Streetstyle-Fotografie wird immer professioneller und kommerzieller.

Von wegen spontan geknipst und kommerzfrei...
von Janine Dudenhöffer
Profi-Geschäft Streetstyle

Streetstyle-Fotografie hat sich in der Fashionszene etabliert. Doch von seiner ursprünglichen Idee – spontane Schnappschüsse von modischen Menschen auf der Straße – entfernt sich das Phänomen immer mehr.

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    Foto: Modepilot

    Von wegen spontan: Bei der Streetstyle-Fotografie wird heute nichts mehr dem Zufall überlassen



Bei den Modewochen von New York bis Mailand wird immer auffälliger: Die Mode der Fashion-Besucher ist beinahe spannender als die, die auf dem Laufsteg präsentiert wird. Das Spektakel Streetstyle wird von Saison zu Saison immer unglaublicher, professioneller und kommerzieller. Denn zufällig ist bei der Show vor der Show schon lange nichts mehr.

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Die deutsche Mode-Journalistin Barbara Markert veröffentlichte in einer Reportage, wie das System Streetstyle-Fotografie heute funktioniert. Beispielsweise ließ die Modezeitschrift „Elle“ bei den Pariser Prêt-à-Porter-Schauen im September ganze Sets mit Scheinwerfer und Fotowand aufbauen, um die zufällig Vorbeieilenden wie für ein Hochglanz-Shooting zu inszenieren. 

„Es ist eine Win-Win-Situation“, schreibt Markert auf ihrem Blog „Modepilot“. Heißt konkret: Streetstyle-Berühmtheiten wie Miroslava Duma, Hanneli Mustaparta, Bryanboy oder „Vogue“-Redakteurin Anna Dello Russo werden von den Fotografen hofiert wie Popstars. Die Bilder verbreiten sich auf den unzähligen Fashion-Blogs wie ein Lauffeuer und sind mittlerweile fester Bestandteil in vielen Fashionmagazinen. Und die Modehäuser: Profitieren von der kostenlosen Werbung und beuten das Medium gerne für ihre Zwecke aus.

So verriet Streetstyle-Liebling Elonora Carisi der „FAZ“ wie sie mit Anfragen der großen Designermarken überschüttet wird, deren Kleider zu tragen und damit strategisch zu posieren. Dafür, versichert Carisi, bekomme sie kein Geld. 

Das verdienen sich die Streetstyle-Stars mittlerweile anderswo: als Stylisten für Magazine und Online-Shops, als Werbegesichter wie Virginie Mouzat für J.Crew oder wie Anna Dello Russo als Designer. Die Mode-Exzentrikerin durfte  jüngst eine Schmuckkollektion für H&M entwerfen. Sicher kein Zufall!

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