Projekt „echte Frauen“ gescheitert
„Brigitte“ zeigt doch wieder Profi-Models

Es war zu schön, um wahr zu sein als Brigitte vor drei Jahren ankündigte, auf professionelle Models zu verzichten. Nun sollen Fotoshootings mit der Polizistin oder Studentin der Vergangenheit angehören. Das Blatt setzt künftig wieder auf Profis. Gut so!

  • Foto: Gruner und Jahr

    Die neue, alte Brigitte: Ab der Ausgabe 21/12 (ab 19. September) gibt es wieder echte Profi-Models auf dem Cover

„Brigitte“ rudert zurück: Mit der Heftnummer 21/12, die am 19. September erscheint, holt das Frauenmagazin wieder professionelle Models zurück ins Heft. Für alle Profi-Models dieser Welt ist das eine gute Nachricht. Genau wie bei „Was Friseure können, können nur Friseure“, gilt dies auch für den Beruf des Mannequins.

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Das Projekt „Ohne Models“ werde aber nicht abgeschafft, vielmehr werde „Brigitte“ einen Mix aus Foto-Produktionen mit professionellen Models und Laien-Models präsentieren, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Für sogenannte „Size-Zero-Figuren“ soll aber auch weiterhin kein Platz im Magazin sein.

„Ab diesem Heft werden wir immer dann mit professionellen Models arbeiten, wenn wir glauben, dass es für ein Thema oder auch das Titelbild besser passt.“

Brigitte Huber und Stephan Schaefer, Chefredakteure „Brigitte“

Als Grund für den Rückzug nannten die „Brigitte“-Chefredateure Brigitte Huber und Stephan Schäfer die redaktionell sehr aufwendige Arbeit mit „normalen Frauen“. Die Redaktion müsse zum Beispiel ohne die Hilfe von Agenturen passende Frauen finden und auswählen, auch die Fotoshootings sollen sehr arbeitsintensiv sein. Dazu erhielten die Hobby-Models „vergleichbare Honorare“ (bis 400 Euro pro Tag) wie Profis.

Außerdem sollen sich die Leserinnen massiv über die Laien-Models beschwert haben. Diese fühlten sich durch die schönen, „normalen Frauen“ unter Druck gesetzt, sogar von „Minderwertigkeitskomplexen“ ist die Rede. Auch ein Grund für den Rückzug: „Brigitte“ litt zuletzt unter einem kräftigen Leserschwund (seit 2002 sanken die Verkaufszahlen von 801.574 Stück auf aktuell 601.696 Exemplare).

Seit Januar 2010 wird die Frauenzeitschrift „Brigitte“ ohne professionelle Models produziert. Damit wollte man das Frauenbild, geprägt von Magerwahn und Body-Mass-Index, moderniesieren. Die Bekanntgabe löste 2009 weltweit ein großes Medienecho aus, wurde gelobt aber auch gerügt. Doch das Blatt stand mit diesem ambitionierten Projekt ziemlich allein in der Branche. Nun ist dem Vorhaben die Luft ausgegangen.

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