Russland: Neues Gesetz verbietet Spitzen-Dessous

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Russland: Neues Gesetz verbietet Spitzen-Dessous
von Laura Pomer
Nie wieder Liebesgrüße aus Moskau

Stellen Sie sich vor, Ihre Regierung schreibt Ihnen vor, was Sie drunter tragen dürfen. Absurd!? Nicht in Russland, Weißrussland und Kasachstan. Dort wird Unterwäsche aus Spitze jetzt per Gesetz verboten.

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    „Freiheit für die Unterhose!“ – so die Forderung der Demonstrantinnen, die am Sonntag im kasachischen Almaty auf die Straße gingen. Sie wollen sich nicht von ihrer Regierung in die Wahl ihrer Wäsche reinreden lassen

Wenn kasachische Frauen mit Schlüpfern bewaffnet auf die Straße gehen, dann protestieren sie.

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Der Grund: Bald dürfen sie sexy Unterwäsche à la Victoria's Secret, La Perla oder Agent Provocateur höchstens im Katalog bewundern. Ein neues Gesetz gestattet ihnen dann nur noch das Tragen von Unterwäsche mit mindestens 60 Prozent Baumwollanteil. Und leider sind die meisten Dessous, die nicht wie Omas alte Bux aussehen, hauptsächlich aus synthetischen Fasern.

Doch warum die Aufregung. Schließlich ist die Regierung nur um die Gesundheit der Bürgerinnen besorgt! Das Gesetz wurde veranlasst weil synthetische Spitzenwäsche weniger atmungsaktiv sei und Feuchtigkeit nur schlecht absorbieren kann. Das könnte Hautirritationen oder gar Pickel zur Folge haben.

Schon 2010 hat die Eurasische Wirtschaftsunion sich auf den Beschluss geeinigt, der am 1. Juli 2014 endgültig in Kraft treten sollen. Bis dahin sollen die verbotenen Dessous aus sämtlichen Läden in Russland, Weißrussland und Kasachstan verschwunden sein. Handel und Produktion sind ab diesem Zeitpunkt tabu, es wird keinen Import ausländischer Ware mehr geben.

Einen Rückschritt zur unförmigen Sowjet-Ära-Unterwäsche? Damit wollen die Frauen sich nicht abfinden. Auf Twitter und Facebook tobt der Protest. Mit „Freiheit für die Unterhose!“-Schildern formten 30 Kasachinnen in Almaty eine Demonstration, die von der Polizei aufgelöst wurde. Einem „NBC“-Bericht zufolge gab es sogar mehrere Festnahmen.

Die Durchsetzbarkeit des Verbots bleibt trotz solcher Drohgebärden fraglich. Bisher gaben die Russinnen jährlich drei Milliarden Euro für Unterwäsche aus – Geld, dass sie künftig eben in anderen Ländern lassen müssen: Da wird Spitzenwäsche ja weiterhin produziert. Und aus Solidarität haben wir einen Tipp an alle Frauen in Russland, Weißrussland und Kasachstan: Spitzenwäsche gibt es auch aus Natur-Fasern, z. B. von Hess Natur.




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