Chloë Sevigny, Tilda Swinton, Florence Welch & Co.
Von Männern belächelt, von Frauen geliebt

Zu dünn, zu kantig, zu speziell, zu herb, zu maskulin, zu... ja was eigentlich noch? Es gibt viele Dinge, die Männer an Frauen bemängeln, Dinge, die wir an ihnen gerade besonders gern mögen und wegen denen wir regelrecht ins Schwärmen geraten. Warum Ladies wie Tilda Swinton, Charlotte Gainsbourg oder Chloë Sevigny so in unserer Gunst stehen und wieso Männer das oft nicht nachvollziehen können. Eine Überlegung.

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    Foto: Getty Images

    Charlotte Gainsbourg (41)

    Ist sie nicht süß? Ist sie nicht toll? Kaum zu glauben, dass die Tochter von Jane Birkin und Serge Gainsbourg schon Anfang vierzig ist. Wir lieben sie für ihre Zerbrechlichkeit, die schmalen Lippen, die traurigen Augen und ihre intensiven Rollen


Folgende Situation: Wir schwärmen von einer Promi-Dame, lobpreisen ihren Look, beweihräuchern ihr Talent und vergöttern ihre Gesichtszüge. Dann plötzlich kommt von irgendwoher ein Mann, der vehement den Kopf schüttelt und es einfach nicht fassen kann: „DIE findet ihr toll?! Sicher, sie ist cool und bestimmt hat sie auch Talent, aber die ist doch viel zu dürr, zu kantig, ja irgendwie macht sie sogar Angst und sexy? Sexy ist sie ganz bestimmt nicht!“ Doch diese Männer irren. Denn „das Wesentliche bleibt für seine Augen unsichtbar“ (Zitat aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry). Die Looks besagter Damen, die wir oft ohne Beanstandung kopieren würden, und ihre kleinen sympathischen Eigenheiten, die sie so herrlich menschlich machen, sind ein Traum.

Wir wollen Edge, Mut und Identifikation. Da auch wir uns nicht immer perfekt fühlen, lieben wir Frauen, die es ebenfalls nicht sind.

Die Stylebook-Redaktion

Heißt: Solche Ladies haben meist ein Charaktergesicht. Selten sind es die ebenmäßig süßen Wesen, die uns beeindrucken. Wir wollen Edge, Mut und Identifikation. Weil auch wir uns nicht immer perfekt fühlen, lieben wir Frauen, die es ebenfalls nicht sind. Frauen, die aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb so erfolgreich, entspannt und cool sind.

Tilda Swinton beispielsweise ist keine Sexbombe. Das Gegenteil ist der Fall. Sie ist androgyn, schminkt sich nicht, trägt kurzes Haar und maskuline Kleidung. Für uns ist sie Stilvorbild und Powerfrau, für die meisten Männer jedoch weit davon entfernt, Hitze wallen zu lassen. Tja, sie sehen eben nicht, was wir sehen.

Frauen schauen auf die Zerbrechlichkeit und melancholischen Augen von Charlotte Gainsbourg und fühlen sich mit der Schauspielerin und Sängerin verbunden, wenn sie unsicher auf dem roten Teppich steht. Nach einer durchfeierten Nacht würden wir gern ähnlich zerzaust und durch den Wind aussehen wie Chloë Sevigny – wem steht Müdigkeit und die Desillusion eines Großstadtmädchens bitte besser? Und finden Sie nicht auch, dass Florence Welch, die Sängerin von „Florence and the Machine“, nicht nur eine grandiose Stimme und fantastisches Stilgefühl, sondern auch einen beneidenswert schönen Schneewittchen-Teint hat?

Sie sehen, wir geraten ins Schwärmen. Und noch ehe wieder eine männliche Stimme aus dem Off erklingt und Missbehagen über unsere Herzens-Ladies zum Ausdruck bringt, schalten wir auf stumm – und auf's Visuelle, in unsere Galerie...


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