Ben Kingsley spielt Psychiater im Werbefilm
Prada spielt verrückt

Ein kleiner Film sorgte für eine große Überraschung bei den Filmfestspielen in Cannes: Das Italo-Label Prada zeigte sein Modefilmchen „A Therapy“, inszeniert von Star-Regisseur Roman Polanski (78).

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    Foto: PR

    Im neuen Werbefilm von Prada spielt Oscar-Preisträger Ben Kingsley einen Psychiater

Mehr Aufmerksamkeit kann man nicht bekommen. Während andere Sponsoren des Filmfestivals von Cannes dezent werben dürfen, bekommt Prada die Hauptvorstellung: Vor der Vorführung des Klassikers „Tess“ von Roman Polanski („Der Pianist“) zeigte der Arthouse-Regisseur den Kurzfilm „A Therapy“, den er für das italienische Luxuslabel inszeniert hat.

In dem dreieinhalb minütigen Modefilmchen spielt Oscar-Preisträger Ben Kingsley (68) einen Psychotherapeuten, der sich mehr für einen atemberaubenden Pelzmantel als für die Probleme seiner Klientin, gespielt von Helena Bonham Carter (45), interessiert.

Während seine Patientin, perfekt gestylt in rotem Rock und lila Bluse von Prada, über ihre Einsamkeit redet, schnappt sich der Seelenklempner ihren Pelz und schlüpft hinein. In dem Moment kommt die Botschaft des Werbefilms: „Prada kleidet jeden“. Dass das ein oder andere Teilchen des Luxuslabels für einen Endorphin-Rausch sorgen kann, können wir uns auch sehr gut vorstellen.

Glücklich über sein Werk ist auch Roman Polanski, für den mit dem Prada-Film offensichtlich ein kleiner Traum in Erfüllung ging. Denn, so der Star-Regisseur: „Ich hatte die Möglichkeit meine liebsten Leute am Set zusammenzubringen und hatte dabei einen Riesen-Spaß.“

Aber: Abgesehen von seiner gelungenen Ästhetik und einer witzigen Story ist der Film nicht ganz unstrittig.

Kritikpunkt 1: Gegen Roman Polanski gibt es immer noch einen US-Haftbefehl wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen im Jahr 1977. In den USA könnte der Film einen Imageschaden für Prada bedeuten.
Kritikpunkt 2: Warum muss das Objekt der Begierde ausgerechnet ein Pelzmantel sein? Die Begeisterung für das flauschige Tierfell können wir leider nicht teilen.

Ein Prada-Sprecher: „Wir wollten etwas lustiges und leichtes kreieren. Für uns ist es ein Kunstfilm, keine Werbung.“ Und für viele andere ist es sicher ein kleiner Seelentröster.

Den kompletten Film kann sich jeder auf der Prada-Webseite anschauen.

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