Sweatshirt mit falschen Blutspritzern
von Pia Sundermann
Kontroverse um Shirt von Urban Outfitters

Schon wieder leistet sich eine internationale Modekette einen peinlichen Patzer: Der US-Bekleidungskonzern Urban Outfitters bot ein Sweatshirt mit Fake-Blutflecken zum Verkauf an, was an ein Uni-Massaker von 1970 erinnert.

  • Urban Outfitters

    Foto: Twitter/imbeccable

    Mit diesem Vintage-Sweater zog Urban Outfitters den Unmut seiner Kunden auf sich. Das College-Sweatshirt erinnert aufgrund der „Blutflecken“ an das Kent-State-Massaker von 1970

Mit der Hipster-Modemarke Urban Outfitters aus Philadelphia verbindet man normalerweise Attribute wie Spaß, Jugendlichkeit und Coolness. Seit kurzem aber auch negative Bezeichnungen wie Skandal und Provokation.

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Massaker zum Anziehen
Der Mode-Konzern stellte vor wenigen Tagen unter der Bezeichnung „Vintage Kent State Sweatshirt“ ein Oberteil in hauseigenen US-Onlineshop rein, das an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten ist. Das Sweater im Used-Look mit prägnantem Kent State University-Wappen weist rote Farbspritzer auf, die an Blutflecken erinnern. Wer den geschichtlichen Hintergrund der Universität im US-Bundesstaat Ohio kennt, weiß um den handfesten Skandal, den der Pullover mit sich bringt.

Hintergrund des Attentats
Beim Kent-State-Massaker wurden am 4. Mai 1970 an jener Universität vier Studenten von Mitgliedern der Nationalgarde erschossen, als diese friedlich auf dem Uni-Gelände gegen den Vietnamkrieg demonstrierten. Neun weitere Studenten wurden schwer verletzt. Bis heute wurde niemand für das Attentat zur Verantwortung gezogen.

Weiterverkauf auf Ebay – für knapp 1900 Euro
Für umgerechnet 99 Euro konnte das provokante Sweatshirt im Urban Outfitters-Onlineshop käuflich erworben werden. Ein Käufer stellte sein Oberteil zum Weiterverkauf auf Ebay rein, versehen mit der perfiden Kommentar: „Perfekt für Halloween". Mittlerweile sind sowohl das Sweater im Onlinestore als auch auf Ebay nicht mehr erhältlich. Das Ebay-Höchstgebot lag zuletzt bei unglaublichen 1931 Euro.

Shitstorm im Netz
Obwohl das Sweatshirt vom Konzern wieder aus dem Verkauf heraus genommen wurde und sich öffentlich auf seiner Twitter-Seite entschuldigte, hat sich im Netz ein rasanter Shitstorm entwickelt. So lauteten unter anderem die Kommentare der wütenden Nutzer: „Es ist ein Schlag ins Gesicht. Ich liebte euren Store. Aber ich werde nie wieder bei euch shoppen gehen." Oder: „Das ist kein Vintage-Sweater, das ist ein widerlicher und beleidigender Witz von Urban Outfitters." Die roten Flecken sollen übrigens laut Konzern kein Blutflecken darstellen, sondern es handelt sich um eine Verfärbung des eigentlichen Farbtones.

Ein Einzelfall?
Schon in der Vergangenheit fiel Urban Outfitters negativ auf. Unter anderem gab es 2012 laut US-Medien bei der Modekette ein T-Shirt mit einem Davidstern zu kaufen, der an den „Judenstern“ erinnerte. Im Jahr 2011 zog Urban Outfitters mit Entwürfen der Navajo-Indianer den Unmut der Ureinwohner Amerikas auf sich. Und 2010 gab es sogar einen politischen Skandal, nachdem der Modekonzern ein T-Shirt mit der Farbbezeichnung „Obama-Schwarz" angeboten hatten, in Anspielung auf US-Präsident Barack Obama (53).

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