90-60-90, Heroin-Schick, Metro-Sexuell
von Stephanie Beckmann
Schönheits-Ideale im Wandel der Zeit

Nicht immer waren Magermodels auf den Fashion Weeks angesagt. Schaut man nur ein paar Jahre zurück, liefen kurvigere Damen wie Claudia Schiffer und Cindy Crawford über die Laufstege. Marilyn Monroe trug in den 50er-Jahren sogar Kleidergröße 42 – heute eher ungewöhnlich für ein Sexsymbol. Und wie verhält es sich bei den Männern? STYLEBOOK gibt einen kleinen Überblick der Schönheitsideale im Wandel der Zeit.

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    „Die Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli aus dem Jahr 1485/86 symbolisiert das begehrenswerte Frauenbild der Renaissance



Betrachtet man Schönheitsideale im Laufe der Zeit wurden die Damen kontinuierlich schlanker. Zwischen Botticellis „Geburt der Venus“ und Topmodel Kate Moss liegen nicht nur rund 500 Jahre, sondern auch ungefähr minus 50 Kilo. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Nach der blonden, unnahbaren Marilyn Monroe wurden in den 60er-Jahren resolute Frauen wie Sophia Loren und Gina Lollobrigida mit brünetten Locken, italienischem Temperament und prallem Dekolleté zum Sexsymbol. Dicht gefolgt von frechen, schmalen Mädchen wie Jane Birkin, die heute noch als Stilikone der 68er verehrt wird, ohne Hüftspeck und in Jeans statt Etui-Kleidern. In den 70er-Jahren machte dann die Warhol-Muse Twiggy den androgynen Look mit kurzen Haaren und Puppenaugen modern. Und wurde schließlich in den 80er-Jahren von sportlichen Power-Frauen wie Aerobic-Queen Jane Fonda und Bond-Girl Kim Basinger abgelöst.

Die 90er-Jahre waren eindeutig von der Ära der Supermodels geprägt. Frauen mit den Gardemaßen 90-60-90 wie Claudia Schiffer und Cindy Crawford stolzierten über den Laufsteg, bis Kate Moss mit ihrem Heroin-Schick und einer einzigen Kampagne für Calvin Klein alle geltenden Schönheitsideale wieder vom Thron rempelte.

Und die Männer? Hielten sich Sugar-Daddys, Dandys und Machos wie Paul Newman oder Cowboys wie Steve McQueen lange Zeit als männliche Vorbilder, war eines Tages alles aus. Allmählich schlichen sich Brit-Popper und Rockstars mit engen Hosen dazwischen. Als sich aber Fußballstar David Beckham in den 2000er-Jahren die Nägel lackierte und einen hohen Pferdeschwanz trug, sprachen plötzlich alle vom metrosexuellen Mann – Testosteron war out. Anschließend erlebte der Vollbart als Gegenströmung eine Renaissance. Heute hingegen sind Kurzhaarfrisuren wieder angesagter, gepaart mit einer Hühnerbrust und bloß nicht zu muskulösen Armen. Irgendwie nach Jüngling sollte Mann aussehen, aber bitte mit Fünf-Tage-Bart – siehe Mädchenschwarm Robert Pattinson

Doch was werden wir in ca. 7,5 Jahren über dieses Jahrzehnt denken? Wer schafft es, einen neuen Look zu etablieren und als Verkörperung des Schönheitsideals für die 2010er-Jahre zu gelten? Ist es vielleicht Alexa Chung mit ihrem unaufgeregten Look vom Typ „Girl next Door“? Oder das Model Lara Stone: Kurven, lange blonde Haare und Zahnlücke?

Ein Überblick der schönen Ideale im Wandel der Zeit – in der Bildergalerie!

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