Modelabel American Apparel steckt tief in der Krise
Es hat sich ausgesext!

Das US-Modelabel American Apparel kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem Skandal um sexualisierte Werbung und dem Rauswurf von Gründer und CEO Dov Charney (45) wurde jetzt bekannt, dass das Unternehmen Millionen-Verluste schreibt.

Bisher machte American Apparel gerne Schlagzeilen. Immerhin steigerte jeder Skandal, wie zuletzt um die Werbung mit Models in ultrakurzen Schuluniformen, die Bekanntheit des Labels. Frei nach dem Motto: Jede Werbung ist gute Werbung. Auf die neuesten Schlagzeilen hätte das Unternehmen aber gerne verzichtet. Immerhin wurde bekannt, dass das Label tief in den roten Zahlen steckt.

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American Apparel in der Krise
Das neue Management räumte am Dienstag in einer Pflichtmitteilung bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Nettoverlust von 15 Millionen Dollar (rund 11 Millionen Euro) für das zweite Quartal ein, wie das „Handelsblatt“ am Mittwoch berichtet. Die Aktie fiel um mehr als sechs Prozent.

Die Zahlen sollen allerdings nur vorläufig sein. American Apparel rechtfertigt sich gegenüber der Börsenaufsicht damit, dass der Finanzbericht nicht rechtzeitig vorlegt werden konnte. Der Grund sei die Neuaufstellung nach dem Abgang des umstrittenen Ex-CEO Dov Charney gewesen.

Machtkampf um Ex-CEO
Im Hintergrund tobt seit Juni ein Machtkampf, denn Charney war nicht freiwillig gegangen. Im Juni musste er als Boss seiner eigenen Firma zurücktreten. So hatte es der Vorstand bei seiner jährlichen Aufsichtsratssitzung beschlossen. Laut einem offiziellen Statement der Firma sei die Entscheidung gefallen, da aktuell gegen Charney wegen Fehlverhaltens innerhalb der Firma ermittelt wird. Mit Fehlverhalten sind dabei sexuelle Übergriffe Charneys gegenüber seinen Mitarbeitern gemeint.

Bereits 2011 verklagten vier Ex-Angestellte der Firma Charney wegen sexueller Belästigung. 2012 tauchten Vorwürfe auf, er hätte einen Angestellten in Malibu tätlich angegriffen und beschimpft. Darüber hinaus sorgten die sexuell provokanten Werbekampagnen, die Charney teilweise selbst fotografierte, oft für Kontroversen.

Ob sich das Unternehmen in Zukunft zahmer gibt? Nach der aktuellen Lolita-Kampagne ist davon nichts in Sicht. 


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