Rassismus-Vorwürfe gegen Bloggerin Miroslava Duma
von Julia Wagner
Dieses Shooting geht zu weit

Das Online Magazine „Buro 24/7“ von Miroslava Duma (28) veröffentlichte jetzt eine Story über die Chefredakteurin des Kunstmagazins „Garage“, Dasha Zhukova (33). So weit, so gut – würde diese auf dem Foto nicht auf einem Sessel sitzen, der wie eine fast nackte, schwarze Frau aussieht. Jetzt hagelt es Rassismus-Vorwürfe.

  • Dasha Zhukova

    1/3

    Foto: Buro 24/7

    Für einen Artikel über Kunstsammlerin Dasha Zhukova inszenierte der Online-Blog „Buro 24/7“ diese für ein Foto auf einem fragwürdigen Sessel

Die russische Journalistin Miroslava Duma zählt zuden  Stars in Sachen Streetstyle. Ihre Looks werden weltweit bewundert und kopiert, ihre Website „Buro 24/7“ gilt als eine der heißesten Mode-Blogs weltweit. In Sachen Stil macht diese Frau garantiert nichts falsch. Jetzt erlaubte sie sich allerdings einen Fehlgriff der anderen Art – mit weitreichenden Folgen.

Anzeige

Zu einem Artikel über eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen Europas – Dasha Zhukova, Chefredakteurin des Art-Magazins „Garage“ und Lebensgefährtin des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch – war ein Bild zu sehen, auf dem diese auf einem Vintage-Sessel des britischen Pop-Art Künstlers Allen Jones von 1969 sitzt. Und der sieht aus wie eine schwarze Frau, die nur mit Slip, Handschuhen und schwarzen Stiefeln bekleidet ist und auf dem Rücken liegt, ihre nach oben gestreckten Beine dienen als Rückenlehne.

Die Rassismus-Vorwürfe kamen prompt. „Es ist ein Beispiel, auf dem weiße Dominanz und Überlegenheit demonstriert wird auf eine gleichgültige und sehr erniedrigende Art und Weise“, äußerte sich etwa Claire Sulmers, Chefredakteurin von Fashionbombdaily.com und selbst schwarz. Und weiter: „Die Kunst- und Modeindustrien ist eine der wenigen Bastionen der Gesellschaft, in denen offensichtlicher Rassismus und Ignoranz noch immer im Namen der Kreativität akzeptiert sind.“

Duma hat inzwischen reagiert und zeigt auf „24/7“ nur noch einen Ausschnitt des Bildes – in dem der Sessel nicht mehr zu sehen ist. Das Retro-Objekt und Sammlerstück gibt es übrigens auch als Variante mit einer weißen Frau. Ob das die bessere Alternative gewesen wäre, ist allerdings fraglich. 




Kommentare


Blogs