. 2010 starb sie an ihrer Krankheit. In der Dokumentation „Femme fille. Seht mich verschwinden“ erzählt Regisseurin Kiki Allgeier (33) nun Caros traurige Geschichte.

Isabelle Caro ist seit knapp fünf Jahren tot – und noch immer das bekannteste Gesicht, wenn es um den Kampf gegen Magersucht geht. Die Französin sorgte 2007 für Aufsehen, als sie sich nackt mit nur 32 Kilo Körpergewicht für die „No-Anorexia“-Kampagne des italienischen Fotografen Oliviero Toscani (73) ablichten ließ. Gerade mal 700 Euro kassierte sie für den Model-Job, der sie zu einer Art „Starlet der Anorexie“ machte. Ein zweifelhafter Ruhm, den Caro  zu genießen schien. 2010 starb sie im Alter von nur 28 Jahren an dieser Krankheit. 

Das Schicksal von Hunger-Model Isabelle Caro
Nach ihrem Tod erhielt ihre Freundin Kiki Allgeier (33) ein Videotape, darauf zu sehen: Isabelles Videotagebuch. Darin erzählt sie ihr Schicksal, das mit einer depressiven Mutter beginnt, die sie Zeit ihres Lebens daran hindern wollte, erwachsen zu werden und sie von der Außenwelt abschottete. Mit 13 geriet sie in die Magersucht.

„Auch wenn sie nur einkaufen ging, zum Bäcker, musste ich im Haus bleiben. Ich durfte nicht hinaus“, erzählt Isabelle im Film. „Wenn wir zu meiner Oma fuhren, trug ich fünf Lagen Kleidung übereinander, weil Mama im Fernsehen gesehen hatte, dass sonst das Wachstum von Kindern gefördert würde. Das war eine Phobie von ihr. Sie fand immer einen Vorwand, mich im Haus zu halten. Und das Haus, das früher so gepflegt war, verkam zu einer wahren Müllhalde.“ Nach Isabelles Tod 2010 nahm sich ihre depressive Mutter dann das Leben.

Dokumentation „Seht mich verschwinden“
Vier Jahre hat Regisseurin Kiki Allgeier die Videotagebücher bearbeitet, Isabelles Vater Christian Caro und Vertreter der Modebranche interviewt. Ihr Dokumentarfilm „Seht mich verschwinden“, zeigt am Schicksal von Isabelle Caro, die übrigens Schauspielerin war, wie man in die Krallen dieser Krankheit geraten kann – und sich nur schwer wieder daraus befreit.

„Seht mich verschwinden“ läuft am 2. Juli in den deutschen Kinos an.
 

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