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Trend aus New York, London, Mailand
Streifen laufen gut!

Querstreifen machen dick. So die weitläufige Meinung. Weil Designer lieber dick im Geschäft als dick in Mode sind, wird auf den Schauen jetzt LÄNGS statt quer gedacht. STYLEBOOK war für Sie in New York, London und Mailand auf Streife…

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    Längsstreifen bei Acne

    Das schwedische Kult-Label streift sich nicht nur den Schuh über, sondern zeigt, dass der Look auch partiell funktioniert. Wer seinen Oberkörper optisch strecken möchte… hier geht's lang!




Zebra, Häftlinge, Matrosen oder Leuchttürme. Das alles – und noch viel mehr – assoziieren wir mit Streifen. Wenn wir die Augen schließen und uns Streifen vorstellen, sind diese meistens quer. Das liegt daran, dass der Mensch im Alltag häufiger horizontale Bewegungen macht als vertikale. Unsere Augen wandern also öfter von links nach rechts, als von oben nach unten. Folglich können wir Breiten besser einschätzen als Längen und integrieren Querstreifen somit auch häufiger in unseren Alltag.

Das ist eine St(e)ilvorlage für Designer. Denn: Deshalb lassen uns Längsstreifen größer und schlanker erscheinen. Und noch dazu sind sie so schön unkonventionell!

An dieser Stelle kommt die Ur-Eigenschaft der Mode zum Tragen. Sie möchte Aufmerksamkeit erzeugen, die Menschen dazu bewegen, ihren Kopf anzustrengen und die Augen für Neues zu öffnen, in diesem Fall Längssstreifen. Tommy Hilfiger in New York, Acne in London oder Dolce Gabbana in Mailand. Allen voran Marc Jacobs, der die „Streifzüge“ der 60er- und 90er-Jahre wieder zum Tragen brachte.

Augenblick noch. Das heißt nicht, dass Querstreifen out sind. Die sind nämlich besser als ihr Ruf. Sie machen nicht zwangsläufig dick, sondern unterteilen den Körper in einzelne „Scheiben“. Das kann über unvorteilhafte Proportionen sogar hinwegtäuschen. Angenehm empfindet unser Auge Streifen, die zwischen zwei und vier Zentimeter breit und regelmäßig angeordnet sind. Schließlich wussten Jean Paul Gaultier oder Sonja Rykiel, was sie taten, als sie ihre Matrosen- und Ringelprints entwarfen: Augenschmeichler. Mode ohne Streifen ist wie ein nacktes Zebra – traurig.

Wir freuen uns deshalb umso mehr, dass sich nun zusätzlich auch Vertikales auf den Länge der Laufstege findet. Spätestens im nächsten Frühjahr werden die langen Schwestern der Ringel auch bei uns einlaufen. Ob wir unser Auge damit trainieren und Vertikales dann besser einschätzen können? Wir lassen es gerne auf einen Versuch ankommen.

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