Preis-Irrsinn bei Saint Laurent
Warum kostet dieses weiße T-Shirt 500 Euro?

Sie brauchen dringend ein weißes Basic-T-Shirt, das nicht vom Wühltisch stammt? Dann sollten Sie jetzt schnell zugreifen. Denn das Modell von Saint Laurent ist so gut wie ausverkauft. Das ist allerdings nicht der einzige Haken.

500 € (!), in Worten: Fünfhundert Euro kostet dieses schnöde weiße T-Shirt beim Pariser Label Saint Laurent

  • T-Shirt Saint Laurent

    Foto: farfetch.com

    Sieht aus wie ein ganz normales Baumwoll-T-Shirt. Der Unterschied hier: Es ist vom Pariser Luxuslabel Saint Laurent und kostet deshalb 500 Euro

Bei gehypten Labels haben wir ja schon einiges erlebt, Preise steigen oft grundlos ins Unendliche. Aber das schießt eindeutig den Vogel ab.

Was das gute Stück so exquisit macht, um den Preis zu rechtfertigen, erschließt sich uns nicht. Denn es ist nicht etwa aus teuren Luxusmaterialien gefertigt, sondern aus ganz normaler Baumwolle. Trotzdem ist das gute Stück kein Ladenhüter, sondern bei Modefans extrem begehrt. Beim Online-Händler Farfetch ist das T-Shirt so gut wie ausverkauft. Wahnsinn!

  • Farfetch-Webseite

    Foto: farfetch.com

    Der Preis für das Saint-Laurent-Shirt ist nicht etwa abschreckend, sondern extrem anziehend

Preis-Irrsinn bei Designer-Mode
Saint Laurent ist nicht das einzige Label, das die Preis-Schmerzgrenzen für Mode allmählich überschreitet. Beim derzeit angesagten Label Vetements erfreuen sich ganz normale T-Shirts mit DHL-Logo-Druck großer Beliebtheit – trotz stolzem Preisetikett von 245 Euro. Ein Hoodie des Anti-Chic-Labels lässt die Kreditkarte bei 700 Euro glühen, eine Jeans, gefertigt aus getragenen Denims, kostet sogar 1150 Euro. Es versteht sich von selbst, dass die meisten Stücke recht schnell vergriffen sind.

@laura_loudd

Ein von VETEMENTS (@vetements_official) gepostetes Foto am

  • Selena Gomez in Vetements

    Foto: splash news

    Selena Gomez im Vetements-Komplett-Outfit. Gesamtpreis für den Schlabberlook: ca. 1200 Euro

Dass das Prinzip ist, erklärte Vetements-Geschäftsführer Guram Gvasalia in einem Interview mit der Mode-Kritikerin Sarah Mower: „Wir produzieren immer ein bisschen unter der Nachfrage. So können wir uns sicher sein, dass alles weggeht, denn wir wollen auf keinen Fall im Sale landen“, so Gvasalia. Außerdem rechtfertigte er die horrenden Preise mit qualitativ hochwertiger Verarbeitung und Materialien. 

Verknappung und so teuer verkaufen, dass es Begehrlichkeiten weckt – funktioniert offenbar auch bei Saint Laurent. Absurd? Wohl eher wahnsinnig clever! Da sage noch mal einer, die Luxusmode sei am Ende...

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