Stylebook im Interview mit Aino Laberenz

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STYLEBOOK trifft Schlingensief-Witwe zum Interview
von Christine Korte
Aino Laberenz ist Deutschlands neue Stil-Ikone

Adiletten zum Abendkleid, süße Spitzen-Röcke zu coolen Oversize-Tops: Die Kostümbildnerin Aino Laberenz (33) ist mit ihren außergewöhnlichen Looks Deutschlands neue Stil-Ikone. STYLEBOOK sprach mit ihr über It-Girls, die neuen Herbst-Trends und das Werk ihres verstorbenen Ehemannes Christoph Schlingensief († 49).

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    Aino hat unter anderem zum Birkenstock-Hype des Sommers beigetragen: Die Kostümbildnerin trägt Modelle mit Blumenmuster zum Spitzenrock in Midilänge und einem Oversize-Top

Aino Laberenz ist den meisten Menschen als Ehefrau des 2010 verstorbenen Künstlers und Theater-Regisseurs Christoph Schlingensief bekannt. Sie setzt sich für die Fortsetzung seines Werkes ein und kümmert sich vor allem um das von Schlingensief gegründete Operndorf in Afrika. Es wurde unter ihrer Leitung im Oktober 2011 in Burkina Faso eröffnet. Darüber hinaus ist die Bühnenbildnerin eine von Deutschlands neuen Stil-Ikonen. STYLEBOOK traf die gebürtige Finnin in Berlin zum Interview.

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STYLEBOOK.de: Wie reagieren Sie darauf, wenn man Ihnen das Label It-Girl aufdrückt?
Aino Laberenz:
„Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie nachgedacht. Es gibt bei dieser Bezeichnung Unterschiede zwischen Deutschland und England. Und heute wird der Begriff auf jeden Fall anders benutzt als zum Beispiel in den 60er-Jahren oder auch früher. Ich interessiere mich sehr für Mode. Und das hat natürlich viel mit meinem Job als Kostümbildnerin zu tun. Mode ist für mich auch Ausdruck, ich mag das Spiel. Ich finde den Begriff It-Girl jetzt nicht beleidigend. Das ist einfach eine Bezeichnung, in die ganz viel rein passt.

Welchen Einfluss hat Ihr Beruf auf Ihren privaten Stil?
Laberenz:
„Ich bin durch meinen Job auf jeden Fall offener geworden. Stoffe wie Samt, fand ich früher für mich privat nicht schön, auf der Bühne funktioniert dieses Material aber ganz anders. Und plötzlich habe ich gedacht, dass Samt doch gar nicht so doof ist. Ich lasse durch meinen Beruf auch bei meinem privaten Styling viel mehr zu, experimentiere mit Farben und Materialien. Niemals – das Wort gibt es bei mir in Bezug auf Mode nicht mehr.

Sie lieben die neuen „Latschen“, wie beispielsweise Adiletten, warum?
Laberenz: „Adiletten haben mich immer begleitet, schon lange bevor sie auf der Fashion Week im Sommer so im Fokus standen. Die Schuhe sind einfach bequem! Durch das Plastik sind sie nicht so öko, sondern vielmehr sportlich. Adiletten trage ich einfach zu allem – zum kleinen Schwarzen, zu Jeans.“

Wie stylen Sie die Schlappen in der Herbst-Saison?
Laberenz: „Mit Socken – allerdings rutscht man da nur. Das nervt. Irgendwann ist es dann vorbei mit Adiletten, Socken hin oder Mode her... Ich bin da eher pragmatisch.“

Welches Herbst-Piece steht auf Ihrer Shopping-Liste?
Laberenz: „Ich habe mir gerade in New York einen Oversize-Mantel aus schwarzem Schaffell gekauft. Ich freue mich schon darauf, wenn es kalt genug ist, den anzuziehen. Die Herbst-Kollektion von Acne mag ich auch sehr gerne. Die haben einen langen Schlauchrock aus Strick, den ich unbedingt haben möchte. Außerdem hätte ich gerne einen richtig schönen Anzug, einen Dreiteiler!“

Für die Brillenmarke Ace & Tate sind Sie vor die Kamera getreten. Wie war das für Sie?
Laberenz: „Das ist noch Neuland für mich. Für Ace & Tate haben wir ja unsere privaten Sachen angehabt, deshalb war das von Anfang an sehr entspannt. Ich bin kein Mensch der sich groß positioniert oder irgendwelche Haltungen einnimmt.“

Sie betreuen den künstlerischen Nachlass ihres verstorbenen Ehemannes Christoph Schlingensief. Haben Sie neue Projekte geplant?
Laberenz: „Wir entwickeln gerade etwas im Ausstellungsbereich, das ist aber noch zu unklar.
Gerade war die Ausstellung in den Kunstwerken in Berlin, dann ist sie nach New York gezogen. Ich schätze Christoph sehr als Künstler. Mir ist wichtig, dass sein Werk nicht nur sichtbar, sondern auch zugänglich gemacht wird. Aber ich möchte ihn auch nicht verheizen und achte deshalb darauf, dass man ihn nicht zu oft sieht.“

Wann fahren Sie wieder ins Operndorf nach Burkina Faso?
Laberenz: Laberenz: „Im Oktober bin ich wieder da. Ich war zuletzt im Juni dort, um die Krankenstation zu eröffnen. Im Herbst fängt die Schule wieder an, dann bekommen wir eine neue Klasse. Da möchte ich natürlich dabei sein.“

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