STYLEBOOK trifft Diane von Furstenberg

STYLEBOOK trifft Diane von Furstenberg
von Susanna Riethmüller
Das Wickelkleid wird 40!

Mit ihrem legendären „Wrap Dress“ schrieb Diane von Furstenberg Modegeschichte. In diesem Jahr feiert es sein 40. Jubiläum – aus diesem Anlass veranstaltete der Onlineshop mytheresa.com einen exklusiven Abend in München, Ehrengast natürlich: Diane von Furstenberg. STYLEBOOK war dabei und traf eine 68-Jährige, die noch ein bisschen cooler, humorvoller und schöner war, als erwartet. Im Talk sprach die Designerin über ihr berühmtes Wickelkleid, über ihre Karriere und magische Nächte im „Studio 54“ der 70er-Jahre.

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    Foto: Getty Images

    Diane von Furstenberg – ihr Leben in Bildern

    Diane von Furstenberg mit ihrem ersten Ehemann Egon von Fürstenberg, 1970 in New York

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    Foto: Getty Images

    Promis lieben den Look von DvF!

    Mit Sarah Jessica Parker – in Diane von Furstenberg – 2014 in New York

Diane von Furstenberg über...

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... ihr berühmtes Wickelkleid:
„Dieses Kleid bedeutet mir alles. Es hat die Mode verändert, und vor allem hat es die Frauen verändert: Es gab ihnen in den 70er-Jahren Freiheit und Selbstbewusstsein. Sie konnten damit zur Arbeit, aber auch auf ein Date gehen, seriös, aber auch sexy aussehen. Und natürlich: Das Wickelkleid ist bis heute mein Bestseller. Es bezahlt seit 40 Jahren meine Rechnungen, es bezahlte die Ausbildung meiner Kinder, meine Wohnung auf der 5th Avenue, mein Haus auf dem Land... Auf Französisch nennt man das Wickelkleid auch ‚Robe Portefeuille‘, und ‚portefeuille‘ heißt wiederum Geldbörse – sehr treffend, in meinem Fall. Natürlich dachte ich in den letzten 40 Jahren oft: Warum geht es in Zusammenhang mit DvF immer nur um dieses Kleid? Ich habe so viele andere Sachen gemacht! Aber letztendlich verdanke ich ihm alles.“

... Frauen  als Modedesigner: 
„Frauen machen Kleider für Frauen. Sie wissen, wie man sich als Frau fühlen will. Ich liebe zum Beispiel Jersey, weil das toll aussieht, man sich darin aber auch toll bewegen kann. Männliche Designer benutzen dieses Material selten – weil sie Kleider machen wollen für Frauen, die sie anbeten können. Das ist in der Theorie schön, im wahren Leben aber oft unpraktisch. Ich besaß zum Beispiel einmal ein wundervolles Abendkleid von Christian Lacroix, den ich verehre. Aber ich zog es an und spürte: Nein, das funktioniert nicht. Nicht für mich.“

... Nachwuchs-Modedesigner:
„Ich bin die Präsidentin des CFDA, des Council of Fashion Designers of America. Wir unterstützen junge Modedesigner. Natürlich gibt es einige, die ich besonders toll finde – das würde ich aber nie laut sagen. Ich bin ja sozusagen ihre Mutter, und eine Mutter darf keine Lieblinge haben. Übrigens: Es ist heute nicht schwerer, als junger Designer in der Modebranche Erfolg zu haben, als früher. Die Leute sagen das immer, aber es stimmt nicht. Es war schon immer sehr schwer. Trotzdem ist es noch immer der Traumjob vieler junger Menschen, das hört nie auf.“

... Andy Warhol:
„Andy malte mich zwei Mal, einmal in den 70er- und einmal in den 80er-Jahren. Das erste Bild entstand in meiner Wohnung, ich posierte vor der einzigen weißen Wand, die es dort gab – in der Küche, ein winziger Spalt zwischen Anrichte und Kühlschrank. Alles andere war mit bunten Mustern, die ich so liebe, tapeziert. Deswegen halte ich auf diesem Bild den Arm über den Kopf, ich hätte sonst nicht in diese Lücke gepasst. Das zweite entstand für Andys Serie ‚Beauty‘, ich wurde weiß geschminkt, wie beim japanischen Kabuki. Ich hasste das Bild! Ich kaufte zwei davon, eher aus Prinzip. Als mein Freund Andy starb, erwarb ich sie dann alle, sie waren inzwischen wunderschön geworden. So ist das oft mit Kunst: Erst findest du sie hässlich, zehn Jahre später liebst du sie.“

... die Mode der 70er-Jahre:
„Eine wichtige modische Epoche, der Look der 70er wird wieder und wieder kopiert. Denn wie alles, was wirklich Veränderung brachte, was wirklich etwas in Bewegung setzte, bleibt er immer modern und zeitlos. Wie zum Beispiel mein Wickelkleid. Oder das Artdeco der 20er-Jahre. Das war so revolutionär, dass dieses Gefühl bis heute anhält.“

... das Studio 54:
„Ob es im Studio 54 genauso wild und lustig zuging, wie es der Mythos behauptet? Ja! Natürlich! Es war magisch. Genau genommen waren das aber nur zwei Jahre Ende der 70er-Jahre: Es gab schon die Pille, aber es gab noch kein Aids. So frei fühlten wir uns danach nie wieder.“

... ihr neues Buch:
„Gerade erst habe ich mein Buch fertiggestellt, das im November dieses Jahres erscheint. Darin erzähle ich meine Geschichte, wie ich die Frau wurde, die ich heute bin. Was essentiell war, um meinen Traum zu verwirklichen: Auch ich wusste lange nicht, was ich werden sollte. Aber ich wusste immer, was für eine Frau ich werden wollte.“

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