Frankreichs Politiker-Gattinnen im STYLEBOOK-Check
Carla vs. Valérie: Das Première-Dame-Duell

Stichwahl am 6. Mai: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy (57) muss seinen Platz im Élysée-Palast gegen Herausforderer François Hollande (57) behaupten. Die Polit-Schlacht ist natürlich auch ein Duell der Damen: Bleibt die glamouröse Carla Bruni (44) First Lady, oder muss sie ihren Platz räumen für die resolute Karrierefrau Valérie Trierweiler (47)? Stil, Image, Machtgier – die Politiker-Gattinen im Stylebook-Vergleich.

Background

Carla Bruni: Ihre schillernde Biografie reicht bisher schon für drei Leben. Spross eines italienischen Industriellen-Clans, wildes Supermodel, gefährliche Liebschaften mit Alpha-Männern von Mick Jagger bis Donald Trump.  O-Ton: „Monogamie ist nichts für mich!“ Dann nahm sie eine Klampfe in die Hand, trällerte Chansons (mit Erfolg!), schnappte sich Nicolas Sarkozy und wurde Frankreichs Première Dame.

Valérie Trierweiler: Knallharter Beruf statt künstlerischer Ambitionen: Trierweiler stammt aus einfachen Verhältnissen, die Mutter Kassiererin, der Vater Invalide. Trierweiler boxte sich als Politjournalistin nach oben. Das betont sie gern, Hieb gegen die Rivalin. Drei Kinder trotz Job – das ist ganz nach Geschmack der Franzosen. Erst 2010, nach seiner Scheidung von der Politikerin Ségoléne Royal, machte der sozialistische Politiker François Hollande seine langjährige „verbotene“ Liebe öffentlich, nannte die ebenfalls geschiedene Trierweiler die „Frau seines Lebens.“

  • 1/10

    Foto: getty images

    Das Grande-Dame-Duell

    Geradezu majestätisch: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und seine Gattin Carla Bruni. Werden sie bald aus dem Élysée-Palast gejagt?

Die Männer

Anzeige

Nicolas Sarkozy, Präsident seit 2007: etwas klein geraten, liebt aber die großen Gesten: In den Luxusurlaub im Privatjet, Ray-Ban-Sonnenbrille auf der Nase, funkelnde Rolex am Handgelenk. Nur zwei Monate nach seiner Scheidung erobert der Hitzkopf Bruni. Entführt sie in den 1001-Nacht-Urlaub nach Ägypten, umgarnt sie zwischen Kamelritt, Pyramidentour und Präsidentensuite. „Sie ist für ihn die Rolex unter den Frauen“, spotten die Franzosen. Sie liebt Männer mit Macht. Eine Win-Win-Situation.

François Hollande: Der Herausforderer des amtierenden Präsidenten Sarkozy gilt als gutmütig,  volksnah, pummelig. bekannt für seinen Hang zu Süßigkeiten. Gehässiger Spitzname: „Pudding“. Freundlich, aber ein wenig farblos. Doch das ist den Franzosen im Moment gerade recht, die von Sarkozys oder Strauss-Kahns Eskapaden die Nase voll haben. Inzwischen nahm er 15 Kilo ab, die Anzüge sitzen besser, die neue Brille steht ihm, die Sprüche werden markiger: eine Image-Politur, initiiert von einer starken Frau.

Der Look

Carla Bruni: Rauschte sie zu Modelzeiten schon mal in Unterwäsche über den Laufsteg, ist ihr Stil jetzt artig, aber immer elegant, oft puristisch. Bevorzugte Schneider: Dior und Chanel. Etuikleider. Staatstragende Kostüme à la Jackie Kennedy, dezenter, aber hochpreisiger Schmuck. Schade: Ihre Mimik wirkt oft erstarrt wie ein zugefrorener Teich. Preis für den Versuch, sich ewige Jugend zu spritzen? Jetzt, wo Frankreich sparen muss, lässt sie sich ganz zufällig gelegentlich im Schlabberlook erwischen. Botschaft an die Öffentlichkeit: „Ihr wollt Bescheidenheit? Et voilà!“

Valérie Trierweiler: Wallende Mähne, Sakkos über lässige, aufgeknöpfte Blusen, Trenchcoat: Ihr Look wirkt weniger inszeniert als der von La Bruni. Anders als die hochgeschlossene Bruni zeigt sie Dekolletee. Dynamischer Look einer Frau, die modebewusst ist, sich aber frei bewegen muss und nicht ewig in der Ankleide stehen kann: Man hat schließlich zu tun. Sie scheint keine Lust zu haben, charmante Fältchen wegbügeln zu lassen: Pluspunkt Trierweiler!

Das Image

Carla Bruni: Die Franzosen sind einerseits stolz auf ihre mondäne First Lady, allerdings wurden sie nie richtig warm mit der rätselhaften Schönheit. Ihre kürzlichen Versuche, bodenständig zu wirken (Lieblingssendung „Bauer sucht Frau“,  Phrasen à la „Wir sind eine ganz normale Familie“ oder „Wir essen gern Nudeln“) kaufte ihr niemand so recht ab. Jedoch: Seit der Geburt von Tochter Giulia vor rund einem halben Jahr punktet sie bei den familienbezogenen Franzosen mit dem Mutter-Bonus.

Valérie Trierweiler: „Macht beeindruckt mich nicht“, sagt sie. Im Gegensatz zu Bruni, die es kribbelig machte, dass ihr Mann über den Knopf zur Atombombe verfügt. Während Bruni sich politisch uninteressiert gibt, ist von der Vollblutjournalistin Trierweiler nicht zu erwarten, dass sie sich aus den Geschäften ihres Mannes heraushält und mit Charity zufriedengibt. Bereits jetzt inoffiziell Mitglied des Stabs von Hollande. Könnte zum Problem werden: „Cherchez la femme“ heißt es, wenn ein Mann scheitert – suche die verantwortliche Frau...

 Fazit

Für Glamour-Fans wäre es ein Verlust, wenn Carla Bruni ihre Roben und Schuhe in eine Van-Karawane packen und aus dem Élysée-Palast ausziehen müsste. Sie machte jeden drögen Staatsempfang zum Mode-Ereignis! Doch ein wenig amtsmüde wirkte die First Lady – die ewige Zurückhaltung, das steife Protokoll, die neue Bescheidenheit scheinen ihr auf die Nerven zu fallen. „Ich wäre wirklich glücklich, meine Tourneen wieder aufnehmen zu können. Und meinen Mann einmal anders zu entdecken“, sagte sie einmal. Vielleicht weht mit der resoluten Trierweiler bald ein frischer Wind durch die Palastgänge. Und ein Hauch dessen, was man gerne „authentisch“ nennt.

Nachtrag der Redaktion:

François Hollande schlägt Nicolas Sarkozy und ist neuer Präsident von Frankreich. Somit hält auch der resolute Schick von Valérie Trierweiler Einzug in den Élysée-Palast – Adieu Carla Bruni, vielleicht sehen wir dich bald wieder mit Gitarre auf der Bühne.

Kommentare


Blogs