Suzy Menkes lüftet das Geheimnis um ihre Frisur und Haartolle.

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Suzy Menkes: Geheimnis um Tolle gelüftet
Geständnisse einer Mode-Journalistin

Suzy Menkes (69) ist die inthronisierte Mode-Königin. Seit über 40 Jahren ist sie als Fashion-Reporterin unterwegs. Ihr Urteil ist einflussreich, aber auch gefürchtet. Doch so offen sie über Farben, Trends und Schnitte schreibt, über die private Suzy Menkes weiß man nicht viel – bis jetzt.

Suzy Menkes gilt als die wichtigste Fashion-Journalistin der Welt. Die Kolumnistin der „International Herald Tribune“ sitzt in jeder Front Row (angeblich besucht sie 600 Schauen und schreibt 300.000 Wörter pro Jahr). Mit ihrer über 40-jährigen Mode-Expertise kennt Menkes die schrille Szene besser, als kaum eine andere. Ihr Wissen gab sie bei einer kürzlich veranstalteten Mode-Veranstaltung in New York preis – und verriet dabei auch private Details:

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    Suzy Menkes ist die wichtigste – und am meisten gefürchtete – Modekritikerin der Welt. Seit über 40 Jahren arbeitet sie als Mode-Reporterin, über 20 Jahre davon für die „International Herald Tribune“

Ihre erste Modenschau...
... besuchte sie 1960, eine Schau von Chloé mit Karl Lagerfeld als Chefdesigner. Allerdings hatte Suzy Menkes keine Einladung. Ihr Trick, um reinzukommen: Sie kaufte sich Besen und Eimer, band sich ein Tuch um den Kopf, trug einen Kittel und mischte sich um fünf Uhr morgens unter die Putzkolonne, wie sie jetzt verriet. Dann versteckte sie sich so lange, bis die ersten Schauengäste eintrafen und mischte sich ohne Putzverkleidung ins Fashion-Volk.

Ihre erste Story...

... war ein Artikel über Marianne Faithful. Da war Menkes noch Studentin in Cambridge. Der erregte so viel Aufmerksamkeit, dass er in mehreren britischen Tageszeitungen abgedruckt wurde.

Mode-Journalistin wurde sie...

... mit Mitte 20. Charles Wintour, der Vater von „Vogue“-Chefin Anna Wintour, holte Menkes zur Tageszeitung „London Evening Standard“, um über Fashion zu schreiben. „Ich traf Anna das erste Mal an ihrem 21. Geburtstag, ich kenne sie also schon sehr, sehr lange“, so Suzy Menkes.

Über ihre mollige Figur...
... kann sie sogar Witze machen: „Ich bin niemals an Bord von Valentinos Boot gewesen, obwohl ich schon oft eingeladen wurde. Abgesehen davon, dass ich das nie tun würde, habe ich auch nicht den Bikini-Body dafür.“ Menkes ist ohnehin bekannt dafür, niemals Geschenke von Modehäusern und Designern anzunehmen.

Suzy Menkes konvertierte zum Judentum...
... nach ihrer Heirat mit dem „Times“-Journalisten David Spanier 1969. Aus diesem Grund besucht sie nie eine Modenschau oder ein Fashion-Event an einem der jüdischen Feiertage. Viele Designer beachten dies bei der Planung ihres Terminkalenders, um sicher zu gehen, dass Menkes nicht fehlt.

Das schlimmste an ihrem Job...
... ist, über einen Designer zu schreiben, wenn dieser finanziell schwierige Zeiten durchmacht oder in einer persönlichen Krise steckt. „Dann willst du nicht noch in der Wunde herumstochern...“, so Menkes.

Über Billig-Kleidung aus Bangladesch...
... sagt Suzy Menkes: „Nicht nur die Produzenten sind in der Verantwortung, auch die Konsumenten. Wir müssen verstehen, dass es unmoralisch ist, wenn wir einen Bikini für den gleichen Preis kaufen wie einen Cappuccino.“ Allerdings sehe Menkes auch keinen Sinn darin, extrem viel Geld für Mode auszugeben. „Ich würde niemals 6.000 Dollar für eine Handtasche ausgeben, selbst wenn ich es mir leisten könnte. Das ist nicht zeitgemäß.“

Zu ihrer berühmten Tolle...

... hat ihr nicht etwa ein Friseur geraten. Menkes: „Ich habe es gehasst, wenn mir die Haare beim Schreiben ins Gesicht gefallen sind.“ Ihr Markenzeichen hat also rein pragmatische Gründe. Wie sympathisch!

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