Green Fashion
„Wir holen die Öko-Mode aus der Müsli-Ecke“

Schick, aber fair: Der Onlineshop „Fair Queen“ vertreibt Business Mode aus Ökofasern. Grüne-Mode ist auch auf der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin ein Thema.

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    Foto: Monika Haugg

    Sara Maccagnan und Sandra Hoffer von Ankershoffen wollen das Mode-Bewusstsein der Menschen verändern und setzen auf den Green-Fashion-Trend

                                                                                                              Von Monika Haugg

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Schauen Sie doch mal auf das Etikett ihres Shirts oder ihres Kleides, das sie gerade tragen. Sicher steht dort meist: „Made in China“ und „100 % Polyester“. „Deswegen hat es wahrscheinlich auch nicht viel gekostet“, sagt Sandra Hoffer von Ankershoffen (29), die Geschäftsführerin des Green Fashion Onlineshops Fair Queen. „Shirts für 19,90 Euro wurden sicher nicht nach fairen und biologischen Standards produziert“, sagt die Unternehmerin.
 
Aber was heißt eigentlich Green Fashion und was bedeutet nachhaltig und fair produziert? Der Reihe nach:

Zusammen mit ihrer Nachhaltigkeitsprüferin, Sara Maccagan (28), schlendert Sandra Hoffer über die Berliner Modemesse Premium. „Von den rund 1000 Ausstellern, sind nur 20 grüne Labels dabei“, sagt Maccagnan. Was machen die anders als die „normalen“ Labels? „Es geht nicht nur um organische Materialien, schadstoffarme Produktion oder faire Arbeitsbedingungen, sondern um das Bewusstsein bei jedem einzelnen Produktionsschritt ‚from soup to nuts‘ (von Anfang bis Ende)“, sagt Maccagnan.

Mit gutem Gewissen einkaufen, das wollen die beiden Green Fashion Expertinnen erreichen. „Wir bieten nachhaltig produzierte, qualitativ hochwertige Produkte, die Stil haben und überhaupt nicht nach Öko aussehen“, sagt Sandra Hoffer von Ankershoffen und meint: „Wir holen die Öko-Mode aus der Müsli-Ecke.“
 
Klickt man sich durch den Onlineshop Fair Queen, sucht man Klamotten aus Jutestoff, Jesuslatschen und dicke Wollpullis wirklich vergebens. Es gibt Shirts im angesagten Colour-Blocking-Look, trendige Jeans und ausgefallene Mäntel. Schon ab 35 Euro bekommt man die Öko-Mode nach Hause geliefert. „Wir bieten alles, was andere Shops auch bieten“, sagt Hoffer von Ankershoffen.
 
Der Unterschied: Alle Modelabels werden auf ihre biologischen und fairen Standards überprüft, dies ist Voraussetzung für die Aufnahme ins Sortiment. Im Vordergrund stehen Kriterien wie Qualität, Stil und Passform. „Gerade Businesskleidung wird täglich viele Stunden getragen und muss deshalb besonders bequem und hautverträglich sein“, sagt Sara Maccagnan. Nachhaltige Mode bedeutet für die Unternehmerinnen: „Unsere Klamotten sind sowohl ökologisch als auch sozial korrekt hergestellt. Das heißt, dass die Stoffe keine giftigen Inhaltsstoffe enthalten und die Menschen, die die Kleidung herstellen, normale Arbeitszeiten haben und versichert sind. Bei uns bezahlt man nicht den Namen und die Marke, sondern die Qualität“, sagt Maccagnan.
 
Auch Stücke der aufstrebenden Jungdesignerin Julia Starp, die es mit ihren ausgefallenen High Fashion Kleidern bis zu Germanyʼs Next Topmodel geschafft hat, kann man online bestellen. Feminine und außergewöhnliche Styles zeichnen das französische Eco Fashion Label KAMI Organic aus. Die luxuriöse Prêt-à-porter-Linie aus dem Hause KENZO hat das Zeug zum In-Label und ist dabei überzeugend nachhaltig. Hinter der Marke Sey steht Selma Yasdut, die die Jeans designt und fair produzieren lässt. Mit ihrer neuen Kollektion hat sie gerade die Pro7 Show „Sommermädchen“ (immer donnerstags um 20.15 Uhr) ausgestattet.
 
Auf der Modemesse suchen die beiden die nächsten Stücke für die Sommersaison 2012 aus. „Unser Ziel ist es das Bewusstsein der Konsumenten zu schärfen und diese auf die Green-Fashion-Bewegung aufmerksam zu machen“, sagt Sandra Hoffer von Ankershoffen. „Wäre von zehn gekauften Kleidungsstücken, in Zukunft ein Teil nachhaltig produziert, wäre der Branche schon sehr geholfen.“

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