Plus Size ist heiss!
Für diese Kurven gehen wir in die Vollen

Big boomt, und zwar mächtig. In der Mode erhalten Plus-Größen mehr Aufmerksamkeit denn je, TV-Stars dürfen plötzlich Kurven haben und Sängerinnen sprechen offen über die Liebe zu ihren Extra-Pfunden. Was jetzt anders ist als bei all den früheren Versuchen, Big als beautiful zu verkaufen? Ganz einfach: Dieses Mal ist es ernst gemeint.

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    Foto: Asos, Getty Images, Twitter

    Onlineshops mit stylischen Klamotten für kurvige Frauen, Stars, die ihren Körper lieben und es auch zeigen und Blogger, die einer modischen Grauzone eine Stimme verleihen. Big war schon immer beautyfull – langsam zieht auch die auf Schlankheit versessene Modeszene nach

Wenn es jemandem noch nicht aufgefallen ist, dass Frauen nicht standardmäßig in Größe 36 existieren, dann ist er blind. Oder Modedesigner. Letztere propagieren superschlanke Körper nicht nur auf den Laufstegen, die meisten von ihnen produzieren ihre Kreationen von vorn herein auch höchstens bis Kleidergröße 40.

Schaut man sich aber um, im Freundeskreis, auf den Straßen und im Büro, haben die wenigsten den knabenhaften Look eines Models. Sie haben Körper, die nicht hauptberuflich, sondern vielleicht nur ab und zu Sport machen, die sich Cremetorten ersehnen und sie sogar essen. Diese Frauen entsprechen übrigens dem westeuropäischen Durchschnitt – und sind potentielle Kundinnen, die besagte Designer bisher von vorn herein als Käuferinnen ausschließen. Dabei trägt laut „Spiegel“ ein Drittel der Frauen zwischen 14 und 70 Jahren Kleidergröße 44 oder größer!

Doch seit ein paar Jahren ändert sich das Denken der breiten Masse. Man erkennt, dass Körper in allen Formen existieren und schön sind. Mit gängigen Idealen wird gebrochen. Auf Werbeplakaten und im TV werden Frauen gezeigt, die Hüften haben, Kurven und Kleidergrößen jenseits der 36 –sogar im Schlankheits-wahnsinnigen Fashion-Business!

Franca Sozzani (63) – als Chefradakteurin der italienischen „Vogue“ eine der einflussreichsten Mode-Meinungsmacherinnen der Welt  – erkannte und nutzte ihre Wirkung auf ihre Leserschaft. 2011 brachte sie eine Ausgabe heraus, auf deren Cover die tollsten Plus-Size-Models der Branche zu sehen waren.

Selbst Modehäuser wie Stella McCartney oder Hugo, denen allgemein eine Vorliebe für XS-Größen nachgesagt wird, kommen hin und wieder von ihren schmalen Gedankengängen ab und denken und produzieren endlich so, wie sie es schon immer hätten tun sollen – GROSS!

Das ist auch nötig, denn die breite Masse entspricht den extraschlanken Vorbildern aus Filmen, Magazinen und Musikvideos schon lange nicht mehr. Inzwischen sind es diese Vorbilder selbst, die nicht mehr so skinny sind, wie sie es einst sein mussten.

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Sängerin Adele (24) schaffte es mit ihrer gewaltigen Stimme innerhalb von nur vier Jahren, ganze zwölf Grammys abzuräumen. Ihre kurvige Figur spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Erst war sie ein Hingucker unter den gängigen Popsternchen mit minimalem Körperfettanteil, dann geriet das Interesse an ihrem Body-Volumen in den Hintergrund und man konzentrierte sich endlich nur noch auf ihr Talent. Das weitaus größer und interessanter ist als ihr Taillenumfang.

Durch Frauen wie Adele, die Ruhm genießen und erfolgreich sind, wurde kurvigen Frauen ein Türchen geöffnet. Immer mehr Onlineshops bieten coole Klamotten ab Größe 42 an, füllige Blogger trauen sich, zu zeigen, dass auch sie stylisch sind und coole Outfits tragen.

Akzeptanz ist der erste Schritt zur Besserung, die wir alle nötig haben. Und um noch ein wenig schneller zu laufen stellen wir Ihnen in der Fotogalerie Menschen, Blogs und Shops vor, die am Image weiblicher Kurven feilen, sie zelebrieren oder einkleiden.

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