Yamamoto wird 70
Happy Birthday, Yohji

Herzlichen Glückwunsch, Yohji Yamamoto! Ein Modekünstler wird stolze 70 – doch an Rente denkt er noch lange nicht. Wenn er mal stirbt, dann mit der Schere in der Hand.

  • Yohji Yamamoto feiert siebzigsten Geburtstag

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    Foto: Getty Images

    70 und kein bisschen leise! Auf der New Yorker Fashion Week im September trommelte der Japaner höchstpersönliche zum Abschluss ein Ständchen

Es ist inzwischen 32 Jahre her, dass Yohji Yamamoto mit seiner damaliger Freundin Rei Kawakubo seine erste Kollektion in Paris präsentierte. Die sackartigen Entwürfe wurden damals „Hiroshima-Chic“ geschimpft. Was allgemein als gewollte Provokation gegen die Industrie gewertet wurde, feierte die Avantgarde als „Anti-Mode“ bereits damals.

Inzwischen ist der Designer auch im Alleingang gar nicht mehr aus der Industrie wegzudenken. Spätestens seit 2002, als er Anfing unter dem Markennamen „Y-3“ mit dem Sportbrand Adidas zusammenzuarbeiten, ist er im Mainstream angekommen. Seine diversen Damenlinie sind gewohnt schlicht und androgyn, Männer kleidet er sportlich elegant ein.

Dass er Frauen nicht als „Puppe für den Mann“ darstellen will, ist in der Kindheit des Japaners begründet: Als Sohn einer Kriegswitwe wuchs er nahe einem Vergnügungsviertel in Yokohama auf, körperbetonte Schnitte, hohe Absätze und Make-up lehnt er seither als vulgär ab. Sein Faible für Schwarz hat er wohl von seiner Mutter geerbt, die sich nach dem Tod ihres Mannes lange Jahre in Trauer gehüllt hatte.

Und so wie sie Tag und Nacht an der Nähmaschine arbeitete, ist auch bei Yohji nicht ans Aufhören zu denken. Nicht einmal seine Insolvenz vor vier Jahren konnte ihn stoppen – von einer japanischen Investmentfirma aufgekauft, waltet er kreativ, als wäre nichts gewesen. Da wird ihn auch dieser runde Geburtstag nicht schrecken. In diesem Sinne: Alles Gute!

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