David Blieswood: Luxus-Kolumne
von David Blieswood
Wie genießt man das Oktoberfest?

Ich pilgere jedes Jahr zum Oktoberfest – sogar als die Bombe explodierte (ich saß im Käferzelt neben dem Polizeipräsidenten). Gerade trotzdem muss man zur Wies'n!

Das Oktoberfest ist kein Karneval – sondern eine Lebenseinstellung.
16 Tage lang ist München ein bisschen beschwipst – und die ganze Welt trifft sich vor Maß-Krügen.
Warum?
Weil eine Maß Bier für den Ur-Bayern eine Zeiteinheit des Glücks ist – eine Stunde selbstbestimmtes Gluck-Gluck-Glücklichsein.
★★★
Was ist wichtig – was ist unwichtig?
1. Man muss keine Tracht tragen – ideal sind Jeans, Hemd und feste Schuhe. Je weniger man dabei hat, desto besser.
2. Das beste Zelt: Augustiner! Hier gibt es das beste Bier (die Maß kostet 10,90 Euro)! Es gibt das Bier noch aus Holzfässern und es ist die älteste Brauerei Münchens (die Handys der Mitarbeiter beginnen mit dem Jahrgang der Gründung: 1328).




3. Das teuerste und luxuriöseste Zelt ist Käfer. Am besten man hat einen Freund, der einen Tisch dort hat. Wenn nicht, setzt man sich in den Garten und wartet bis ein Freund kommt – oder Herr Käfer.
4. Das idealste Zelt ist das Schützen-Festzelt – vis à vis von Käfer (am Fuß der Barvaria-Statue). Es ist größer als Käfer, aber kleiner als die großen Zelte – und es gibt Löwenbräu.

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5. Das vielleicht lustigste Zelt: das Hippodrom (Wirt: Sepp Krätz). Hier sind mehr Promis als bei Käfer.
6. Alle anderen Zelte sind auch ok.
7. Wichtig: Wer trinkt, sollte essen. Das beste ist ein Brathendl – edler: Ente.
8. Der Luxus auf der Wies'n ist die Zeit – und 1 Million Beschwipste.
9. Nie aggressiv sein! Nie Streit anfangen! Nie hetzen! Nie einen leeren Maß-Krug mitnehmen! Nie bis zum betrunkenen Ende bleiben!
10. Sie müssen antizyklisch feiern - immer dann, wenn es ein bisschen leerer ist, z.B. am frühen Nachmittag und an den Wochentagen, statt am Wochenende. Tagsüber ist die Wies'n lustiger und sympatischer. Nachts wird sie dunkler und betrunkener.
★★★
Muss man zur Wies'n?
Muss man nicht – denn nächstes Jahr gibt es immer die nächste.

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