Von wegen Promis sind die beste Werbung
Verkaufskiller roter Teppich

„Couture ist keine Red-Carpet-Option“ mehr für Karl Lagerfeld. Die Prominenz tritt immer öfter in kunstvollen Maßanfertigungen namhafter Designer auf den roten Teppich und die reiche Klientel storniert daraufhin ihre Bestellung – verkehrte Welt?

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    Foto: Getty Images/dpa picture-alliance

    Die Prominenz liebt Couture-Roben – ob Alexandra Maria Lara, Jada Pinckett Smith oder Cheryl Cole. Dabei sind die bekannten Damen angeblich keine guten Werbeträger – zumindest, wenn es um gehobene Schneidekunst geht. Doch das lassen sie sich nicht ausreden...

Donatella Versace freut sich ein Loch in den Bauch, wenn sie Lady Gaga mit eine Robe von Atelier Versace ausstatten darf (umsonst, versteht sich), und sei es nur für einen Auftritt von fünf Minuten. Zu früh gefreut?

In einem Interview mit der „New York Times“ verkündete nun Meisterdesigner Karl Lagerfeld, dass er keinen Star mehr mit seiner Haute Couture ausstatten will: „Wenn Promis Couture auf dem roten Teppich tragen, stornieren die reichen Kundinnen.“ Doch warum? Ist Haute Couture nun das neue Prêt-à-porter? Eine kleine Erklärung ist an dieser Stelle vielleicht hilfreich:  

Prêt-à-porter, im Englischen auch „ready-to-wear“, meint Kleidung, die fertig ist, um getragen zu werden. Oft wird sie industriell hergestellt, in Standardgrößen und einer höheren Stückzahl – man könnte auch von Stangenware sprechen – was nicht unbedingt heißt, dass sie billig ist.

Doch kein Vergleich zur Haute Couture (zu übersetzen mit „gehobene Schneiderei“). Der geschützte Begriff bezeichnet maßgeschneiderte Kreationen aus luxuriösen Materialien. Manchmal steht der künstlerische Aspekt bis zur Untragbarkeit im Vordergrund – obwohl diese Tendenz seit den wilden 80er-Jahren etwas nachlässt.

Das Stichwort heißt: Exklusivität!

Während die einen stolz wie Oskar sind, wenn sie sich etwas leisten, was man schon mal an einer prominenten Dame gesehen hat, – nach dem Motto: „Oh mein Gott, ist das etwa die gleiche Tasche wie die von Alexa Chung?“ – möchten andere auf keinen Fall mit irgendwem in Verbindung gebracht werden. Im Gegenteil. Sie wollen Exklusivität und fühlen sich beleidigt, wenn sie für eine Kreation 40 000 Euro ausgeben und anschließend einen amerikanischen Soap-Star auf dem roten Teppich in der gleichen Robe sehen. Und zwar vor dem eigenen großen Auftritt und schlimmstenfalls noch mit der Bild-Unterschrift: „Ein Geschenk des Designers.“

Kann man nachvollziehen. Doch ob sich King Karl, – seit 30 Jahren Chef-Designer von Chanel – der das angestaubte Label einst so mühsam zurück in den Mode-Olymp holte, der prominenten Couture-Liebe entziehen kann? Dann greifen die Damen eben auf seine Konkurrenten zurück, wie Dior, Giambattista Valli oder Elie Saab.

Die schönsten Couture-Roben, die wir zuletzt an prominenten Damen gesehen haben – in der Bildergalerie!  

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